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Jetzt hat auch in Bayern eine Wildtierkamera einen Bären fotografiert. 

Freistaat trifft Vorbereitungen

Bär in Bayern entdeckt: Wildtierkamera knipst „scheues“ Tier  - Experten suchen nach Spuren

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Ein Braunbär ist an der Grenze zu Bayern in eine Fotofalle getappt. Jetzt wurde das Tier auch im Freistaat geknipst - bei Garmisch-Partenkirchen.

Update vom 25. Oktober, 9.30 Uhr: Als 2006 Braunbär Bruno in Bayern umherstreifte, war die Unsicherheit immens. Mit der Sichtung eines Bären in den Ammergauer Alpen lebt die Erinnerung daran wieder auf. Ein Jäger blickt zurück und gibt seine Einschätzung zu den aktuellen Vorkommnissen.

In unserem neuen News-Ticker halten wir Sie über die Reise des Bären auf dem Laufenden.

Bär in Bayern entdeckt: Wildtierkamera knipst „scheues“ Tier  - Experten suchen nach Spuren

Update vom 24. Oktober, 10.35 Uhr: Nach der Sichtung des Braunbären suchen Experten nun nach weiteren Spuren. Aus Kot und Fellresten soll genetisches Material gewonnen werden, um das Geschlecht und die Herkunft des Tieres bestimmen zu können, wie eine Sprecherin des bayerischen Landesamtes für Umwelt erklärte. Bis jetzt wird vermutet, dawss es sich um einen männlichen Bären handelt, der aus dem italienischen Trentino nach Bayern kam.

Update vom 23. Oktober, 19.03 Uhr:  Seinen Artgenossen hat Bruno keinen Gefallen getan. Davon ist Tessy Lödermann überzeugt. Durch sein aggressives Verhalten, seine nicht vorhandene Scheu vor Menschen „war er vollkommen kontraproduktiv“ für den Ruf der Bären. Nun setzt die die Vorsitzende des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen auf Brunos Nachfolger im Landkreis, der in der Nacht auf Mittwoch von einer Wildkamera aufgenommen wurde. „Ich hoffe, dass durch diesen Bären wieder mehr Sympathie für dieses wunderbare Tier entsteht.“ Zumal er sich in ihren Augen genau so verhält, wie sich ein Bär verhalten sollte: Er richtet keine Schäden an, hält sich von Menschen fern. 

Tatsächlich hat den Besucher bislang noch niemand mit eigenen Augen gesehen. Aus gesicherter Quelle entstanden die ersten Aufnahmen in der Region bei Schloss Linderhof, auf Ettaler Gemeindeflur. Lödermanns eindringliche Botschaft: „Ruhe bewahren und abwarten.“ Leider gelingt das bei diesem Thema selten. Sobald das Wort „Bär“ oder „Wolf“ fällt, „brechen gleich Riesendiskussionen los“. 

Gut erinnert sich Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, an die „absolut üble Hysterie“, die bei Bruno ausgebrochen ist. Schon damals sprach er sich gegen den Abschuss aus. Vorsorglich wiederholt er seine Meinung über 13 Jahre später: „Man darf den Bären nicht gleich mit Milizen begrüßen. Man soll ihn leben lassen.“ 

Ähnlich äußert sich Christian Neuner aus Mittenwald. „Angeblich ist der Bär ja unauffällig“, sagt der Kassier des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO). Falls sich diese Einschätzung bewahrheitet, „dann soll er halt leben“. Doch eine Bedingung stellt der „Hackl“: „Der Bär sollte einen großen Bogen um Leute, Häuser und Nutztiere machen.“ Während Neuner in dieser Angelegenheit relativ gelassen ist, sieht das bei einem anderen Raubtier völlig anders aus. „Am allerschlimmsten wäre ein Wolfsrudel, das wäre eine Katastrophe für unsere Nutztiere.“ 

Sat1-Video: Bär in Bayern

Auf der Landräte-Tagung, die derzeit in Passau läuft, hat Landrat Anton Speer gestern vom Auftauchen des Bären im Landkreis erfahren. Der Unterammergauer reagierte auf die Meldung ohne große Emotionen: „Wenn es der gleiche ist, der vor einigen Tagen im Balderschwanger Tal und bei Reutte auf Wildkameras gesichtet worden ist, dann soll es sich ja um ein sehr scheues Tier handeln.“ Man solle, sagt Speer, die ganze Angelegenheit nicht dramatisieren und damit vernünftig und besonnen umgehen. „Panikmache“ bringe nichts, so der Landrat. 

Bär in Bayern gesichtet - Warnung vor „Panikmache“

Vor ein paar Tagen sei in Garmisch-Partenkirchen das Gerücht entstanden, dass ein Bär ein paar Schafe gerissen haben soll. „An der Sache war aber absolut nichts dran“, wie Josef Glatz, der Erste Vorsitzende des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, gegenüber Landrat Speer bestätigt hat. Im Raum Linderhof-Graswang sind – wie woanders im Landkreis auch – aktuell von Jägern eine Reihe von Wildkameras angebracht worden. Damit will man aber in erster Linie Wildschweinen auf die Spur kommen, die immer wieder für Schäden an der Bodenvegetation in den Wäldern sorgen. Tierschützerin Tessy Lödermann glaubt im übrigen, dass der Braunbär nicht lange bleiben wird. Denn vermutlich suche er eine Frau. „Und die wird er im Landkreis nicht finden.“

Bär in Bayern gesichtet: Wildtierkamera knipst „scheues“ Tier 

Update vom 23. Oktober, 16.54 Uhr: Wie das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt aus gesicherter Quelle erfuhr, ist der Bär im Bereich Linderhof (Gemeindegebiet Ettal/Landkreis Garmisch-Partenkirchen) fotografiert worden. In der Nähe befindet sich "die königliche Villa" Schloss Linderhof des bayerischen Königs Ludwig II.

Bär in Bayern: Tier in der Nähe von Schloss Linderhof gesichtet

Update vom 23. Oktober, 16.20 Uhr: Jetzt ist es so weit: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat eine Wildtierkamera einen Bären im Landkreis Garmisch-Partenkirchen geknipst. Darüber berichtet das Bayerische Landesamt für Umwelt in einer Pressemitteilung.

Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Wildtierkamera knipst Bär in Bayern

Bereits seit Juni dieses Jahres und zuletzt Anfang Oktober wurde in Tirol ein Bär nachgewiesen. Im Balderschwanger Tal fotografierte kürzlich eine Touristin den Kot des Tieres. Laut des Landesamts für Umwelt ist es möglich, dass der aktuelle Fotonachweis die Wanderbewegungen des gleichen Tieres dokumentiert. 

„Der Bär verhält sich nach wie vor sehr scheu und unauffällig“, erläuterte die Behörde. „Bayern ist mit einem Managementplan auf diese Situation vorbereitet.“

Bär in den Alpen gesichtet - auf dem Weg nach Bayern?

Update vom 18. Oktober, 15.15 Uhr: Möglicherweise ist in den Alpen wieder ein Bär unterwegs. Es wäre die zweite Sichtung in dieser Gegend in diesem Jahr. 

Das jetzt gesichtete Tier soll nach Einschätzung von Experten ein Jungtier mit gutmütiger Erscheinung sein. Er verhalte sich „arttypisch scheu und unauffällig“, teilte das Landesamt für Umwelt mit. Möglicherweise stammt er aus dem Trentino. Die italienische Alpenregion liegt etwa 120 Kilometer entfernt.

2006 streifte Braunbär Bruno durch Bayern - und wurde erschossen. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern rief jetzt zur Besonnenheit auf. „Der Braunbär verhält sich absolut unauffällig, er ist praktisch ein Vorbild-Bär“, sagte der LBV-Landesfachbeauftragte Andreas von Lindeiner.

Bär in den Alpen? Foto einer Touristin gibt Hinweis

Update vom 18. Oktober, 13.30 Uhr: In den bayerischen Alpen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder ein Bär unterwegs. Eine Touristin habe am 1. Oktober ein Foto aufgenommen, auf dem Kotspuren eines Bären zu sehen sein. Das teilte das bayerische Umweltministerium mit. 

„Möglicherweise handelt es sich um das Tier, das bereits am 9. Oktober in Tirol nachgewiesen wurde“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums weiter. Bisher gibt es trotzdem keine Hinweise, dass sich der Bär nach wie vor in Bayern aufhalte. 

Bär in Bayern? Freistaat trifft Vorbereitungen

Die zuständigen Behörden im Freistaat haben trotzdem Vorbereitungen getroffen. Wanderer sowie die Bevölkerung sollen keine Essensreste in freier Wildbahn hinterlassen. Falls man direkt auf den Bären treffe, sei Abstand zu halten. „Unser Netzwerk Große Beutegreifer ist informiert und sammelt alle Erkenntnisse vor Ort“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

Bär streift durch Tirol - Almwirte in Bayern schlagen Alarm

Update von 16.23 Uhr: Vor einigen Tagen erwischte eine Wildfotofalle einen Braunbären in Tirol - in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Bayern, unweit von Garmisch-Partenkirchen. Die Almwirte in der Region schlagen bereits Alarm. Ein Sprecher fordert den sofortigen Abschuss (siehe ursprünglichen Artikel weiter unten). Nun stellt ein Experte klar: Der Bär könnte längst in Bayern angekommen sein.

Der zuständige Bezirksjägermeister aus Reutte (Österreich), Arnold Klotz, sagte am Montag: „Man kann den Weg des Bären nie vorhersehen, er kennt keine Landesgrenzen.“ Er könne also auch schon durch Bayern streifen, gesehen wurde er seitdem jedoch nicht. Der Plansee in Tirol ist nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze im Landkreis Garmisch-Partenkirchen entfernt.

Dem Bayerischen Landesamt für Umwelt liegen keine Informationen dazu vor, dass der Bär sich in Bayern aufhält, wie ein Sprecher sagte.

Bär in der Nähe Bayerns gesichtet: Wildfotofalle schoss ein Bild

Ursprünglicher Artikel von 08.33 Uhr: Reutte – Um 23.17 Uhr machte am vergangenen Dienstag eine Wildfotofalle ein besonderes Bild: Es zeigt einen Braunbären auf seinem Streifzug durch den Tiroler Wald, nur wenige Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt. 

Es ist bereits die zweite Bären-Sichtung in der Region Außerfern in diesem Jahr. Erst im Juni war ein Bär von einer Wildkamera im Klausenwald bei Reutte aufgenommen worden.

„Es ist anzunehmen, dass es sich um dasselbe Tier handelt“, sagt der Reutter Bezirksjägermeister Arnold Klotz. Dass sich zwei Bären in der Region aufhielten, das sei doch sehr unwahrscheinlich.

Bär an Grenze zu Bayern bei Garmisch-Partenkirchen: Wie gefährlich ist er?

Wie gefährlich dieser Bär ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. „Das Tier ist sehr unauffällig und scheu“, sagt Klotz. „Von ihm geht keine Gefahr aus.“ Die Stelle, an der der Bär fotografiert wurde, werde von Menschen kaum frequentiert.

Auch für die Bauern der Gegend gibt Klotz Entwarnung: „Bisher hat der Bär in der Region nur einen Hirsch gerissen“, sagt Klotz. Weidetiere hingegen seien nicht getötet worden. „Es ist auch nicht anzunehmen, dass er das tut.“

Anders sieht das der Tiroler Landwirt und Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer, Christian Angerer. „Diese Nähe ist besorgniserregend“, sagte er der „Tiroler Tageszeitung“. „Unser Vieh ist zwar von den Almen zurück, aber noch nicht in den Ställen und steht überall im Reuttener Talkessel auf den Heimweideflächen. Der Bär hätte einen gedeckten Tisch.“

Bär an Grenze zu Bayern bei Garmisch-Partenkirchen: Gefahr für die Almwirtschaft?

Auch jenseits der Grenze in Bayern ist die Sorge über den nahen Bären groß. „Der Wolf und der Bär gefährden hochgradig die Almwirtschaft“, sagte Georg Mair, Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, beim Almbauerntag in Mittenwald. „Eine Entnahme muss unverzüglich passieren.“

Ähnlich äußerte sich Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU): „Wir sollten anerkennen, dass Bären und Wölfe im Alpenraum leider keine Daseinsberechtigung mehr haben.“

Für Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist vor allem der Wolf das Problem. „In unseren Gebieten passen Wolf und Weide nicht zusammen“, sagt Aiwanger. „Mechanisch kann eine Weide nicht geschützt werden. Wenn ein Wolf einer Viehweide gefährlich wird, muss er entnommen werden.“

GAP-Bauern befürchten Schlimmes - in Tirol haben Bären schon Schafe getötet

In Bayern, vor allem aber in Österreich sind 2019 mehrere Schafe durch Bären und Wölfe getötet worden. Im Mai hat ein Wolf im Landkreis Augsburg ein Lamm gerissen. Im Juni war ein Bär im Pitztal in eine eingezäunte Weide eingedrungen und hatte drei Schafe getötet. Ob es sich bei diesem Bären um das Tier handelt, das nun nahe der bayerischen Grenze unterwegs ist, ist unklar.

Im Juli wurden im Almgebiet des Sellraintals 20 Schafe gerissen. Diese gehen auf das Konto eines oder mehrerer Wölfe. Im selben Monat entdeckte ein Bauer im Pitztal acht tote Schafe auf seiner Hochalm. Möglicherweise war hierfür ein Bär verantwortlich. Für eine Analyse waren die Kadaver jedoch zu stark verwest.

Beatrice Ossberger

Auch interessant zum Thema. Unsere große Hintergrund-Story zu „Problem“-Bär Bruno: Zum zehnten Todestag: Wer erschoss Bruno?

Ein Autofahrer meldete der Polizei Zwiesel, dass er an der Bundesstraße 11 einen Tiger gesehen habe. Die Polizei hat jedoch eine ganz andere Theorie zum Tiger im Bayerischen Wald.

Für eine schöne Szene sorgten ein Biber und ein junger Deggendorfer. Sie schleppten gemeinsam einen Ast, der für den Biber allein zu schwer gewesen wäre. 

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