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Im Murnauer Obermarkt: gähnende Leere.
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Ob es eine Lockerung der Regelung gibt, hängt von den Österreichern ab.
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Wie ausgestorben: In die Garmischer Fußgängerzone (l.) verirren sich am vergangenen Wochenende kaum Menschen. Dieses seltene Bild hält ein Spaziergänger mit der Handykamera fest.
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Am Grenzübergang bei Griesen überwachen Beamte der Grenzpolizeiinspektion Murnau, dass die Sperrung eingehalten wird.
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Neue Pläne für Grenzübergang Griesen, Realisierung aber unklar

Geister-Stimmung im Landkreis: Ausgangsbeschränkung greift - mit wenigen Ausnahmen

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Die Vernunft hat eingesetzt: Die meisten Menschen halten sich an die Corona-Ausgangsbeschränkungen. Das Wetter half mit.

Landkreis – Das Leben im Landkreis steht so gut wie still. Die Ausgangsbeschränkung, die Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verhängt hat, scheint zu greifen. Zumindest am Wochenende waren kaum Autos auf den Straßen unterwegs und nur wenige Menschen in der Öffentlichkeit zu sehen.

“Es ist sehr ruhig gewesen“

Couch statt Café, Fernsehschauen statt Feiern, Familie statt Freunde. Die Vernunft hat eingesetzt. Um die Corona-Infektionskette zu durchbrechen, hielten sich die Menschen an die erlassenen Allgemeinverfügungen der Bayerischen Staatsregierung. Im ganzen südlichen Oberbayern. „Die Ausgangsbeschränkungen haben eine hohe Akzeptanz“, sagt Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, „und werden von den allermeisten vorbildlich beachtet.“ Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen macht keine Ausnahme – mit Ausnahmen.

Coronavirus: Infos aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt‘s im Ticker

Ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Bad Kohlgrub informierte am Samstag die Beamten der Inspektion Murnau: Im Kellergeschoss soll eine Frau trotz der Verbote einen Hundesalon betreiben. Sie zeigte sich geständig und muss nun mit einer Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz rechnen. Diese sowie eine weitere wegen Hausfriedensbruchs blüht elf Männern im Alter zwischen 20 und 33 Jahren. Sie waren am Sportplatz der Mittelschule Murnau über die gesperrten Tore geklettert, um auf der Anlage Fußball zu spielen. „Wir waren der böse Schiedsrichter“, sagt Stefan Sonntag, Sprecher des Präsidiums.

Sein Fazit fällt trotzdem positiv aus. „Es ist sehr ruhig gewesen.“ Das schlechte Wetter spielte dabei eine wichtige Rolle. „Das hat geholfen.“ Schon jetzt blickt er auf sonnigere Tage, an denen der Ausflugsverkehr wieder anrollen könnte. Ein Spaziergang in der Natur – kein Problem. Wenn es nur einzelne Besucher sind. Ansonsten „müssen wir ein Auge drauf haben, dass nicht alle auf einen Parkplatz kommen“. Oder sich eine Vielzahl an irgendwelchen Hotspots begegnet. Ab Montag rechnet der Sprecher damit, dass wieder mehr Leute unterwegs sein werden. Weil sie zur Arbeit müssen. Der Rest solle sich unbedingt weiter an die Regeln halten. „Es muss in die Köpfe rein“, sagt er, „dass jeder dazu beitragen kann, dass weniger Menschen sterben.“

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Grenzübergang bei Griesen weiter zu 

Ein Foto kursierte durch die sozialen Netzwerke, sorgte für Unverständnis. Die Hinweisanlage am Grenzübergang Griesen zeigte am Samstag an, dass dieser nur zwischen 20 und 6 Uhr für den Verkehr dicht ist. Dabei sollte er komplett geschlossen sein. Das war er auch, der Hinweis wurde wieder ausgetauscht, die Beamten der Grenzpolizeiinspektion Murnau kontrollierten die Sperrung.

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Die Idee, den Übergang tagsüber für Berufspendler zu öffnen, gibt es aber. Zumindest würde die Bundespolizeidirektion Rosenheim das gerne ermöglichen, sagt Sprecher Rainer Scharf. Allerdings hängt dies von den Österreichern ab. Manfred Dummer, Pressestellenleiter der Landespolizeidirektion Innsbruck, aber betont, dass der Übergang zwischen Griesen und Ehrwald laut Verordnung des Innenministeriums aktuell nicht geöffnet sein darf. „Solange keine anderen Anweisungen kommen, bleibt das so.“ Über das von deutscher Seite anvisierte Vorhaben würden aber im Hintergrund Gespräche laufen.

Bei Fragen

zur Ausgangsbeschränkung sowie zu Veranstaltungsverboten et cetera soll nicht der Polizeinotruf 110 gewählt oder die örtliche Polizeiinspektion angerufen werden. Informationen gibt’s im Internet unter
www.corona-katastrophenschut.bayern.de.

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