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Ein Bild der Zerstörung. Das Starthaus stand einst oben am Tröglhang (im Hintergrund rechts oben), nun liegt einige hundert Meter tiefer. 

ARD überträgt nicht

Ski-Absage: Sotschi-Rennen nicht nach Garmisch-Partenkirchen verlegt - „Hätten es gemacht“

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Das ausgefallene Damen-Rennen von Sotschi wird nicht in Garmisch-Partenkirchen nachgeholt. Denn die ARD überträgt ein Freitagsrennen von der Kandahar nicht.

  • Das Damen-Rennen von Sotschi musste abgesagt werden.
  • Überlegungen, das Rennen in Garmisch-Partenkirchen nachzuholen, werden nicht realisiert.
  • Grund ist eine Entscheidung der ARD

Garmisch-Partenkirchen – Das Werben um eine zusätzliche Abfahrt war eine kurze Angelegenheit. Das ausgefallene Damen-Rennen von Sotschi wird nicht in Garmisch-Partenkirchen nachgeholt. OK-Chef Peter Fischer musste sich gar nicht auf die Suche nach Sponsoren begeben, die erste Absage kam von der ARD. Der TV-Sender wird ein Freitagsrennen von der Kandahar nicht übertragen. Damit waren die Bemühungen der Organisationskomitees hinfällig. „Wir hätten es gemacht“, sagt Fischer. Aber die Prioritäten in dieser Sache sehen wie folgt aus: Fernsehen, Finanzen, Rennen. Heißt im Klartext: Ohne TV-Live-Zeit keine Abfahrt.

Sotschi Damen-Rennen - ARD mit Absage - Schwieriges Unterfangen

Skiwettbewerbe kurzfristig ins Programm zu nehmen, stellt für TV-Anstalten ein schwieriges Unterfangen dar. Schließlich geht es bei einem Sender wie der ARD letztlich rein um Quoten. Auch im Wintersportbereich, der an den Wochenenden noch immer Top-Werte erbringt. Ein Rennen an einem Freitag könne allerdings nicht mehr ausreichend beworben werden. Fernsehzeitschriften seien da längst gedruckt, sagt ein Insider. Ein etabliertes Format wie das ARD-Büffet mit einem Marktanteil von bis zu über zehn Prozent für eine Damen-Abfahrt zu opfern, will wohl überlegt sein. Eine offizielle Stellungnahme ist vom Sender nicht zu bekommen.

Abfahrt mit großen Schwierigkeiten: Viel Arbeit steht bevor

Ob die Abfahrt überhaupt stattfinden könnte, steht auf einem anderen Blatt. Die Wetterkapriolen sind in den vergangenen Tagen seit dem Riesenslalom der Herren nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Heftiger Dauerregen ging am Montag nieder, stürmische Winde wüteten über den Hängen am Kreuzeck. Gestern Mittag setzte der angekündigte Schneefall ein. „Unserem Team steht sehr viel Arbeit bevor“, betont Fischer.

Wetter macht Bedingungen schwierig: Schäden an Rennstrecke

Das Bild, das die Rennstrecke am Montag abgab, war wirklich kein Gutes. Das Starthaus wurde vom Wind erfasst, den kompletten Tröglhang hintergeschleudert, lag am Ende zerstört neben der Hütte. „An der gesamten Strecke hat es die Netze herausgerissen.“ Der Regen weichte den Schnee an den Rändern der Piste auf, der Sturm erfasste die Absperrungen und trug sie davon. Betroffen sind die B-Netze, die gestürzte Rennläufer abbremsen und letztlich auch auffangen sollen. Schäden, die vor allem die Sicherheit auf der Strecke einschränken. Ein Makel, dessen Beseitigung absolute Priorität genießt. „Die Sicherheit muss komplett wiederhergestellt werden.“ Im Grunde gilt das fürs Gesamtprojekt. Denn auch die Strecke präsentiert sich nach den Herren-Rennen, die unter schwierigsten Bedingungen möglich gemacht wurden, sowie nach dem vielen Regen nicht gerade in 1A-Zustand. „Eigentlich fangen wir wieder komplett von vorne an“, sagt Fischer. Nur: „Darüber jammert keiner, das Team macht einfach.“

Ersatz-Rennen nicht in Garmisch-Partenkirchen: Naturschnee nötig

Dass das Ersatzrennen nun nicht in Garmisch-Partenkirchen stattfindet, ist aus diesem Blickwinkel vielleicht sogar ein Vorteil. Die Kandahar nun wieder rennfertig zu bekommen, wird dem Streckenteam einiges an Arbeit abverlangen – und auch Zeit. Für zwei Abfahrten am Freitag und Samstag müsste es zwingend am Donnerstag ein Training geben. Garantieren kann das derzeit niemand. „Wir müssen jetzt grundsätzlich erst einmal abwarten, wie viel Schnee kommt“, sagt Fischer. „Dann wissen wir, was zu machen ist.“ Eines stellt er klar: „Wir brauchen jetzt dringend Naturschnee.“ Für die Piste, aber auch für die Randbereiche, die Sturzräume, die durch die Regenfälle arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. In erster Linie im unteren Bereich von der Hölle bis ins Ziel. Dort ist die Auflage schon deutlich dünner geworden.

Wetter wird kälter: Hilft in aktuellen Situationen wenig

Kälte, die in den kommenden Nächten angesagt ist, hilft dagegen in der aktuellen Situation wenig. „Die benötigen wir dann rund um die Rennen, wenn die Piste fertig ist.“ Damit die Strecke erneut bis zum Sonntag durchhält.

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