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Musik ist das Leben von Dirigent Karl Kriner (r.) und seinem Gebirgsmusikkorps. Das freut besonders Stefan Schackmann (l.), der mit Roy Braun (r.) das Plakat für das diesjährige Benefizkonzert des Rotary-Clubs in Händen hält.

Benefizkonzert des Rotary-Clubs Garmisch-Partenkirchen

Gebirgsmusikkorps bietet musikalischen Hochgenuss für bessere Pflege

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Um für das Benefizkonzert des Rotary-Clubs am 19. Oktober gewappnet zu sein, übt das Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen fleißig in der Artillerie-Kaserne. Der Erlös kommt der ambulanten Pflege zugute.

Garmisch-Partenkirchen – Es ist mucksmäuschenstill in dem großen Probenraum. Nur einer im hellblauen Hemd, dessen Schulterklappen metallene Embleme zeigen, bewegt sich: Oberstleutnant Karl Kriner vulgo Bacher schwingt behände seinen Taktstock. Vor dem Dirigenten sitzen und stehen 52 Musiker. Das versammelte Gebirgsmusikkorps. Der Klangkörper der Deutschen Bundeswehr.

Kriner nickt kurz. Ein stummer Befehl, der die ersten Töne erklingen lässt. Leise und behutsam erfüllen sie das Zimmer in der Garmisch-Partenkirchner Artillerie-Kaserne, der Heimat des Korps. Kriners Armschwünge werden schneller. Die Lautstärke schwillt an. In weicher Elastizität füllen die Töne den Raum. Tief, voluminös, manchmal streng. Auf satten Bässen fundiert, getragen von sanglichen Streicherlinien.

Dirigent Karl Kriner aus Mittenwald gibt den Ton an

Alle schauen auf den Dirigenten aus Mittenwald. Er ist der Steuermann dieses musikalischen Schiffes in einem stürmischen Meer aus Klängen. Kriner schließt die Augen, ist voll in seinem Element, weckt mit seinen Musikern Emotionen. Das gespielte Werk – ein duetto concertato nach Themen von Giuseppe Verdi – zählt zu den anspruchsvollsten aus dem Herbstprogramm des Korps. „Es ist sehr lang, sehr schnell und sehr hoch“, erklärt er. „Da braucht es flotte Finger und Zungen.“

Das herausfordernde Stück ist den Berufsmusikern in der Probe perfekt gelungen. „Ich hatte Gänsehaut, als ich den Saal verlassen hab“, schwärmt Stefan Schackmann. Der Direktor der AOK in Garmisch-Partenkirchen ist auch Präsident des hiesigen Rotary-Clubs. Mit seinem Stellvertreter Roy Braun hat er das Gebirgsmusikkorps bei seiner Arbeit besucht. Sie wollten hautnah jenes Orchester erleben, dass am 19. Oktober bei ihrem Benefizkonzert im Kongresshaus auftreten wird. Wenn die Zuhörer dann nur halb so begeistert sind wie Schackmann und Braun, steht einem Erfolg nichts mehr im Weg, wie die beiden versichern. Sie wissen nun, wie hart das Korps täglich arbeiten muss, um die hohe Qualität ihrer Konzerte gewährleisten zu können. Auch körperlich fordert das Musizieren. Kriner ist verschwitzt, als er den Probesaal verlässt. Drei Stunden am Stück haben er und sein Orchester geübt. Der Dirigent ist soweit zufrieden. Jeder sei gerüstet für die Auftritte, „nur das gesamte Zusammenspiel muss noch in die Köpfe“. Die Musiker trainieren ihre Stücke täglich allein oder in kleinen Gruppen. Nur sechs Mal spielen sie vor dem Start in die Herbstsaison als ganzes Korps. Dann überprüft Kriner, ob jeder Ton sich ins große Ganze einfügt. Wie ein Künstler, der aus einzelnen Pinselstrichen ein Gemälde schafft. Umso mehr bedauert er, dass „der Saal die letzten Jahre nicht voll besetzt war“ während der Benefizkonzerte der Rotarier. „Ich kann es mir einfach nicht erklären.“ Durch leere Plätze kommt auch am Ende weniger Geld den caritativen Einrichtungen zugute.

Da hat sich Rotary-Präsident Schackmann für heuer von einer persönlichen Erfahrung beeinflussen lassen. Erst kürzlich besuchte er einen mobilen Pflegedienst und begleitete diesen bei seiner Arbeit (wir berichteten). Er sah mit eigenen Augen, wie „hart dieser Job“ ist und „wie viel Leid bei Gepflegten und Pflegenden oft vorherrscht“. Deshalb will er den Erlös aus der Veranstaltung ambulanten Pflegediensten zu kommen lassen. „Damit jene, bei denen das Pflegegeld nicht reicht, unterstützt werden.“

Das 28. Benefizkonzert

des Rotary-Clubs mit dem Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen beginnt am Freitag, 19. Oktober, um 20 Uhr im Kongresshaus. Karten gibt es im Vorverkauf bei GAP-Ticket, Kreisbote und Juwelier Braun zum Preis von 17 Euro für Erwachsene. Kinder, Jugendliche, Studenten und Schwerbehinderte zahlen 10 Euro.

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