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Olymisches Flair am Partenkirchner Kirchplatz: Die Sprungschanze ist eine echte Herausforderung.

Gaudi-Wettkampf mit 150 Athleten

Bei „Olympi-Ade“ am Partenkirchner Kirchplatz hat Polen die Nase vorn

150 Athleten aus 18 Nationen kämpften am Faschingssonntag am Partenkirchner Kirchplatz um Medaillen. „Olympi-Ade“ war angesagt. Ein Gaudi-Wettkampf, der unzählige Zuschauer begeisterte.

Garmisch-Partenkirchen – Olympi-Ade. In Partenkirchen, das ja ebenso wie Garmisch vor einigen Jahren mal nahe dran war, statt Südkorea die Olympischen Winterspiele organisieren zu dürfen, nützte man wenigstens die Fasenacht, um Olympia zu veranstalten. „Jetzt erst recht“ hieß darum das Motto der Maschkera-Olympiade, die am Unsinnigen Donnerstag mit dem Aufmarsch der Nationen begonnen hatte. Die Wettkämpfe standen dann am Fasenachtssonntag auf dem Programm. Und zwar im Herzen des Ortes rund um den Kirchplatz mit den Disziplinen Paarlauf, Biathlon, Skispringen und Hornschlitten-Anschub.

Und schon gleich beim ersten Startschuss war die Ludwigstraße dicht an dicht mit fröhlichem, vorwiegend maskiertem Publikum gefüllt, ehe „Olympiasprecher“ Sepp Grasegger junior die Spiele eröffnete – übrigens mit viel sportlichem Fachwissen. „Ich glaube, bei uns waren heute viel mehr Zuschauer wie gestern in Korea, als der Wellinger die Goldmedaille bekommen hat – zumindest viel mehr deutsche Zuschauer.“

Nicht allzu ernst waren die Wettkämpfe natürlich, bei denen immerhin 18 Nationen antraten. Dargestellt von den Ortsvereinen – angefangen bei den Turnern über die Trachtler bis hin zu den Veteranen und dem Kirchenchor. Als Nation verkörperte letzterer den Vatikan. Die Kolpingfamilie wiederum kämpfte unter finnischer Flagge, die Bergwacht als Japan, der Mütterverein wiederum war Norwegen. Die Feuerwehr fungierte als Schweiz, die Weidegenossen waren Frankreich und die Trachtler England. Insgesamt erschienen an die 150 „Olympioniken“ an den vier Wettkampfstätten, und für jeden Verein mussten in jeder Disziplin je acht Frauen und Männer mitwirken. „Die österreichischen Hupfer sind schon lang nicht mehr das, was sie mal waren“, kommentierte der Partenkirchner Trachtler-Chef Hansjörg Ostermair ein paar Stürze. Bei „Olympi-Ade“ in Partenkirchen waren die rot-weißen Adler freilich keine Österreicher, sondern Mitglieder des Hornschlittenvereins.

Fotos: 150 Athleten geben alles bei „Olympi-Ade“

Heißer, besser gesagt saukalter Kampf war rund um den Kirchplatz angesagt. Dort, wo noch am Samstag unter anderem mit Bulldozern eine richtige kleine Sprungschanze angelegt worden war, während droben rund ums Rasenrondell vor dem Pfarrhaus Biathlon samt Schießstand (mit Ballwurf) angesagt war. Der Anschub-Wettbewerb mit einem Hornschlitten wurde vor dem Werdenfelser Hof ausgetragen, und der besonders attraktive Eislauf (mit Rollschuhen) auf einer am Kirchplatz errichteten Tribüne. Wozu die von Sepp Grasegger senior bestens geleitete Musikkapelle blitzschnell die jeweiligen Kür-Titel der Eislauf-Paare spielte – großer Respekt. Strenge Regeln herrschten ansonsten bei dieser Disziplin: „Der Herr bekommt einen Punkt Abzug“, sagte eine Punktrichterin, „und zwar wegen Busengrabschen bei der Dame“. Gesehen hat diese Fehlhandlung allerdings außer ihr niemand. Die Lacher hatte sie auf ihrer Seite.

Ansonsten war immer wieder Jubel bei den verschiedenen Wettbewerben angesagt. Insbesondere, wenn ein Skispringer über die kleine Schanze stolperte, sich jemand beim Eislauf mit den Rollschuhen besonders „laienhaft“ anstellte oder Stürze beim Biathlon auf den Doppel-Brettern angesagt waren.

Gesamtsieger in der Nationenwertung wurde der Veteranenverein (Polen) vor dem Trommlerzug (Kanada) und der Kolpingfamilie (Finnland). Bei den einzelnen Disziplinen lag im Skisprung der Skiclub Partenkirchen (Niederlande) vorn, beim Hornschlittler-Anschub die Feuerwehr Partenkirchen (Schweiz) sowie beim Eislauf und beim Biathlon der Turnverein Partenkirchen (Deutschland).

Wolfgang Kaiser

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