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Online-Umfrage freigeschaltet

Pendlerstationen als große Chance

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In einer Pendlerstation und Co-Working-Spaces, das heißt, man teilt sich ein Büro, liegt die Zukunft. Solche Arbeitsplätze sollen in Garmisch-Partenkirchen entstehen. Eine geeignete Immobilie ist vorhanden, jetzt muss nur noch der Bedarf ermittelt werden.

Michael Ruhland fährt dreimal in der Woche von Bad Bayersoien nach München - und zurück.

Garmisch-Partenkirchen/ Landkreis– Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Ein Traum, der nur für wenige wahr wird. Denn qualifizierte Arbeitsplätze sind Mangelware im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Pendeln ist angesagt – 400 000 Menschen machen sich bayernweit jeden Tag auf zu ihren Jobs in München. Einer von ihnen ist Michael Ruhland. Zwei- bis dreimal pro Woche fährt er von Bad Bayersoien in die Landeshauptstadt – gut 90 Kilometer einfach, für die er laut Routenplaner mehr als Stunde unterwegs ist. Allein daheim zu arbeiten, ist für ihn nicht die Lösung. „Da besteht das Problem der Abgrenzung.“ Dazu kommt, dass in einem externen Büro wesentlich konzentrierter gearbeitet werde als in den eigenen vier Wänden. Die Lösung des Dilemmas: ein Co-Working-Space, beziehungsweise eine Pendlerstation, in der Schreibtische oder Büros je nach Bedarf angemietet werden können. Ein solches Angebot soll in Garmisch-Partenkirchen entstehen. Und damit würde Ruhlands Weg zur Arbeit auf 34 Kilometer schrumpfen, für die er nur mehr eine gute halbe Stunde braucht.

Der Bedarf für ein solches Modell ist nicht nur bei dem Chefredakteur des Magazins Bergsteiger vorhanden. Davon ist Oliver Steinbach, Wirtschaftsförderer der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen, überzeugt. Seit einem Workshop im vergangenen Jahr, zu dem Vertreter von Münchner Unternehmen sowie kreativer Berufe und Pendler eingeladen waren, wird Steinbach regelmäßig darauf angesprochen. „Es ist wirklich enorm, auf was für ein Interesse das stößt.“ Nachdem die erste Hürde genommen und eine geeignete Immobilie samt Betreiber gefunden wurde, startet die Agentur Quersumme, für die auch Ruhland arbeitet, jetzt mit der konkreten Bedarfsermittlung. „Und zwar für ein Projekt, das mittlerweile gemeinsam mit der Zugspitz-Region auf den ganzen Landkreis ausgeweitet wurde“, erklärt Steinbach.

Bei der Online-Umfrage wird das Interesse nach beiden Varianten abgefragt. Die eine, der Co-Working-Space, bietet Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) und ermöglicht den unverbindlichen Austausch untereinander. Eine Möglichkeit, die Ruhland zufolge gerade für kreative Berufe interessant ist. Die andere, die Pendlerstation, für die Quersumme 2015 vom Deutschen Nachhaltigkeitsrat ausgezeichnet wurde, zielt darauf ab, Berufspendlern nach München die Vereinbarkeit von Job und Familie zu erleichtern. Die Unternehmen buchen dort ein Zeit- beziehungsweise Flächenkontingent und vereinbaren mit den in Frage kommenden Mitarbeitern entsprechende Modelle, so dass diese etwa an zwei Wochentagen in besagter Station arbeiten können. „Wir würden gerne im Frühsommer loslegen“, sagt Ruhland. Vorausgesetzt, die Gremien segnen das Pilotprojekt dann auch ab. Schließlich müssen Markt und Kreis eine Anschubfinanzierung, im Raum steht dem Vernehmen nach eine niedrige fünfstellige Summe, bereitstellen.

In dem Konzept sehen die Experten schon jetzt große Chancen: „Dadurch identifizieren sich die Leute auch mehr mit der Region, in der sie wohnen“, meint Ruhland. Und haben mehr Zeit für ihre Familie, Freizeitvergnügen und die Einkäufe. Zudem „gelingt es uns so, qualifizierte Arbeitnehmer im Landkreis zu halten“, betont Steinbach. Vorstellen kann er sich auch, das Ganze mit einem seit langem angestrebten Gründerzentrum zu vernetzen, auf dass Co-Working-Space und Pendlerstation „zum Nährboden zur Ansiedlung neuer Unternehmen werden“.

Die Online-Umfrage

ist ab sofort unterhttps://tinyurl.com/pendlerstation frei geschaltet.

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