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Einzigartige Baustelle: Die künftige Seilbahn Zugspitze, die am 21. Dezember in Betrieb geht, lockt zahlreiche Technik-Interessierte auf Deutschlands höchsten Berg.

Auch Wank, Osterfelder und Kreuzeck locken die Besucher an

Bayerische Zugspitzbahn: „Urlaub daheim“ beschert Rekordzahlen

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Der Neubau der Seilbahn Zugspitze ist die Herausforderung, die die Bayerische Zugspitzbahn im abgelaufenen und diesem Geschäftsjahr meistert. Trotz mancher Einschränkung strömen die Gäste weiter auf knapp 3000 Meter Höhe. Rekordzahlen gab’s 2015/16 aber auch im Classic-Gebiet und am Wank.

Garmisch-Partenkirchen– Bisher lief’s gut. Der Wegfall der Eibsee-Seilbahn, die Anfang April zum letzten Mal auf Deutschlands höchsten Berg fuhr, konnte kompensiert werden. Trotzdem sind dieser Sommer und Herbst, in denen wegen des Neubaus der Seilbahn Zugspitze nur die Zahnradbahn Ausflügler und Bergsteiger auf die Zugspitze bringt, „eine Herausforderung“ für Matthias Stauch. „Jetzt kommen vermehrt Gäste aus dem asiatischen und arabischen Raum, in deren Heimatländern fährt man kaum Zug“, erklärt der Kaufmännische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Dazu kommt, dass ihnen zwischen Riffelriss und Platt 4,8 Kilometer Auffahrt im Berg bevorstehen. Das bedeutet 28 Minuten im Tunnel. Eigentlich kein Problem, aber gerade diesen Besuchern „ist das etwas unheimlich. Da sind sie skeptisch.“ Daher müssen die BZB-Mitarbeiter die Asiaten und Araber nicht nur bei Laune halten, sondern ihnen auch Alternativen bieten, sollten sie doch lieber per Gondel auf einen Berg schweben. Das sollte kein Problem darstellen, schließlich gehören die Alpspitz- und Wankbahn ebenfalls dem Bergbahn-Unternehmen.

Was Stauch fasziniert, ist der „neue“ Tourismus auf der Zugspitze, der Baustellen-Tourismus. „Ich bin wirklich erstaunt, wie groß das Interesse ist.“ Teilweise kämen Gäste eigens wegen Deutschlands höchster Baustelle nach Garmisch-Partenkirchen. „Einige sind sogar darunter, die 1961/62 beim Bau der alten Seilbahn dabei waren.“

Positive Bilanz trotz mancher Wetterkapriole

Sicher auch deshalb sind die Zahlen für das Geschäftsjahr 2015/16 ganz hervorragend. „Damit, mit Besucherrekorden auf der Zugspitze und dem Wank sowie einer mittlerweile nahezu ganzjährigen Besucherauslastung können wir erneut eine positive Bilanz ziehen“, sagt Stauch. Und das trotz mancher Wetterkapriole. Nach einem außergewöhnlich schönen November mit einer kurzen Kälteperiode, war der Dezember 2015 fast sommerlich, sonnig und viel zu mild. Gut nur, dass bereits nach den Herbstferien die Schneekanonen angeworfen und somit Depots angelegt worden waren. Dadurch konnten sie die ersten Anlagen am Hausberg bereits Mitte Dezember in Betrieb nehmen. Zudem gelang es der BZB während der Weihnachtszeit die einzige komplett befahrbare Talabfahrt in Deutschland anzubieten. „Eine Super-Leistung vom gesamten Team“, betont Stauch. Mitte Januar kehrte dann der Winter zurück – die Saison im Skigebiet von Hausberg bis Zugspitze war nicht nur gerettet, „sondern entwickelte sich in den Folgemonaten überplanmäßig“.

Das gilt auch für den Sommer – trotz einer eher durchschnittlichen Wetterlage. Mit den Anlagen, die auf Wank, Kreuzeck, Osterfelder und Deutschlands höchsten Berg führen, verzeichnete das Bergbahn-Unternehmen Zahlen, die nur von denen nach dem Mauerfall getoppt werden. „Diese Entwicklung ist unter anderem auf die sicherheitspolitische Lage und die damit verbundene starke Tendenz zum Urlaub daheim verbunden“, erklärt Stauch.

Neubau der Seilbahn Zugspitze liegt im Zeitplan

Der Wankbahn, die im Winter nur während der Ferien fährt, kamen die vielen Sonnentage zugute. An insgesamt 30 Betriebstagen gondelten mit 17 706 Gästen 62 Prozent mehr als im Vorjahr (6780) auf Partenkirchens Sonnenberg. Auch der Sommer verlief wesentlich besser als geplant, was Stauch nicht zuletzt auf die gut etablierten Veranstaltungen wie das Bergfestival und Kino am Wank zurückführt.

Das abgelaufene Geschäftsjahr prägte genau wie dieses der Neubau der Seilbahn Zugspitze. Mit dem 50-Millionen-Euro-Projekt liegt die BZB im Zeitplan – „trotz ungünstiger Wetterbedingungen im Sommer 2016 mit Schneefällen im Juli“.

Die Rekordzahlen im Überblick

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