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Kernstück des Rathaus-Umbaus ist das neue Fluchttreppenhaus vom Erd- bis hinauf zum Dachgeschoss, das für den Fall eines Unglücks erforderlich ist. Dazu haben die Baufirmen einen gewaltigen Schacht in das historische Gebäude gezogen.

Umbau vor dem G7-Gipfel 2015

Rathaus Garmisch-Partenkirchen: Überall Baustellen

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Garmisch-Partenkirchen - Wer auf das Garmisch-Partenkirchner Rathaus blickt, kann nicht erahnen, wie es hinter den dicken Mauern aussieht. Dort besteht eine riesige Baustelle.

Draußen, vor dem Fenster der Bürgermeisterin, rufen sich Bauarbeiter lautstark knappe Kommandos zu. Gerade fährt ein Lastwagen dröhnend vor. Drinnen, in der Nähe ihres Büros, macht ein Bohrhammer Lärm, und vor der Tür des Vorzimmers von Dr. Sigrid Meierhofer erledigen Handwerker letzte Arbeiten an den neuen Zwischentüren. In dieser Kulisse erzählt sie von den Bauarbeiten im Garmisch-Partenkirchner Rathaus. Die laufen unter Hochdruck für die Firmen und für die Mitarbeiter der Verwaltung. Bis zum G7-Gipfel 2015 Anfang Juni muss das Vorhaben abgeschlossen sein: Dann soll das Rathaus als Lagezentrum für Freiwillige Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen dienen. Doch es geht gut voran. „Wir sind im Zeitplan“, betont Meierhofer.

Eindrücke vom Umbau des Rathauses

Bilder: So schaut's auf der Rathaus-Baustelle aus

Seit Dezember laufen die Arbeiten für den Brandschutz. Das größte Vorhaben: In das historische Bauwerk muss ein zusätzliches Fluchttreppenhaus integriert werden. Es soll vom Erdgeschoss, direkt neben dem Foyer, bis zur Galerie des Sitzungssaals reichen. Dafür haben etliche Beschäftigte ihre Büros aufgeben und in andere umziehen müssen. Bis Freitagabend, schildert Rathaussprecher Florian Nöbauer, sei der Rohbau für den neuen Fluchtweg fertiggestellt.

Das Rathaus stellt eine große Baustelle dar. Auch für Besucher. Umgeben von Abdeckplanen und auf Montagefilzen warten sie beispielsweise im Erdgeschoss, bis sie die Zimmer der Mitarbeiter betreten können.

Noch im Rohbau befinden sich der Sitzungssaal und die Galerie für die Zuhörer. Der Saal bekommt unter anderem eine neue Mikrofonanlage: Damit die Zuhörer die Beiträge bei Sitzungen des Gemeinderates besser hören können. Außerdem werden neue Toiletten ein- sowie Büros umgebaut. Zum Beispiel im Bauamt. Dort ist Meierhofer zufolge endlich eine Trennung zwischen den Abteilungen für Genehmigung und Aufsicht möglich.

Für das künftige Raumprogramm haben die Abteilungen Wünsche vorlegen können. „Darüber müssen wir jetzt diskutieren“, sagt die Bürgermeisterin und beschreibt einen der nächsten Schritte. Außerdem werden die Malerarbeiten vergeben – die gehören dann zu den letzten Projekten auf dem Weg zu einem sanierten Rathaus.

Rund 2,5 Millionen Euro soll der gesamte Umbau nach den Schätzungen der Planer kosten. In ersten überschlägigen Berechnungen war der Markt von 2 bis 2,3 Millionen ausgegangen. Mindestens 60 Prozent davon trägt der Freistaat. Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zugesagt – bis jetzt aber nur mündlich. Zwar hat die Gemeinde die Genehmigung für den vorzeitigen Baubeginn erhalten, ein Bescheid steht indes noch aus. „Wir halten den Kostenrahmen ein“, bekräftigt Meierhofer.

Und was noch wichtiger ist: Die Kommune bleibt wohl auch im Zeitplan. Mancher Rathaus-Mitarbeiter sehnt schon das Ende der belastenden Bauarbeiten herbei. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) vielleicht. An dessen Büro grenzen die Arbeiten direkt an. Die Folge: keine Wärmedämmung mehr. In seinem Büro ist es wie in jenen darüber und darunter bitterkalt. So surrt zum Baulärm dieser Tage mancherorts noch ein Heizlüfter, um etwas Wärme in die Zimmer zu bekommen.

Matthias Holzapfel

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