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Machen sich fürs Ehrenamt stark: Alexander Huhn von der Caritas und Annett-Maria Jonietz vom Freiwilligenzentrum.

Tagblatt-Weihnachtsaktion

Aufgefangen im Netz der Ehrenamtlichen

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Landkreis Garmisch-Partenkirchen - Weit über 120 Bürger im Landkreis engagieren sich bereits für Flüchtlinge. Die Ehrenamtlichen erfahren Unterstützung durch die Tagblatt-Weihnachtsaktion.

In ihrer Heimat herrscht Krieg oder ein Terrorregime. Dort drohen ihnen Folter oder Todesstrafen. Sie werden verfolgt wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer politischen Gesinnung. Hunderttausende Menschen aus den Krisenregionen dieser Welt machen sich jedes Jahr auf die Flucht, um für sich und ihre Familien eine bessere Zukunft zu finden. Im Landkreis leben derzeit 377 Männer, Frauen und Kinder in den Gemeinschaftsunterkünften in Garmisch-Partenkirchen, Grainau und Bad Kohlgrub. Tendenz steigend. Deshalb werden in Kürze weitere Unterbringungs-Möglichkeiten in Bad Bayersoien, Mittenwald und Murnau eröffnet. Dazu kommen 286 Flüchtlinge, die aktuell in der Erstaufnahme-Einrichtung im früheren General-Abrams-Komplex in der Marktgemeinde betreut werden. Sie alle können die Sprache nicht, kennen sich mit den Gepflogenheiten in Deutschland nicht aus, können häufig nicht einmal die Buchstaben entziffern. Aufgefangen werden sie von einem großen Netz aus Ehrenamtlichen.

„Ohne sie wäre das Ganze nicht zu stemmen“, hebt Caritas-Kreisgeschäftsführer Alexander Huhn hervor. Er weiß, wovon er spricht, schließlich ist der Wohlfahrtsverband für den Großteil der Unterkünfte zuständig. Dabei hat er auch mitbekommen, „dass Ehrenamt hier am meisten in der direkten Betreuung wirkt“. Das heißt, ein Freiwilliger kümmert sich um einen Flüchtling, beziehungsweise eine Familie und unterstützt dann beim Deutsch lernen, bei Behördengängen, beim Entziffern von offiziellen Schreiben und vielem mehr. „Es sind viele Kleinigkeiten, die für uns selbstverständlich sind, die den Flüchtlingen aber völlig fremd sind“, bestätigt Annett-Maria Jonietz vom Freiwilligenzentrum „Auf geht’s“. Busfahren, einkaufen oder ein Arztbesuch könnten so zu gewaltigen Herausforderungen werden. Abhilfe schaffen die Ehrenamtlichen – gut 40 sind es allein im Bereich Sprache. Insgesamt schätzt Jonietz, dass sich im Landkreis weit über 120 Bürger für Asylbewerber stark machen.

„Großartig“ findet auch die „Auf geht’s“-Koordinatorin dieses Engagement. „Es ist ganz wunderbar, dass von Anfang an gleich so viele Bürger Flagge gezeigt haben“, betont sie. „Mein Anliegen ist aber, dass die Ehrenamtlichen nicht draufzahlen müssen.“ Deshalb ist sie dankbar, dass das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Murnauer Tagblatt mit seiner diesjährigen Weihnachtsaktion genau hier ansetzt. Neben Kosten für Bücher und andere Materialien für den Sprachunterricht, sind es oft die Fahrtkosten, auf denen die Helfer sitzen bleiben. „Es darf aber nicht sein, dass man sich Ehrenamt leisten können muss.“ Auch ein Ausflug, damit die Flüchtlinge ihr neues Umfeld kennenlernen, der Kauf eines Gesellschaftsspiels oder andere Freizeit-Aktivitäten sollen aus dem Spendentopf gefördert werden. „Die Zeit miteinander zu verbringen, ist doch positiv. So lernen beide Seiten voneinander, und die Asylbewerber erfahren sehr viel über das Leben hier.“ Dass dieses Engagement ankommt, belegen die zahlreichen Initiativen, die bereits laufen und die das Tagblatt bin zum 24. Dezember in jeder Ausgabe vorstellt. „Die Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge ist Länderaufgabe“, sagt Huhn. Bei der Integration sind die Menschen, die ihrer Heimat den Rücken kehren mussten, aber auf Ehrenamtliche angewiesen – „und das läuft super“.

Wer helfen möchte,

die ehrenamtliche Arbeit mit den Asylbewerbern im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu unterstützen, kann seine Spende – unter dem Stichwort Weihnachtsaktion 2014 – auf eines der Konten der landkreisweit aktiven Bürgerstiftung Mehrwert überweisen. Die Stiftung unterstützt das Garmisch-Partenkirchner/ Murnauer Tagblatt wieder bei seiner Weihnachtsaktion: Konto 200 078 190 bei der VR-Bank Werdenfels (BLZ 703 900 00) oder Konto 11 145 141 bei der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen (BLZ 703 500 00). Alle Spenden sind zweckgebunden für unsere Aktion. Der Durchschlag des Überweisungsträgers wird bis zu 200 Euro vom Finanzamt als Zuwendungsbestätigung anerkannt. Für Spenden über 200 Euro stellt die Bürgerstiftung Mehrwert eine Spendenquittung aus. Geben Sie dazu unbedingt Ihre vollständige Adresse bei Ihrer Überweisung an. Die Spender sollen in unserer Zeitung genannt werden. Wer das nicht möchte, möge auf seiner Überweisung bitte „kV“ für „keine Veröffentlichung“ vermerken.

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