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Anzeige gegen die Zugspitzbahn

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Von: Tanja Brinkmann

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Neuauflage des Naturfrevels: Bereits im Jahr 2011 haben die Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn das Wasser im Speichersee an der Kandahar-Abfahrt ausgelassen. Damals ließen sie etliche Kubikmeter Laich einfach in der Sonne liegen. © FKN

Garmisch-Partenkirchen - Der Naturfrevel am Speicherteich an der Kandahar beschäftigt weiterhin die Polizei. Nachdem der Tierschutzverein Strafanzeige gegen die Bayerische Zugspitzbahn erstattet hat, gilt es nun zu ermitteln, wer für die Vernichtung des Laichs verantwortlich ist.

Axel Doering fehlen selten die Worte. Erinnert er sich an das, was er, die Tierschutzvereins-Vorsitzende Tessy Lödermann und ein Polizeibeamter vor gut einer Woche am Speicherteich an der Kandahar gesehen haben, ist er dennoch beinahe sprachlos. „Das ist eine Riesensauerei“, empört sich der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) angesichts von etlichen Kubikmetern Laich, der einfach in den Wald gekippt worden war. „Ich bin wirklich entsetzt, dass das jetzt wieder passiert ist.“

Auch darüber, dass die Vertreter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) nichts von den schützenswerten Amphibien, die in dem künstlich geschaffenen Gewässer laichen, gewusst haben wollen, wundert er sich. Bereits 2011, als im Zuge von Bauarbeiten Wasser abgelassen wurde, hatte er Mitarbeiter des Bergbahn-Unternehmens auf diese Problematik aufmerksam gemacht.

Ein Gespräch, das bei der BZB offenbar nicht richtig ankam. Was damals los war, ließ sich für das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt am Montag nicht klären, nachdem alle möglichen Beteiligten derzeit im Urlaub sind.

„Mir wäre lieber gewesen, wenn die BZB und die Untere Naturschutzbehörde das geklärt hätten“, betont Lödermann. Nachdem das ihres Erachtens nicht der Fall war, wandte sie sich an die Polizei. „Entscheidend ist, dafür zu sorgen, dass so etwas nicht mehr passiert.“ Daran liege auch der Zugspitzbahn, untermauert BZB-Sprecherin Verena Lothes. „Wir haben bereits mit einem Amphibien-Experten vom Landesbund für Vogelschutz gesprochen“, sagt sie. Zudem arbeite das Unternehmen mit einer ökologischen Beraterfirma zusammen, „die künftig ebenfalls hinzugezogen wird“.

Zu den laufenden Ermittlungen der Polizei äußert sie sich nicht. Und auch die Beamten halten sich bedeckt.

Für Lödermann steht derweil fest, dass sich Speichersee-Betreiber auf die Amphibien einstellen müssen. Im Lauf der Jahre sei das Wasser immer nährstoffreicher geworden, was die Tiere anzieht. „Wenn man in der Natur tätig ist, erwarte ich ein Mindestmaß an Rücksichtnahme auf die dort lebenden Tiere und Pflanzen“, fordert sie. „Jetzt soll ein für alle Mal geklärt werden, wie sich so ein großes Unternehmen wie die BZB zu verhalten hat.“

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Dienstagsausgabe des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts / Murnauer Tagblatts.

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