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Auf der Freilichtbühne am Wank wird eifrig geprobt.

Freilicht-Inszenierung zum 125-Jährigen des Bauerntheaters Partenkirchen

Perfekte Kulisse für „Die Trutzige“ am Wank

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Auf der Alm herrscht Frieden, drunt im Tal frisst der neidige Wurm – die perfekte Kulisse für diese Komödie hat das Partenkirchner Bauerntheater am Wank gefunden. Zum 125-jährigen Bestehen bringt Regisseur Helmut Schorlemmer mit dem Ensemble „Die Trutzige“ auf die Bühne.

Garmisch-Partenkirchen – Der Blick aufs Wettersteinmassiv, der motiviert Helmut Schorlemmer. Auch wenn’s mal regnet, wie schon einige Male bei den Proben. „Wenn das Abendrot die Gipfel färbt, dann ist’s wie Heimkommen“, sagt der Regisseur. Den Blick, der ihn auch heute noch so fasziniert, hatte er von seinem Garmisch-Partenkirchner Kinderzimmer aus. Und allein dafür kehrt der 62-Jährige immer gern aus München zurück ins Werdenfelser Land. Noch lieber ist ihm freilich, wenn seine Abstecher auch noch mit Theater zu tun haben.

Deshalb sagte er sofort zu, als Peter Maurer ihn fragte, ob er das Jubiläumsstück inszenieren wolle. „Dann haben wir erst einmal einen passenden Stoff gesucht“, erinnert sich Schorlemmer schmunzelnd. Klar war, dass es etwas ganz Besonderes sein sollte, mit dem das Partenkirchner Bauerntheater sein 125-jähriges Bestehen feiert. Logisch außerdem, dass es galt, möglichst viele Darsteller einzubinden. Vorgaben, die perfekt zu Geschichten von Ludwig Anzengruber passen, von dem im Rahmen des Kultursommers 2006 „Der Meineidbauer“ am Kramerplateau zu sehen war. Nicht davon, sondern von der „Lokalbahn Partenkirchen-Garmisch“, die er im Jahr zuvor im Rassen und rund um den Kirchplatz inszeniert hatte, kennt Schorlemmer die meisten Akteure des Partenkirchner Ensembles. Und er weiß, was er an ihnen hat. „Ganz wunderbar“ nennt er die Darsteller, mit denen er jetzt Anzengrubers „Trutzige“ (Premiere am Freitag, 14. Juli, um 20 Uhr) auf die Freilicht-Bühne am Wank bringt. „Gerade die älteren Kollegen haben eine Ausstrahlung, da erzählt sich viel ohne Worte.“

Noch regnet’s an diesem Probenabend. Leicht. Nur Lisbeth Frischmann, die seit 67 Jahren Theater spielt, hat ihren Schirm aufgespannt. Derweil studiert Sepp Hellweger, der als Wegmacher Martl der Trutzigen endlich einmal richtig Paroli bieten soll, noch sein Textbuch. Gelb markiert ist alles, was er sich einprägen muss. Und das ist viel. „Aber wenn ich’s jetzt noch nicht kann, ist’s eh zu spät“, sagt Hellweger und lacht. Das Textbuch fliegt zur Seite, und er zündet sich lieber eine Zigarette an. Konzentration ist angesagt, schließlich will Schorlemmer einen Durchlauf proben.

Hinterm Wank spitzt ein Regenbogen hervor. „Ein gutes Omen“, meint der Regisseur. Und los geht’s. Der Platz oberhalb des Gasthofs Panorama, auf dem beim Kultursommer 2013 „Der Wildschütz Jennerwein“ sein Unwesen trieb, eignet sich perfekt für die Geschichte der Trutzigen. Quasi eine bayerische Version von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Widerspenstig ist sie tatsächlich die Stoaklopfer-Liesl (Brigitte Radu), die allein auf der Gundl-Am lebt. Das spüren fast alle, die ihr am Kirchta zu nahe kommen. Ihre scharfe Zunge richtet sich vor allem gegen die Bosheit der Menschen drunten im Tal.

Ihr Heim haben Georg „Wiggal“ Geyer und andere fachkundige Bühnenbauer nach Alexander Wanischs Entwurf dermaßen perfekt in die Landschaft integriert, dass man fast meinen könnte, die Hütte habe immer dort gestanden. Hat sie aber nicht. Genauso wenig wie der Tanzboden und der Ausschank – all das dient dazu, Liesls Geschichte, die bald auch zu der vom Martl wird, zu erzählen. „Der Stoff sucht sich seinen Ort“, betont Schorlemmer. Unten das Wirtshaus, in dessen Garten Kirchweih gefeiert wird, oben die Alm – die Idylle am Wank ist geradezu prädestiniert für dieses Stück. Dazu passt, dass sich der Zertinger Lois alias Franz Porer erst einmal setzen muss: „Weil’s halt gar a so steil von Antoni auwer geht.“

„Die Trutzige“

feiert am Freitag, 14. Juli, um 20 Uhr auf der Freilicht-Bühne am Gasthof Panorama Premiere. Dort besteht keine Parkmöglichkeit, weshalb Besucher ihre Fahrzeuge an der Wank-Talstation abstellen sollen. Weitere Vorstellungen stehen am 16., 21., 22., 28. und 30. Juli sowie am 4. August jeweils um 20 Uhr auf dem Spielplan. Karten für 20 Euro gibt’s bei GAP-Ticket und beim Kreisboten sowie ab 19 Uhr an der Abendkasse.

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