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Die bislang für Curling genutzte Halle.

Ziel: ein Leuchtturm-Projekt in den deutschen Alpen schaffen

Neues Konzept vorgestellt: Aus Curlinghalle wird eine Modesport-Arena

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In der Curlinghalle im Olympia-Eissportzentrum wird in Zukunft moderner Indoorsport betrieben. So sieht es ein Konzept von GaPa-Tourismus vor. Start soll im Mai 2019 sein.

Garmisch-Partenkirchen – Das Aus der Sportart Curling in Garmisch-Partenkirchen ist nach einem langen Streit zwischen der Curling-Abteilung des SC Riessersee und den Gemeindewerken – man bemühte sogar die Gerichte – beschlossene Sache. In diesem Winter bis einschließlich Ende März 2019 dürfen die Curler in der sogenannten Halle 3 des Olympia-Eissportzentrums noch wischen und schieben. Weil die Kosten für die Eisbereitung zu hoch sind, haben sich die Gemeindewerke entschlossen, die Halle anderweitig zu nutzen.

Die Planungen dazu laufen. Einen Vorgeschmack in Form eines Konzepts, was die Halle 3 in Zukunft bieten soll, bekamen die Gemeinderäte jüngst wenige Minuten vor der Sitzung überreicht. Ein Vorgang, der für einigen Unmut unter den Kommunalpolitikern sorgte. „Viel zu kurzfristig“, lautete der fast einhellige Tenor im Plenum. Der Verwaltung mit Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) an der Spitze und GaPa-Tourismus schwebt ein GravityLab vor. Ein Begriff, der den meisten Gemeinderäten wenig sagte. Man könne ja googeln, meinte Meierhofer. „Während der Sitzung?“, fragte Daniela Bittner (CSB) aufgebracht.

Auf fast 700 Quadratmetern, die die jetzige Curlinghalle bietet, sollen Gäste und Einheimische in Zukunft Indoor-Sport betreiben können. Statt Curling heißt die Zukunft Trampolinspringen, Klettern oder Freestyle-Akrobatik. Bei größerem Bedarf will man auch die Freiflächen in den Funpark einbeziehen. „Wir streben eine baldige Umsetzung an“, heißt es von Thorsten Unseld. In München, wo 2016 ein GravityLab entstanden ist, dauerte der Innenausbau der Halle auf dem ehemaligen Philip-Morris-Gelände lediglich drei Monate. Der Kaufmännische Leiter führt derzeit GaPa-Tourismus, bis ein Nachfolger für die ausgeschiedenen Direktoren Peter Ries und Peter Nagel gefunden ist. GaPa-Tourismus, das im kommenden Jahr in eine GmbH übergeführt und damit aus der Rathaus-Verwaltung herausgelöst wird, übernimmt die Regie über die Halle. Ein Pächter scheint mit Sabine Schmalschläger, die das GravityLab in München betreibt, schon gefunden.

Für den Gast gebe es im Ort nur ein sehr begrenztes Angebot, wenn schlechtes Wetter herrsche, meint Unseld. Gleiches gelte für Profisportler oder Sportvereine. Auch sei das, was der Markt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene biete, „nicht befriedigend“. Deshalb kämpft Unseld für das, wie er es nennt, Indoor-Freestyle-Zentrum Garmisch-Partenkirchen. Ziel sei es, „ein Leuchtturm-Projekt in den deutschen Alpen zu schaffen“.

Eine Anschubfinanzierung über 660 000 Euro kommt aus dem Gemeindehaushalt. Das Geld fließt größtenteils in den Innenausbau. Durch ein Programm, das das Umweltministerium aufgelegt hat, will Garmisch-Partenkirchen eine 45-prozentige Förderung abgreifen. Der Gemeinderat hat zugestimmt, dass man sich dafür bewirbt.

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