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Austritt aus der SPD

Auch ohne Parteibuch bleibt Doering aktiv

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Garmisch-Partenkirchen – Axel Doering hat eine Schublade, in der er allerhand Erinnerungsstücke aufbewahrt.

Auch manche Ehrung ist dabei, die er in seiner Zeit in der Partei und in Kommunalparlamenten bekommen hat. 43 Jahre in der SPD, rund 16 Jahre davon als Kreisvorsitzender, 16 Jahre im Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen, nun fast 24 Jahre im Kreistag. „Es schaut so aus“, sagt der 66-Jährige, „dass ich das ganz gut gemacht habe“. Auch wenn er immer unbequem war. Von seiner Partei wird ihm wohl keine Ehrung mehr zuteil werden. Denn zuletzt bewahrte er in einer Schublade auch einen Brief auf. Er hatte ihn geschrieben, aber nicht gleich zur Post getragen. Erst nach drei, vier Tagen, als er ihn noch ein paar Mal gelesen hatte, schickte er ihn ab: die Kündigung für ihn und seine Frau.

Die SPD-Kreisvorsitzende Dr. Sigrid Meierhofer sagt dazu nur: „Ich finde das sehr bedauerlich.“ Mehr nicht.

Für Doering endet mit der Kommunalwahl, und das ist die eigentliche Überraschung, seine Zeit als Kommunalpolitiker: Er hat sich entschieden, nicht für den Marktgemeinderat in Garmisch-Partenkirchen zu kandidieren. Nach dem Erfolg beim Bürgerentscheid, der die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 verhinderte, hatte er noch einmal große Lust auf die Kommunalpolitik bekommen. Das gab er immer offen zu. „Die Idee war, auf die Liste der Grünen zu gehen“, sagt er. „Ich habe damit geliebäugelt, ich habe hin und her überlegt.“ Am Ende entschied er sich trotzdem dagegen. „Wenn ich kandidiere, dann binde ich mich sechs Jahre“, erklärt er. „Ich bin jetzt 66, ich habe Grabenkämpfe und alles, was zum politischen Alltag gehört, miterlebt. Das will ich mir nicht mehr antun.“

Die Olympia-Befürworter nehmen ihn seit dem Bürgerentscheid in die Pflicht: Doering dürfe nicht nur die Spiele verhindern, er müsse auch an der Entwicklung des Ortes ohne sie mitwirken. „Ich kann mich in der Kommune engagieren, aber ohne Parteibindung“, meint er. Seine mögliche Rolle beschreibt er als „außerparlamentarische Wachfunktion“. Er ist weiter Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz, engagiert sich dort und bei der Organisation CIPRA zum Schutz der Alpen.

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