Eine große Nachfrage an kostenloses Schnelltests erlebt Sebastian Guggemoos in der Dreitorspitz-Apotheke in Garmisch-Partenkirchen. Dort sowie in der Alpspitz-Apotheke in Farchant werden die Abstriche offiziell gemacht.
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Eine große Nachfrage an kostenloses Schnelltests erlebt Sebastian Guggemoos in der Dreitorspitz-Apotheke in Garmisch-Partenkirchen. Dort sowie in der Alpspitz-Apotheke in Farchant werden die Abstriche offiziell gemacht.

Behörde hofft auf flächendeckendes Angebot

„Nachfrage steigt enorm“: Drei Apotheken bieten kostenlose Corona-Schnelltests an - Am ersten Tag fast ausgebucht

  • Katharina Bromberger
    vonKatharina Bromberger
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Jeder Bürger hat einen Corona-Schnelltest pro Woche frei. Im Landkreis gibt es derzeit drei Apotheken, die die kostenlosen Abstriche anbietet. Nach 15 bis maximal 20 Minuten steht das Ergebnis fest.

Garmisch-Partenkirchen – Um die 700 Stück liegen bereit. Großzügig hat Sebastian Guggemoos die Schnelltests bestellt. Er ist vorbereitet auf die große Nachfrage. Denn ab sofort hat jeder Bürger einen Corona-Schnelltest pro Woche frei. Guggemoos bietet seit Dienstag in der Dreitorspitz-Apotheke im Ortsteil Partenkirchen als offizielles Testzentrum des Gesundheitsamtes die kostenlosen Abstriche an.

„Fast ausgebucht“, meldete er für den ersten Tag. Nur zwei Termine blieben frei. 27 Männer und Frauen kamen zu Guggemoos, der den Kosmetikraum neben der Apotheke ausgeräumt und als Teststation eingerichtet hat. Der Inhaber sowie vier Mitarbeiter ließen sich für die Abstriche schulen. Einmal Stäbchen in die Nase – nach 15 bis maximal 20 Minuten steht das Ergebnis fest. Die erfreuliche Bilanz nach dem ersten Tag: alle negativ.

Schnell und problemlos wird geliefert

Dasselbe meldet Sabine Weiß von der Alpspitz-Apotheke in Farchant, die zweite offizielle, vom Landratsamt ermächtigte Schnelltest-Station im Landkreis. Inzwischen sind es drei Apotheken. Bereits am Montag startete das geschulte Personal. Es nimmt dafür Überstunden in Kauf. Denn extra Räume stehen keine zur Verfügung, deshalb wird außerhalb der Öffnungszeiten getestet (siehe Kasten). Eine Handvoll Farchanter kam vorbei. „Doch die Nachfrage steigt enorm“, sagt Weiß. Für diese und nächste Woche habe sie „jede Menge“ Termine vergeben. Ob die 175 Schnelltests in ihrem Lager reichen, vermag sie nicht abzuschätzen. Nachzuordern aber sei kein Problem. Das bestätigt Guggemoos. Schnell und problemlos wird geliefert.

Aus unterschiedlichen Gründen nutzen die Bürger das Schnelltest-Angebot. Die häufigsten laut Guggemoos: Sie brauchen einen negativen Test für einen Grenzübertritt, einen Besuch im Altenheim oder das Ende der Quarantäne nach 14 Tagen. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, wird ein PCR-Test Pflicht. Diesen nehmen die Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im Corona-Testzentrum am Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen ab. Die Schnellvarianten werden dort nicht angeboten.

Schnelltests für Öffnung der Außengastronomie?

743 PCR-Abstriche zählte das BRK-Team in der vergangenen Woche. Ein ganz normaler Wert, sagt Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamtes. Über die Wochen zeigen sich ihm zufolge keine großen Schwankungen. Mit einem Ansturm auf das Zentrum rechnet er auch durch das breite Schnelltest-Angebot nicht. Dennoch könnte das BRK künftig mehr Arbeit bekommen.

Offenbar, so hat es Jörg Jovy erfahren, kam in der Bürgermeister-Dienstbesprechung der Gedanken auf, bei der Öffnung der Außengastronomie könnte man Schnelltests benötigen. „Das ist noch auf der Ideenebene“, sagt der Sprecher des BRK-Kreisverbands. Zugleich betont Geschäftsführer Klemens Reindl: Das Team hat Kapazitäten. Wenn es so weit ist, „helfen wir gerne und stehen zur Verfügung“. Wie bereits in anderen Fällen. Unter anderem testet das BRK einmal pro Woche die Arbeiter auf der Kramertunnel-Baustelle, auf Wunsch der Firma. Sollte Schnelltest-Bedarf an Schulen bestehen, werde man ebenfalls eine Lösung finden. Doch stellt Jovy klar: An jedem Ort im Landkreis kann das BRK nicht einspringen. „Wir freuen uns über jeden, der mithilft.“ Wie die Apotheken.

Maximal sechs Euro pro Test überweist die Bundesregierung den Apotheken

Scharf hofft, dass weitere folgen und eine flächendeckende Test-Möglichkeit entsteht. „Je mehr mitmachen, desto besser.“ Genau so sieht es Guggemoos. „Ich denke, in den nächsten Tagen und Wochen gibt es einiges zu tun.“ Ein Konkurrenzdenken sieht er nicht. „Es geht nicht ums Geld.“ Maximal sechs Euro pro Test überweist die Bundesregierung den Apotheken – genau der Betrag, den Weiß bezahlt. Guggemoos sogar ein paar Cent mehr. Fürs Testen selbst bekommen die Apotheker eine Aufwandsentschädigung. Doch steigen auch die Ausgaben, müssen sie beispielsweise zum Teil zusätzliches Personal stellen. Wird’s ein Nullsummenspiel, ist Guggemoos zufrieden.

Etwas Neues zu machen, das gefällt dem 36-Jährigen, das Testen interessierte ihn. Deshalb entschied er sich für das Angebot. Und ist froh darüber. Er erlebt glückliche Menschen, sobald sie vom negativen Ergebnis erfahren. „Aus der Quarantäne entlassen zu werden, die Eltern im Altenheim besuchen zu können, das sind schöne Momente.“ Und er ist dabei.

Apotheken als Test-Zentren: Bei Interesse im Gesundheitsamt melden

Als erste im Landkreis wurden die Alpspitz-Apotheke in Farchant und die Dreitorspitz-Apotheke im Ortsteil Partenkirchen vom Gesundheitsamt ermächtigt, die Corona-Schnelltests abzunehmen. Jetzt ist auch noch die Ludwigs-Apotheke in Partenkirchen dazugekommen. Einmal pro Woche steht jedem Bürger ein kostenloser Abstrich zu. Voraussetzung: Er zeigt keine Symptome. Dokumentiert werden die Namen über die Terminvergabe. Eine echte Kontrolle aber erfolgt nicht. Man vertraut auf die Ehrlichkeit. In der Alpspitz-Apotheke wird zwischen 8 und 8.30 Uhr, in der Mittagspause zwischen 12.30 und 14 Uhr sowie zwischen 18 und 19 Uhr getestet. Informationen und Termine gibt es telefonisch (0 88 21/62 40) oder per E-Mail an info@alpspitz-apotheke.de. Die Dreitorspitz-Apotheke testet montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 11 Uhr sowie mittwochs von 7.30 bis 9 Uhr. Eine Anmeldung ist online möglich unter www.dreitorspitz-apotheke.de sowie telefonisch unter 0 88 21/5 75 33. In der Ludwigs-Apotheke in Partenkirchen besteht die Möglichkeit von Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 9.30 Uhr nach Terminvergabe unter Telefon 0 88 21/48 97 oder per E-Mail an info@ludwigs-apotheke-partenkirchen.de oder auf www.ludwigs-apotheke-partenkirchen.de. Apotheken, die ebenfalls im Auftrag des Gesundheitsamtes kostenlose Schnelltests anbieten möchten, können sich in der Behörde melden: telefonisch unter 0 88 21/75 15 00 oder per E-Mail an gesundheitsamt@lra-gap.de.

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