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Lehrermangel ist für sie unbekannt: Markus Köpf und Gisela Ehrl freuen sich auf das neue Schuljahr.

Digitalisierungs-Offensive startet auch im Landkreis

Auf ins neue Schuljahr: Bald könnte es Digitaltablet statt Diktatheft geben

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Ab diesem Schuljahr startet an den staatlichen Bildungseinrichtungen im Landkreis die Digitalisierungs-Offensive. Ein Schritt in die Zukunft, der dank stabiler Lehrer- und Schülerzahlen zügigumgesetzt werden soll.

Landkreis – Viele erinnern sich noch schmunzelnd an die Abenteuer der Internatsschüler Uli und Matthias. Die Hauptprotagonisten des Kinderbuchs „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner fordern die Buben der benachbarten Schule zum entscheidenden Kampf heraus, nachdem diese ihnen die Diktathefte klauen. Wäre diese heitere Anektdote heute überhaupt noch möglich? Wird es Unterrichtshefte in Zeiten von Smartphone und Tablet noch lange geben? „Natürlich“, versichert Gisela Ehrl. Auch wenn die Digitalisierung wichtig ist, „wird es nach wie vor die traditionellen Strukturen geben“, sagt die Leiterin des Staatlichen Schulamts in Garmisch-Partenkirchen.

Sie sitzt mit Schulamtsdirektor Markus Köpf an einem kleinen Tisch im Amtsgebäude an der Burgstraße. Der Stapel Papier, den sie in der Hand hält, ist voll mit Zahlen und Statistiken, die beide freudig stimmen. Der Ausblick für das Schuljahr 2018/19 liegt vor.

212,5 Millionen Euro für digitales Klassenzimmer

Hauptthema ist heuer mehr denn je die allumfassende Digitalisierung in den Grund- und Mittelschulen des Landkreises. Kultusminister Bernd Sibler hat für dieses Jahr eine Offensive für digitale Bildung gestartet. 212,5 Millionen Euro investiert er bayernweit vor allem in das „digitale Klassenzimmer“. 90 Prozent der Anschaffungen wie Computer oder Tablets werden dabei vom Staat gefördert. Die Bildungseinrichtungen müssen für das neue Schuljahr ein Medienkonzept bis Juli 2019 erstellen. Dazu zählt nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch die Fortbildung der Pädagogen. Das dürfte für die insgesamt 32 neuen Lehrkräfte und Lehramtsanwärter für die staatlichen Grund- und Mittelschulen im Landkreis wohl kein Problem sein. Viele sind jung, mit W-Lan, Apps und Wisch-Handys aufgewachsen. Umso lobenswerter findet es Ehrl, dass gerade die älteren Kollegen unter den insgesamt 400 Lehrkräften „sehr offen gegenüber den neuen Medien sind“. So hätten erst kürzlich zwei betagtere Kollegen, „die wenige Jahre vor ihrem Ruhestand sind, dementsprechende Lehrerfortbildungen erfolgreich besucht“. Die Gefahr wäre sonst, dass „Schüler besser über digitale Geräte Bescheid wissen als ihre Lehrer“.

3907 Schüler in 187 Klassen

Verstärkt werden die Pädagogen wieder personell von Gymnasial- und Realschullehrkräften. Somit darf der Landkreis weiterhin als Insel der Glückseligen bezeichnet werden. Von den bundesweiten Pflichtstundenausfällen ist nichts zu spüren – zumindest an den staatlichen Grund- und Mittelschulen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. „Wir können auch heuer wieder alle Pflichtstunden anbieten“, versichert Ehrl. Es würden sogar 300 zusätzliche Lehrerstunden an den 20 Grundschulen zur Verfügung stehen. Darunter Förderunterricht und Differenzierungsmaßnahmen der Inklusion. Ähnlich sieht es bei den sieben Mittelschulen aus.

Die Schülerzahlen stagnieren, nachdem jahrelang ein Schwund zu verzeichnen war. Insgesamt werden im Landkreis 3907 Schüler in 187 Klassen unterrichtet. Während in den Mittelschulen die Zahl um 2,5 Prozent auf 1167 Schüler schrumpfte, stiegen sie in der Grundschule leicht um 0,36 Prozent auf 2740.

Momentan besuchen auch 150 Schüler mit Asyl- oder Fluchthintergrund die Bildungseinrichtungen. Neu ist diesmal eine eigene Deutschklasse an der Garmisch-Partenkirchner Grundschule am Gröben. Dort wird unter anderem das Fach „Kulturelle Bildung und Werteerziehung“ gelehrt. „Dass man einer Frau die Hand schüttelt zur Begrüßung und Ähnliches“, beschreibt Schulrat Markus Köpf. Hierfür sind 130 zusätzliche Lehrerstunden vorgesehen. „Die Deutschklasse stellt eine Weiterentwicklung der bisherigen Übergangsklasse dar.“

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