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Baubeginn am Bahnhofsareal: Die Arbeiten für das Hostel an der Lagerhausstraße sind bereits in Gang.

Bauarbeiten für Hostel am Bahnhof haben begonnen

Investor Hummel geht volles Risiko

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Noch gilt er, der Bebauungsplan 112 für das Bahnhofsareal. Deshalb hat Investor Franz Hummel auch schon mit dem Bau des Hostels an der Lagerhausstraße begonnen. Auf seine Verantwortung. Denn die Normenkontrollklage der Phoenix AG gegen den Bebauungsplan läuft.

Garmisch-Partenkirchen – Franz Hummel geht Risiko. Volles Risiko. „Wir müssen ja auch mal loslegen“, meint der Unternehmer. Deshalb steht inzwischen der Kran für den Bau des Hostels an der Lagerhaushausstraße. Kommende Woche wird ein zweiter angeliefert, um rasch das Haus für Mitarbeiter des Klinikums zu errichten. „Die Baugenehmigungen liegen vor“, sagt Hummel. Und der Bebauungsplan 112 für das Bahnhofsareal westlich der Lagerhausstraße und am Wannerweg ist rechtsgültig. Noch.

Denn genau den ficht die Phönix Vermögensverwaltungs AG an, der das Nachbargrundstück am Bahnhof gehört. Dieses ist Teil des neuen Sondergebiets Tourismus. Mit einer Normenkontrollklage gegen die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen soll der Bebauungsplan noch einmal unter die Lupe genommen werden. Ein Verfahren, das dauert. Deshalb hat Johannes Mohr, der Rechtsanwalt der Phoenix AG, noch einen Eilantrag draufgesetzt. „Damit soll der Bebauungsplan vorläufig außer Vollzug gesetzt werden.“ Darüber ist ebenfalls bisher nicht entschieden. „Noch laufen die Äußerungsfristen“, erklärt Christina Schnölzer, Sprecherin des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs in München. Erst wenn alle Stellungnahmen vorliegen, werde entschieden. Wann es so weit ist, vermag sie nicht zu sagen.

Was der Phoenix AG sauer aufstößt, hatte sie im August 2016 bei der Verabschiedung des Plans im Bauausschuss kundgetan. Ihr Grundstück werde erheblich im Wert gemindert, hatte Mohr damals erklärt. Denn zum einen gehört das Areal nun zum Sondergebiet Tourismus, wodurch die Nutzungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt werden. Zum anderen sind laut Bebauungsplan die Abstandsflächen reduziert. Im Sitzungsprotokoll wird er zudem folgendermaßen zitiert: „Die Planung sei willkürlich und gehe überwiegend beziehungsweise ausschließlich zulasten der Phoenix AG.“

Der massive Gegenwind von den Nachbarn, in deren Haus neben dem Sausalitos auch eine Tabledance-Bar, weitere Gastronomie und eine Spielhalle untergebracht sind, hat längst auch Hummel erreicht. Deshalb hatte der Investor sich bereits im Dezember von der Idee verabschiedet, auf dieser Bahnhofsseite eine Kletterhalle zu bauen. Die soll nun an der Olympiastraße entstehen. „Das begrüßen wir“, bekräftigt Mohr. Allein im Bebauungsplan habe sich diese Änderung noch nicht widergespiegelt. Deshalb bleibt es auch bei den Schritten, die er namens der Phoenix AG eingeleitet hat. „Wir haben nichts gegen Herrn Hummel und auch nichts gegen eine Bebauung des Areals“, betont der Rechtsanwalt von der Kanzlei Labbé & Partner in München. Entscheidend für ihn und seine Mandantin ist, „dass auf die Belange unseres Grundstücks Rücksicht genommen wird“. Egal, ob das per Gericht entschieden werden muss oder durch eine Änderung des Bebauungsplans erreicht wird. „Uns geht’s allein um das Ergebnis“, sagt Mohr.

Worte, die eine gütliche Einigung nicht ausschließen. Genau daran liegt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „Dann würde das Ganze nicht ewig verzögert.“ Ehe aber vonseiten der Gemeinde ein Änderungsverfahren eingeleitet wird, „müssen uns die Ziele der gegnerischen Partei vorliegen“. Noch habe sie nichts auf dem Tisch.

Somit gilt weiterhin das Papier, das im August 2016 abgesegnet wurde. Und ebenso die Genehmigungen, die Hummel vorliegen. Auch wenn Mohr dagegen ebenfalls rechtliche Schritte eingeleitet hat. Nachdem Hummel von dem anhängigen Verfahren weiß, „trägt er das Risiko, wenn er jetzt schon anfängt“, sagt Meierhofer. Dem sieht der Unternehmer „gelassen“ entgegen. „Dann können wir’s eben nicht im vorgesehenen Tempo umsetzen.“ An der Lagerhausstraße legt er trotzdem los. Das Hostel, das vom Deutschen Jugendherbergswerk betrieben wird, soll schließlich im Herbst 2018 eröffnen.

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