1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Garmisch-Partenkirchen

„Billig wird das sicher nicht“: Baum zerstört Brücke in der Partnachklamm - und es gibt ein weiteres Bauprojekt

Erstellt:

Von: Christian Fellner

Kommentare

Eine Rinne oberhalb der Partnachklamm, in der immer wieder Muren abgehen.
Ist-Zustand: Das Foto zeigt die Rinne oberhalb der Klamm, in der immer wieder Muren abgehen. © CF

Wind und Wetter machen der Infrastruktur in der Partnachklamm zu schaffen: Ein Baum hat die Statik der Eisernen Brücke beschädigt, der Bau einer neuen Hängebrücke lässt noch auf sich warten.

Garmisch-Partenkirchen – Martin Kriner ist stolz auf die Nachrichten, die er in den vergangenen Jahren regelmäßig veröffentlichen durfte. Bedeutet jede einzelne doch, dass über den Leader-Fördertopf, dessen lokaler Aktionsgruppe er als Manager vorsteht, einiges an Geld in die Region fließt. Rund 200 000 Euro sind es im Fall der Naturerlebnishängebrücke Wettersteinblick, die im Markt Garmisch-Partenkirchen einen Lückenschluss im Wegenetz zwischen Partnachklamm, Eckbauer, Graseck und Elmauer Tal darstellen soll.

Die Marktgemeinde darf sich glücklich schätzen. Denn ihr stehen im Bereich der Partnachklamm große Investitionen ins Haus. Nicht nur das Vorhaben Hängebrücke oberhalb der Schlucht wird in den kommenden zwei Jahren rund 660 000 Euro verschlingen, ganz aktuell ist eine neue Baustelle hinzugekommen: Bei einem Sturm ist die Eiserne Brücke über die Klamm stark beschädigt worden. Ein Baum krachte direkt auf das Bauwerk – mit schwerwiegenden Folgen, die Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) näher beschreibt: „Die Statik ist beschädigt, so wie es ausschaut, muss die Brücke neu gemacht werden.“ Noch ein großer Kostenfaktor also in Sachen Partnachklamm. „Billig wird das sicher nicht“, befürchtet Koch.

Partnachklamm: Projekte Hängebrücke und Eiserne Brücke dulden keinen Aufschub

Die Lage ist somit deutlich komplizierter geworden: Die Gemeinde hat nun zwei Projekte durchzuziehen. Und beide dulden im Grunde keinen Aufschub, weil die Brücken als zentrale Verbindungen im Fußwegenetz wichtige Bausteine im Gesamtspektakel Klamm darstellen.

(Unser GAP-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Das Vorhaben Hängebrücke stockte zuletzt vor allem wegen des Haushalts. Nachdem der Gemeinderat bereits im Juli 2021 grünes Licht gegeben hatte, auch das Geld schon eingestellt war, fehlt derzeit noch die Freigabe für Ausschreibungen. In den ersten Haushaltsberatungen gestaltete sich die Ausarbeitung des Zahlenwerks aber als nicht zu einfach. Auch wegen des anstehenden G7-Gipfels. Zumindest in dieser Hinsicht aber kann Koch nun Entwarnung geben. „Der Haushalt steht, der Finanzausschuss hat ihn abgesegnet“, betont die Rathauschefin. Es fehlt noch das finale Votum des Gemeinderats. Das ist für März vorgesehen. Hat das Gremium zugestimmt, kann es in Sachen Hängebrücke also losgehen. „Vorher dürfen wir rechtlich nicht“, macht Koch deutlich.

Partnachklamm: Touristische Wertigkeit der Projekte wird nicht angezweifelt

An der Wichtigkeit des Projekts zweifelt im Rathaus niemand. „Die touristische Wertigkeit steht außer Frage“, bestätigt Silvia Käufer-Schropp, die Pressesprecherin im Rathaus. Der Hintergrund: Vom südlichen, damit oberen Klammende, wo Ferchenbach und Partnach aufeinandertreffen, geht ein Fußweg zurück in Richtung Vordergraseck. Dieser führt unweit des Ausgangs der Schlucht direkt an einem Hang entlang, an dem immer wieder Muren abgehen, vor allem nach stärkeren Regenereignissen wie zuletzt im Frühjahr 2021. „Der Hang ist extrem instabil und stets in Bewegung“ – das hatte Klammchef Rudi Achtner in der Vergangenheit oft erklärt. Immer wieder musste der Wegetrupp ran und die Passage wieder begehbar machen. „Ein neuralgisches Stück, das beinahe jedes Jahr einen großen Kostenaufwand zur Wiederherstellung bedeutet“, ergänzt Käufer-Schropp.

Wanderweg über eine Hängebrücke entlang des Stuibenfall bei Umhausen, Ötztal, Tirol, Österreich, Europa
Die Wunschvorstellung: Die Aufnahme zeigt die Stuibenfallbrücke im Ötztal. Eine solche Konstruktion könnte in kleinerer Form die Lösung sein. © imageBROKER/Wolfgang Weinhäupl

So kam die Idee der Hängebrücke auf. Als Vorbild dient die spektakuläre Stuibenfallbrücke im Ötztal. Allerdings weit weniger wuchtig als in Tirol, gilt es doch nur eine Wegstrecke von 30 Metern oberhalb der Partnach zu überwinden.

Faktor Zeit ist aktuell offen: Haushaltsbeschluss notwendig

Das Frühjahr 2022 hatten die Verantwortlichen angepeilt, um für die Hochsaison gerüstet zu sein. Ob das nun funktioniert, ist fraglich. „Derzeit können wir nur schwerlich Aussagen zum Zeitfaktor treffen“, bedauert Käufer-Schropp.

Das trifft auch auf die Eiserne Brücke – die Verbindung zur Partnachalm – zu. „Gemacht werden muss beides“, stellt Koch klar. Die Kosten für die Instandsetzung oder möglicherweise einen Neubau der Konstruktion kann die Bürgermeisterin nicht abschätzen. „Da werden wir sicher einen Nachtragshaushalt brauchen.“

Auch interessant

Kommentare