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Einen sehr guten Draht hat Weltcup-OK-Chef Peter Fischer zu FIS Generalsekretärin Sarah Lewis.  

Internationaler Skiverband erfüllt Peter Fischers Wünsche

Alpiner Ski-Weltcup: Vier Rennen bis 2021 und eine Premiere 2018

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Peter Fischer hat Einfluss beim Internationalen Skiverband (FIS). Das kann man einfach wissen. Man könnte es aber auch nachlesen. Im FIS-Rennkalender. Der sieht genau so aus, wie sich der Garmisch-Partenkirchner das vorgestellt hat. Anzahl der Rennen passt. Datum auch. Premiere sowieso.

Garmisch-PartenkirchenDas sind ja großartige Nachrichten, ein Grund zu feiern. Oder, Peter Fischer? Der zuckt die Schultern, wenig euphorisch. Natürlich freue er sich, sagt er. Aber wenn er mal ganz ehrlich ist – dann hat er bereits damit gerechnet. Schon bevor er dieser Tage zur Sitzung nach Zürich gefahren ist. Damit nämlich, dass Garmisch-Partenkirchen bis 2021 mit vier Weltcups im Kalender des Internationalen Skiverbands FIS vertreten ist. So direkt würde er das niemals sagen. Weil „mal gar nichts eine Selbstverständlichkeit ist“. Vielmehr sei die Zusage einmal mehr ein „Zeichen der Anerkennung“ sowie ein „großer Vertrauensbeweis“ für den Weltcup-Standort Garmisch-Partenkirchen und das Organisationskomitee (OK), dessen Präsident Fischer ist.

Der hat während und im Vorfeld der Sitzung in der Schweiz auch kritische Stimmen gehört. Die hinterfragen, warum Garmisch-Partenkirchen immer mit vier Rennen gesetzt sei. Und warum ausgerechnet immer an diesen beliebten Terminen im Januar und Februar. Fischer kennt diese Einwände seit Jahren, kann sie nachvollziehen. Jeder Austragungsort erhofft sich natürlich das attraktivste Renndatum, namhafte Skigebiete wünschen sich, überhaupt einmal Austragungsort zu werden. Der Andrang ist groß: 32 Veranstaltungen stehen Fischer zufolge über 40 Bewerber gegenüber. „Der Kuchen wird nicht größer“, die Mit-Esser aber werden mehr. Mit Sotschi beispielsweise, Heimat der Olympischen Winterspiele 2014, kam ein neuer Weltcup-Kandidat dazu. Pyeongchang in Südkorea, Olympia-Stadt von 2018, wird folgen. Aktuell erhalten die Wintersportorte nichts. „Aber natürlich wollen sie“, sagt Fischer.

Erste offizielle Sprintabfahrt am 3. Februar 2018

Verständnis hat er – das muss aber auch reichen. Schließlich kämpft er für seine eigenen Anliegen. Für vier Weltcups auf der Kandahar, die an zwei Wochenenden hintereinander stattfinden. Sie auseinanderzureißen, sei unmöglich. Rein wirtschaftlich und organisatorisch, sagt Fischer. Seinen Argumenten ist die FIS offensichtlich gefolgt. 2018 beispielsweise finden die Herrenrennen am 27. (Abfahrt) und 28. Januar (Riesenslalom) statt, die Damen folgen am 3. und 4. Februar – mit einer Premiere. Zum ersten Mal wird eine Sprintabfahrt gefahren.

Den Begriff dürften Skifans kennen. Denn er taucht immer auf, sobald eine Abfahrt kurzfristig wegen widriger Bedingungen verkürzt wird. Offiziell aber, mit zwei Durchgängen auf zwei identisch gesetzten Strecken und ohne Besichtigungspause zwischen den Läufen – so sieht es der aktuelle Plan vor – hat es diese Disziplin noch nicht gegeben. Am Samstag, 3. Februar, versuchen sich die Frauen daran. Je nachdem, wie sie bei Athletinnen, Organisatoren. Medien und Fans ankommt, wird sie wiederholt oder nicht.

Über neue Weltcup-Formate nachdenken

Fischer hatte sich um diese Veranstaltung bemüht. Seit Längerem appelliert er an die Verantwortlichen, sich über die Zukunft des Weltcups Gedanken zu machen und neuen Formaten eine Chance zu geben. Wie der Sprint-Abfahrt. Doch würde er für diesen Testlauf niemals die klassische Abfahrt opfern, betont Fischer. Diese bleibt also am Sonntag, 4. Februar, im Programm, der Super-G der Damen fällt dafür weg. „Den geben wir gerne her.“ Denn dieser lasse sich am schwierigsten vermarkten und zählt die wenigsten Fernsehzuschauer. Die Sprint-Premiere in Garmisch-Partenkirchen – das ist doch nun wirklich ein Grund zu feiern. Fischer zuckt die Schultern und lächelt. Das wird sich erst noch zeigen. 

 

 

Ski-Weltcup und TU München kooperieren 

Natürlich war der alpine Ski-Weltcup Garmisch-Partenkirchen schon jetzt in den Sozialen Medien präsent. Auf der Plattform Facebook informierte das Team Skifans, veröffentlichte Bilder und Videos. Wie man das eben so macht. Im Grunde aber, gesteht Peter Fischer, habe bislang das professionelle Gesamtkonzept dahinter gefehlt. Das bekommt der Chef des Weltcup-Organisationskomitees jetzt. Denn seit September bis Februar 2018 betreuen Mitarbeiter der Technischen Universität München (TUM) den Facebook-Auftritt. Fabian Kautz wird dabei die Erkenntnisse aus seiner Doktorarbeit zum Thema „Social Media im Sport“ unmittelbar in der Praxis anwenden. Hintergrund ist eine Kooperation des OK mit dem Arbeitsbereich für Medien und Kommunikation der TUM. Fischer sieht darin „eine ideale Partnerschaft, auf die wir sehr stolz sind“. Ähnlich äußert sich Prof. Dr. Michael Schaffrath, der den Studienbereich leitet. Er freue sich, einen so „attraktiven Partner aus dem Spitzensport“ für die Arbeit der TU gewonnen zu haben. Dabei kennt Schaffrath den Weltcup bereits. Denn seine Studenten unterstützten schon bisher die Pressearbeit vor Ort, dies wird im Rahmen der Kooperation fortgeführt. Etwa 20 Studierende werden an den beiden Rennwochenenden unter anderem Interviews mit den Athleten führen, ihre Aussagen schriftlich festhalten und den Journalisten zur Verfügung stellen. Die Kooperation zwischen OK und TU München gilt vorerst nur für diesen Winter – mit der Option auf Verlängerung.

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