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Das ausgezeichnete Team: (v. l.) Bernhard Osterroth, Gitta Wünsch, Natascha Kühne, Tessy Lödermann, Eva Ostermann, Svetlana Berndt, Samira Erbasi und Rebecca Isenberg-Färber.

Geldsegen für den nächsten Neubau

Auszeichnung fürs Tierheim: Umweltminister erkennt vorbildliche Arbeit an

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Vorbildlich – dieses Wort fällt häufig in Verbindung mit dem Garmisch-Partenkirchner Tierheim. Deshalb hat Landrat Anton Speer die Einrichtung auch für den Bayerischen Tierschutzpreis vorgeschlagen. Mit Erfolg. Die Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert.

Garmisch-Partenkirchen – Es ist eine Erfolgsgeschichte. Eine, die 1999 ihren Anfang nahm und seitdem beständig fortgeschrieben wird. Dafür hat nun Umweltminister Marcel Huber (CSU) den Bayerischen Tierschutzpreis an Tessy Lödermann überreicht. Die Garmisch-Partenkirchnerin ist der Kopf des Erfolgs, zu dem aber „etliche andere sehr viel beitragen“. Deshalb nahm die Vorsitzende des Tierschutzvereins des Landkreises die Bronze-Eule und die damit verbundenen 20 000 Euro auch nicht allein entgegen. „Das ist doch eine Anerkennung für unser ganzes Team“, betont sie. Somit mietete sie einen Kleinbus, packte ihre Mannschaft mit einer Ausnahme – „Bernhard Osterroth hat Stallwache gehalten“ – ein und fuhr mit ihr am Donnerstagabend nach München in die Residenz.

Große Ehre: Umweltminister Marcel Huber überreicht Tessy Lödermann den Bayerischen Tierschutzpreis.

„Aus einem baufälligen Tierheim hat die jetzige Vorstandschaft mit großem Engagement und stetigen Verbesserungen das ,Vorzeige-Tierheim‘ Werdenfels geschaffen“, hob Huber bei der Preisverleihung hervor. Die Einrichtung sei mittlerweile eine Begegnungsstätte für Tierfreunde, in der Besuchergruppen Informationen erhalten, Flohmärkte oder Ausstellungen stattfinden. Dazu kommt, dass „der Verein hervorragende Öffentlichkeitsarbeit leistet und damit zur medialen Präsenz des Tierschutzes beiträgt“. Worte, die Lödermann und ihre haupt- sowie ehrenamtlichen Mitarbeiter als „Anerkennung von oben“ für ihr Wirken empfinden.

Besonders freut sie, dass die Anregung dafür von Landrat Anton Speer (Freie Wähler) stammt. „Das zeigt auch, welchen Stellenwert wir im Landkreis haben“, unterstreicht Lödermann. Speer konnte zwar in München nicht mit dabei sein, schickte aber Dr. Ellen Baum, Leiterin des Veterinäramts, als Vertretung mit. In seinem Schreiben ans Umweltministerium wies der Landrat auf die Vorbildfunktion des Tierschutzvereins hin, der unter Lödermanns Ägide aus der finanziellen Schieflage kam und von gut 300 auf 1100 Mitglieder angewachsen ist. Und das Tierheim in eine hervorragende Einrichtung verwandelt hat. „Mit dem Neubau sind wir auch neue Wege gegangen“, bestätigt Lödermann. In der Schmalenau in Garmisch-Partenkirchen gibt es keine Zwinger oder Käfige. Vögel und Kleintiere können sich frei bewegen. Hunde und Katzen leben in wohnlichen Zimmern mit Zugang zum jeweiligen Freigelände. „Unser Konzept wurde mittlerweile schon mehrfach nachgebaut“, sagt Lödermann stolz.

Seit 2000 hat der Verein über 3,5 Millionen Euro in sein Tierheim gesteckt. Das Geld, das mit dem Tierschutzpreis verbunden ist, fließt ebenfalls in ein Bauvorhaben. „Wir brauchen dringend mehr Quarantäneplätze, gerade wegen der illegalen Welpen-Transporte.“ Daher wird 2019 das alte Katzenhaus, das aktuell als Lagerfläche dient, abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Beschlossene Sache ist außerdem, welchen Ehrenplatz die Bronze-Eule bekommt. In einer Vitrine mit anderen Auszeichnungen – darunter der Bayerische Tierschutzpreis 2008 für die Rettung von 109 Ponys und Pferden – im Multifunktionsraum. „Dann steht sie gegenüber der Wildvogel-Voliere“, sagt Lödermann. „In der landen manchmal auch echte Eulen zur Pflege.“

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