+
Mit einer Spritzbetonschale wird der südliche Hang an der B 23 bei Grainau versehen. Die Vorarbeiten dafür laufen bereits.

Wasser für die Hangquellmoore

Bau des Kramertunnels: Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache

  • schließen

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Das Staatliche Bauamt bereitet die Ausschreibung für den Weiterbau des Kramertunnels vor, Mitte 2019 soll der Auftrag vergeben werden. Schon jetzt laufen Vorarbeiten. Neben den beiden Loisachbrücken werden die Leitungen zur Bewässerung der Hangquellmoore verlegt.

Garmisch-Partenkirchen/Grainau – Es tut sich was am Kramertunnel. Endlich. Nach gut fünf Jahren Stillstand wird wieder gearbeitet, um die Garmischer Ortsumfahrung voranzutreiben. Zur Freude der Bürgerinitiative „2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“. Diese Nachricht hat den Mitgliedern neuen Mut gegeben. Und sie motiviert, „mit Hochdruck“, wie Hans Sedlmaier, einer der Sprecher, betont, weiterzukämpfen. „Positiv“ nennt Nadine Heiß, die für die Straßen im Landkreis zuständige Abteilungsleiterin am Staatlichen Bauamt Weilheim, das Engagement. „Es ist immer schön, wenn wir wissen, dass die Menschen hinter den Maßnahmen stehen.“

Der Weiterbau des Kramertunnels ist das erste Großprojekt, das die 42-Jährige an ihrem neuen Wirkungskreis begleitet. Seit Juli ist sie im Amt und seither in die Planung involviert. „Wir haben an beiden Loisachbrücken mit dem Bau begonnen.“ Aktuell werden die so genannten Widerlager, also die Bauteile, die den Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm herstellen, errichtet. Vor allem das erste, wenn man von Garmisch-Partenkirchen Richtung Grainau kommt, stellt angesichts enger Platzverhältnisse eine gewisse Herausforderung dar. „In dem Bereich müssen wir sehr dicht an die Loisach“, sagt Heiß. Daher wird im Fahrbahnbereich gebaut, weshalb der Verkehr nur einspurig fließen kann. Bis Ende des Jahres sollte dieser Teil der Arbeiten aber erledigt sein. Insgesamt kalkulieren die Mitarbeiter der Weilheimer Behörde zwei Jahre Bauzeit und 9,3 Millionen Euro für die beiden Brücken ein. Stehen diese, wird die Behelfsbrücke entfernt.

Sperrung wegen Arbeiten

Die Leitungen, um beim Weiterbau die Hangquellmoore zu bewässern, werden im Bereich Pflegersee verlegt.

Parallel zu den Arbeiten an der B 23 werden die Leitungen verlegt, um die hochwertigen Hangquellmoore künstlich zu bewässern. Diese verlaufen vom Lahnewiesgraben über die Pflegerseestraße, wo momentan gegraben wird, bis oberhalb des Schmölzer Sees. Um den Zugang zum Gasthof Pflegersee möglichst wenig zu stören, „wird voraussichtlich noch bis Ende Oktober zwischen 19 und 8 Uhr gearbeitet“, sagt Heiß. Dann ist die Straße vom Parkplatz Schmölzer See bis zum Pflegersee voll gesperrt. „Aufgrund der schmalen Fahrbahnbreite ist das nicht zu vermeiden, da die Baugeräte die gesamte Fahrbahnbreite in Anspruch nehmen.“

Über ein Verteilersystem, für das rund eine Million Euro ausgegeben werden, erfolgt während des Weiterbaus die Bewässerung der Quellen. Zu Erinnerung: Massiver Wassereintritt im Erkundungsstollen hatte 2013 dazu geführt, dass die Bauarbeiten im mit Lockergestein gefüllten Bergsturzbereich eingestellt wurden. Um jetzt weiterzumachen, muss der Wasserspiegel abgesenkt werden, während die betroffene Stelle druckdicht ausgebaut wird. Zu Vermeidung weiterer Umweltschäden – drei Quellen sind unwiederbringlich trocken gefallen –, wird nun künstlich bewässert. „Wir gehen davon aus, dass sich daraus auch keine Probleme für den Schmölzer See ergeben“, betont Werner Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau am Staatlichen Bauamt. Der werde schließlich ebenfalls aus dem Lahnewiesgraben mitversorgt.

Hüntelmann, Heiß und Kollegen bleiben derweil nicht untätig,. „Wir bereiten die Ausschreibung vor, Ende Herbst wollen wir auf die Vergabe-Plattform“, kündigt die Abteilungsleiterin an. Liegen die Angebote vor, werden Bund und Land in die Entscheidung eingebunden. „Mitte 2019 rechnen wir mit der Auftragsvergabe“, sagt Hüntelmann. Für den kommenden Herbst setzt er die Vorbereitungen an, der eigentliche Bau – am Erkundungs- und am Hauptstollen wird parallel gearbeitet – beginnt 2020. Ihm ist klar, dass dieser Zeitplan äußerst ehrgeizig ist, „aber wir sind sehr optimistisch“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bad Kohlgrub: Kind (10) wird auf Schul-Heimweg von unbekanntem Mann angesprochen
Gut reagiert hat ein Bub auf seinem Heimweg. Auf diesem wurde er von einem Mann in einem Auto angesprochen. Der Schüler informierte zuhause sofort seine Mutter.
Bad Kohlgrub: Kind (10) wird auf Schul-Heimweg von unbekanntem Mann angesprochen
Arbeiten im Farchanter Tunnel: Röhren wechselseitig gesperrt
Es ist wieder soweit: Im Farchanter Tunnel stehen wieder Reinigungsarbeiten an. Das wirkt sich auf den Verkehrsführung aus.
Arbeiten im Farchanter Tunnel: Röhren wechselseitig gesperrt
Zum Schutz der Kinder: Nach langer Suche gibt‘s in Bad Kohlgrub nun Schulweghelfer
Das war eine schwere Geburt: Jahrelang wurde vergeblich nach Freiwilligen gesucht, die sich als Schulweghelfer engagieren. Durch den Einsatz von zwei Frauen gibt es nun …
Zum Schutz der Kinder: Nach langer Suche gibt‘s in Bad Kohlgrub nun Schulweghelfer
Seidl-Ausstellung im Schloßmuseum: Murnaus Jahrhundertarchitekt
Murnau lässt heuer mit einer Vielzahl an Veranstaltungen und Aktionen Emanuel von Seidl hochleben. Der Höhepunkt ist eine Sonderausstellung im Schloßmuseum, die im …
Seidl-Ausstellung im Schloßmuseum: Murnaus Jahrhundertarchitekt

Kommentare