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Erste Arbeiten: Auf dem Areal des ehemaligen Bichlerhofs entsteht das Boutique-Hotel„Die Werdenfelserei“.

Boutique-Hotel für 13 Millionen Euro

Baustart für „Die Werdenfelserei“ 

Die Arbeiten für den Bau des neuen Boutique-Hotels auf dem Areal des Bichlerhofs haben begonnen. Dass das Dachgeschoss aus wirtschaftlichen Gründen nun voll ausgebaut wird, stieß vor allem beim CSB-Gemeinderat Florian Hilleprandt auf Kritik.

Garmisch-Partenkirchen – Urig. Gemütlich. Modern. So soll sie werden: „Die Werdenfelserei“. Auf dem Areal des ehemaligen Bichlerhofs – zwischen Kurpark, Loisach und der Alleestraße – sind die Bagger für das neue Boutique-Hotel, das die einheimische Familie Erhardt dort bauen will, angerollt. 51 Zimmer (inklusive acht Suiten), ein Spa samt Rundum-Dach-Terrasse, ein Tagungs-Bereich, ein Restaurant und eine Tiefgarage sollen auf dem Grundstück bis Dezember dieses Jahres für 13 Millionen Euro entstehen – läuft alles nach Plan. „Aktuell liegen wir gut in der Zeit“, sagt Monika Erhardt. Für sie, ihren Mann Franz und die Töchter Barbara und Katharina ist es der Beginn eines Abenteuers und die Erfüllung eines großen Traums.

Das Konzept ist alpin und „lässig“ 

Seit einigen Jahren führt das Ehepaar Erhardt bereits den Fiakerhof – ein Betrieb mit gehobenen Ferienwohnungen – im Ortsteil Partenkirchen. Dort schwebte den Hoteliers ein ähnliches Projekt vor. Im Bereich der Tiefgarage an der Badgasse wollten sie weitere Ferienwohnungen bauen. Aus diesem Vorhaben wurde nichts. Umso mehr begrüßte die Gemeinde die Idee, dass sich die Familie des alten Bichlerhofs annimmt und dort ein Hotel baut. Mit den vorgelegten Entwürfen des Architekten waren die Räte einverstanden. So besteht die Fassade der „Werdenfelserei“ ganz aus Holz. Auch bei der Inneneinrichtung spiegelt sich das Konzept wider, das alpin und „lässig“ ist, betont Erhardt. Eben nicht traditionell oder klassisch elegant.

Die Lobby lädt zum Beispiel nicht nur Hotelgäste zum Verweilen ein. Ein Ganztagesbistro mit großer Theke soll auch Einheimischen und Passanten während der Mittagspause – oder für einen Snack zwischendurch – zur Verfügung stehen. Auf der Karte stehen „Schmankerl“ – selbstverständlich regional und bio. Werdenfelserisch eben. „Wurzelwerk“ heißt aus diesem Grund auch das integrierte Restaurant. „Weil heimische Wurzeln, Beeren und Kräuter für die Speisen verwendet werden“, sagt Erhardt. Dafür Sorge tragen, dass die Menüs auf die Teller kommen, wird Johannes Wäger. Wie die Hotelbesitzer ist der Koch gebürtiger Garmisch-Partenkirchner. Bislang arbeitete er in der Luxus-Herberge „Die Überfahrt“ am Tegernsee (Landkreis Miesbach).

Kritik wurde nur beim Vollausbau des Dachgeschosses laut

All diese Ideen fanden auch bei den Garmisch-Partenkirchner Gemeinderäten große Zustimmung. Kritik wurde nur beim Vollausbau des Dachgeschosses laut. Dort soll der Wellness-Bereich entstehen. „So war das in der Ausschreibung nämlich nicht vorgesehen“, sagt Gemeinderat Florian Hilleprandt (CSB). Er hatte bereits im Vorfeld dafür plädiert, mit den Bauherren einen städtebaulichen Vertrag zu schließen, um unvorhergesehene Änderungen zu verhindern. Dieser Vorschlag wurde jedoch abgelehnt. Dass der Dachstuhl nun doch ausgebaut wird, hat wirtschaftliche Gründe, betont Erhardt. Dies wurde vom Projektleiter dringend empfohlen. Immerhin braucht es für den Spa-Bereich genügend Platz. „Die Rentabilität muss gewährleistet sein“, betont sie. Daran haben nicht nur die Familie und die Bank ein Interesse, sondern auch die Gemeinde. Hilleprandt akzeptiert „unter Druck“ dieses Entgegenkommen. Er betont aber: „Zu weiteren Zugeständnissen sind wir nicht mehr bereit.“

Die müssen der CSB-Vorsitzende und seine Parteikollegen auch nicht machen. Es sei auf jeden Fall beabsichtigt, „Die Werdenfelserei“ nach den von der Gemeinde abgesegneten Bauplänen fertigzustellen, sagt PR-Expertin Silvia Unger, deren Agentur die Familie in puncto Öffentlichkeitsarbeit betreut. Für die Erhardts gibt es bis zur Eröffnung im Dezember noch einiges zu tun. „Wir freuen uns sehr darauf“, sagt Monika Erhardt. „Es ist alles ganz schön spannend.“

Magdalena Kratzer

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