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Vollsperrung: Auf der Promenadestraße zwischen Marienplatz und Fürstenstraße geht nichts mehr. Grund sind Fräß- und Asphaltierungsarbeiten. Am morgigen Samstag, spätestens 12 Uhr, können Autos wieder durchfahren.

Neue Regelung für die Abfahrt

Ständig werden in Garmisch Verbote und Beschilderungen ignoriert: Das hat Konsequenzen

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Der Ortsteil Garmisch gleicht einem Labyrinth. Sperrungen zwingen Autofahrer zu teilweise langen Umwegen. Doch nicht jeder hält sich an Beschilderungen und Verbote. Jetzt reagieren die Verantwortlichen.

Garmisch-Partenkirchen – Bis hierher und nicht weiter. Jörg Bönisch sieht das Chaos am Marienplatz und stellt klar: Dafür übernimmt er keine Verantwortung. Es muss sich etwas ändern. Beinahe wäre am Vormittag ein Mann auf seinem Fahrrad an-, beinahe ein kleines Kind umgefahren worden. „Die Leute waren so aggressiv“, sagt der Farchanter. Er schüttelt noch immer den Kopf, wenn er an Mittwochfrüh und die Zustände zwischen Marienplatz und Fürstenstraße im Ortsteil Garmisch denkt.

Als Krönung ihrer „Irrfahrt“ durch Garmisch-Partenkirchen entdeckte Leserin Anja Baumgärtner aus Oberau diese Beschilderung an der Kinderklinik.

Mit seinem Unternehmen PUS ist er für die Verkehrssicherheit verantwortlich, sobald er entsprechende Beschilderungen anbringt – wie jene für das Straßenbauamt Weilheim, das derzeit im Bereich der Ortsdurchfahrt Garmisch die B 23 instand setzt. Dafür richtete Bönisch vor einigen Tagen unter anderem eine Fernverkehrsumleitung kurz nach dem Farchanter Tunnel ein. Nur Linienbusse und Anlieger durften nach rechts Richtung Garmisch abbiegen, die übrigen Auto- und Lkw-Fahrer wurden über Partenkirchen gelotst. „Doch plötzlich kam es zu einer wundersamen Vermehrung an Anliegern“ – und zum Chaos. Das beobachtete auch Fritz Egold vom Straßenbauamt, der das Projekt leitet.

Die Verantwortlichen reagierten. Nach einem kurzfristigen Ortstermin, an dem auch die Polizei teilnahm, änderte Bönisch die Beschilderung. Seit Mittwochnachmittag ist die Abfahrt Richtung Garmisch komplett gesperrt. Das wird sie ihm zufolge bis voraussichtlich 9. Mai auch bleiben. Eine andere Sperrung zumindest wird am Samstag, 5. Mai,  wieder aufgehoben. Denn das unvernünftige Verhalten vieler Autofahrer – Egold entdeckte vor allem einheimische Kennzeichen – ist nur ein Grund, weshalb nun jeder den Weg über Partenkirchen nutzen muss. Der andere sind die Arbeiten selbst. Und diese ziehen weitere Sperrungen und Behinderungen nach sich (siehe unten).

Neben der Ausfahrt Garmisch ist seit Mittwoch auch die B 23 zwischen Marienplatz und Fürstenstraße in beiden Richtungen dicht. Eine andere Variante wäre Egold zufolge während der Fräß- und Asphaltierungsarbeiten zu gefährlich beziehungsweise nicht möglich. Ab morgigen Samstag, spätestens 12 Uhr, ist dieser Bereich wieder geöffnet, bevor weitere Arbeiten am Marienplatz starten. Läuft alles nach Plan, kehrt zumindest im Ortsteil Garmisch zu Christi Himmelfahrt am 10. Mai wieder Ruhe ein. Ein Tag, den viele Geschäftsleute, Besucher und Anwohner herbeisehnen dürften. Einer aber sieht das Ganze entspannt.

Viele Anwohner sind genervt

Josef Ostler wohnt an der Fürstenstraße. Quasi vor seinem Haus stellte Bönischs Team die Barrieren auf. Normalerweise trennen ihn 500 Meter vom Marienplatz, aktuell mit den Umleitungen zwei Kilometer. Ostler stört’s nicht, er nimmt das Fahrrad. „Keinerlei Probleme“ bereite ihm diese Sperrung. Im Gegenteil: Er genießt sie ein wenig. So ruhig, sagt der Vorsitzende des hiesigen Geschichtsvereins, war es lange nicht. Zudem kennt er sich aus, wisse jedes Straßerl. Er kommt an sein Ziel.

Das gelingt nicht jedem. Auf der Tagblatt-Facebook-Seite meldete sich unter anderem Leser Stefan Köhler. Er kapitulierte. Sein Plan am Dienstag: ein Ausflug von Murnau zum Marienplatz. „Nach über 30 Minuten hilflosem Rumfahren haben wir es aufgegeben. Wir haben keinen Weg dahin gefunden.“

Die Diskussion auf Facebook zeigt darüber hinaus: Viele Anwohner sind genervt. Das spüren auch Georg und Andreas Hobmeier. Vater und Sohn führen zwei Bäckereien, eine an der Allee-, die andere an der Zugspitzstraße. „Viele Kunden regen sich auf“, sagt Juniorchef Andreas. Die beiden nehmen die Situation hin. Zwar spüren sie, dass weniger Leute den Weg zu ihnen finden. „Aber wir nutzen das einfach für eine kleine Verschnaufpause“, sagt Georg Hobmeier. Die Arbeiten seien nötig, daran könne man nichts ändern. Zu schimpfen aber beginnen beide, was die Information betrifft. Gerne hätten sie – und mit dieser Meinung stehen sie nicht alleine da – vor ein paar Monaten von den Sperrungen gewusst. Dann hätten sie ihren Betriebsurlaub auf diese Zeit gelegt.

Beschwerden wie diese kennt Egold vom Straßenbauamt nur zu gut. Doch mindestens ein halbes Jahr vorher anstehende Sperrungen zu veröffentlichen, hält er für unrealistisch. Zu witterungsabhängig seien die Arbeiten, zu viele Unwägbarkeiten warten. Aktuelles Beispiel: Die Instandsetzung der B 23 hätte Egold zufolge bereits im Herbst 2017 über die Bühne gehen sollen.

Sperrungen und Behinderungen im Überblick

Zwischen 800.000 und 900.000 Euro werden Fritz Egold vom Straßenbauamt Weilheim zufolge in die Instandsetzung der B 23 im Ortsteil Garmisch investiert. Die Arbeiten an der B 2, auf der unter anderem Schlaglöcher beseitigt werden, sind nicht eingerechnet. Der Zeitplan aber steht. Spätestens zum Festzug an Pfingsten muss alles fertig sein. Spielt das Wetter mit, schafft das Team das leicht. 

Dies zeigt die Übersicht der für die Verkehrssicherung zuständigen Firma PUS zu anstehenden Straßensperrungen und Behinderungen. 

Bis 5. Mai, 12 Uhr: Vollsperrung zwischen Marienplatz und Fürstenstraße samt entsprechender Zufahrtsstraßen. 

Bis 9. Mai, im Laufe des Tages: Fernverkehrsumleitung nach dem Tunnel Farchant; Abfahrt Garmisch gesperrt. 

7./8. sowie 8./9. Mai, jeweils 18 bis 8 Uhr: Nachtbaustelle im Kreuzungsbereich Alpspitzstraße/Marienplatz, Vollsperrung. 

14./15. Mai, 18 bis 8 Uhr: Nachtbaustelle B 2 vom Farchanter Kreisel bis Höhe Autohaus Hornung, Straße einspurig befahrbar. 

15./16. Mai, 18 bis 8 Uhr: Bereich Krottenkopf-/ Hindenburgstraße, Straße einspurig befahrbar. 

16./17. Mai, 18 bis 8 Uhr: Bereich Rathausplatz Partenkirchen, Straße eingeschränkt befahrbar. 

Einschränkungen erleben auch Busfahrer. Die Gemeindewerke informieren darüber online und in den jeweiligen Linien. Von jeder Sperrung ausgenommen ist die Feuerwehr Garmisch. Eine Zu- und Abfahrt ist Kommandant Peter Gröbl zufolge jederzeit gewährleistet. Dies kontrollieren Mitglieder täglich. „Bislang gibt es keine Probleme.“

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