Zwei Frauen und ein Mann sitzen an einem Tisch.
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Genießen das neue Café: (v.l.) Konstanze Leis, Benjamin Eder und Sabine Schmeidl verwandeln derzeit das Jugendzentrum am Kankerweg in den offenen Treff Puls.

Am Puls der Jugend

Ein „gemütlicher Treff im Zentrum“: Das Jugendzentrum öffnet sich für Kinder und Familien

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Aus dem JUZ, dem Jugendzentrum in Garmisch-Partenkirchen, wird Puls. Neben einem offenen Treff finden sich dort unter dem Namen Kukuk Angebote für Kinder. Der Noise-Club, der Musik- und Medieninteressierte anspricht, komplettiert das Ganze.

  • Drei Bereiche machen das neue Jugendzentrum aus, in dem es weniger Altersbeschränkungen gibt.
  • Unter der Säule Kukuk - Kunst und Kultur an der Kanker - finden sich die Angebote für Kinder.
  • Sabine Schmeidl und ihre Kollegen setzen auch das Konzept kinderfreundliche Kommune um.

Garmisch-Partenkirchen – Den Blick über den Tellerrand, den hat Wolfgang Sailer gewagt. In seinem Konzept für die Gemeindejugendpflege hat der Leiter des Jugendzentrums (JUZ) Garmisch-Partenkirchen alle Aspekte beleuchtet, die Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien betreffen. Seine Schlussfolgerung: Die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen „machen eine organisatorische und methodische Neuausrichtung der kommunalen Jugendarbeit unerlässlich“. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch seine Einrichtung neu auf.

Die Umwandlung erlebt Sailer nicht aktiv mit, eine Krebserkrankung zwingt ihn zum Pausieren. Kommissarisch hat Sabine Schmeidl seine Aufgaben übernommen und ist mit ihren Kollegen – Konstanze Leis und Benjamin Eder – eifrig dabei, alles bis zum Sommer fertig zu bekommen. „Das Ganze umfasst drei Bereiche“, erklärt die Erzieherin und Kuturpädagogin. Der eine, das Jugendzentrum am Kankerweg, wird gerade umgestaltet. Aus dem JUZ, das seit 1981 besteht, wird Puls, in das auch die Gemeindejugendpflege integriert ist. „Den neuen Namen haben wir uns mit den Kids überlegt“, sagt Schmeidl. Als offener Treff am Puls der Kinder und Jugendlichen, kaffeehausmäßig versteht sich die Einrichtung künftig. Frische Farbe, neue Möbel im Café-Bereich zeugen davon. Weniger pädagogisch, weniger Altersbeschränkungen machen die Einrichtung aus. Soll heißen: In der Cafeteria können nicht nur Hausaufgaben erledigt, gemütlich geratscht oder ein Brettspiel ausprobiert werden, sondern auch Eltern auf ihre Kinder warten. Als „gemütlichen Treff im Zentrum“ kündigt Schmeidl das Ganze an. „Außerdem gehört das Raum-Management dazu.“ Weiterhin gibt es Platz für Bandproben und andere Aktivitäten, „auch die Friday-for-Future-Kids haben sich immer bei uns getroffen“.

Verschiedene Zielgruppen finden im Puls ihren Platz

Die zweite Säule umfasst alles, was Kinder anbelangt. Kukuk – Kunst und Kultur an der Kanker – heißt das Angebot, das sich an sie richtet. Darunter fällt auch das Hüttendorf, das normalerweise in der ersten Augustwoche in Burgrain aufgebaut wird. „Workshops, Theater, Kreativ-Werkstatt, Ferien-Programme und Angebote für Skater“ zählt Schmeidl die weiteren Aktionen für die Mädchen und Buben auf. Während die sich dabei vergnügen, können ihre Eltern entspannt im Puls einen Kaffee trinken.

Der Noise-Club stellt den dritten Bereich dar. Dazu zählen das Tonstudio, das Medienbüro und das Proben-Angebot. „Aber auch die Konzerte für Jugendliche und junge Erwachsene gehören dazu.“ Es sind verschiedene Zielgruppen, die Schmeidl und ihr Team ansprechen. Und das schon seit Längerem. Durch die aktuell laufende Umgestaltung des Hauses erfolgt endlich eine saubere Trennung. „Jetzt haben wir drei Namen, die alles abdecken“, sagt die kommissarische Puls-Leiterin erfreut. Deutlich werde das zudem auf der neuen Homepage, die gerade erstellt wird. Von Seiten des Marktes, dem Träger des Jugendzentrums, sind all diese Änderungen abgesegnet. „Jetzt können wir uns damit auf den Weg machen.“

Als Vertreter der Gemeindejugendpflege sind die Erzieherin und ihre Kollegen zudem beauftragt, das Konzept kinderfreundliche Kommune umzusetzen. „Beteiligungsaktionen“ lautet hierbei das Zauberwort. So entstand schon der neue Spielplatz in Burgrain. Entscheidend sei, die Kinder ins Boot zu holen und mit ihnen, aber auch mit denen, die für die Umsetzung verantwortlich sind, zu sprechen, sagt Schmeidl. „Das ist ja kein Wunschkonzert.“ Im Gespräch mit allen Beteiligten – Bauhof, Rathausverwaltung, Kindern und Jugendlichen – „wird jeder mitgenommen, das Ganze bekommt ein Gesicht und alle Seiten entwickeln ein besseres Verständnis füreinander“. Nach diesem Rezept funktioniert auch die Umgestaltung des Skaterplatzes am Skistadion. Ein Sonnensegel und Bänke werden dort heuer aufgestellt.

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