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Fast winzig erscheinen sie von der Webcam der Zugspitze aus, in Wahrheit sind sie riesig: Die Schneehaufen im Bereich der Skiabfahrt Sonnenkar (vorne) und am Wetterwandeck umfassen 500 000 Kubikmeter.

Pistenraupen schieben 500.000 Kubikmeter Schnee zusammen

Allzeit bereit für den Winter: Auf der Zugspitze trotzen Schneehaufen der Sonne

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Auf der Zugspitze ist nach dem Winter vor dem Winter. Bis in den Sommer hinein waren Pistenraupen unterwegs. Sie sicher den Start in die Skisaison.

Garmisch-Partenkirchen – Wandern, bergsteigen, baden, abends draußen sitzen. Damit beschäftigen sich die meisten Menschen im Sommer. Skifahren, Schnee und der nächste Winter sind weit weg. Ganz anders bei Mitarbeitern der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Nur wenige Monate gibt es im Jahr, in denen kein Winter ist. Aktuell ist tatsächlich winterfreie Zeit. Aber erst seit Kurzem und nicht mehr allzu lange.

Pistenraupen legen Schneedepots im Skigebiet auf der Zugspitze an

Bis Ende Juni waren die Pistenraupen im Gletscher-Skigebiet auf der Zugspitze damit beschäftigt, Schneedepots anzulegen. Ab Ende Februar rückten sie aus, immer bei schönem Wetter und nach Niederschlägen. Etwa 500 000 Kubikmeter Schnee haben die Mitarbeiter auf neun riesige Haufen in den Bereichen Wetterwandeck und Sonnenkar zusammengeschoben. Sie horten das wertvolle Gut Schnee für die nächste Saison, um pünktlich möglichst viele Lifte öffnen zu können. Bereits Mitte Oktober werden die Raupenfahrer damit beginnen, den Schnee im Pistenbereich wieder zu verteilen.

Bis zu 70 Prozent der Schneemassen rettet die Zugspitzbahn über den Sommer

Erstmals legte die BZB im Sommer 2016 Depots in dieser Form an. Damals schoben die Pistenraupen im Bereich der Skiabfahrt Sonnenkar etwa 350 000 Kubikmeter Naturschnee zusammen, im vergangenen Jahr waren es wie heuer etwa eine halbe Million Kubikmeter. In Schattenlöchern, Mulden und Rinnen soll er der Hitze trotzen. Es funktioniert, das zeigen die Erfahrungswerte zeigen: 60 bis 70 Prozent der Schneemassen bleiben BZB-Sprecherin Verena Lothes im Schnitt durch das sogenannte Snowfarming bis zum Herbst übrig – die Basis, damit im Herbst die Skisaison auf Deutschlands höchstem Berg starten kann. 2018 beispielsweise öffneten die ersten Lifte am 16. November. Weitgehend ohne Niederschlag im Rekord-Hitzesommer. Mit gebrauchtem Schnee.

Gletscher auf der Zugspitze wird nicht mehr abgedeckt

Die Depots aus reinem Naturschnee, der nicht abgedeckt oder anderweitig zum Konservieren behandelt wird, haben sich bewährt. Eine Aktion aber hat die BZB längst eingestellt: Bis vor sechs Jahren deckte sie den Nördlichen Schneeferner mit riesigen Lkw-Planen ab. Damit wurden der Gletscher und der darauf verteilte Schnee vor der Sonne geschützt und so Schnee für die kommende Wintersaison bewahrt sowie das Abschmelzen des Gletschers zumindest ein wenig verlangsamt. 20 Jahre lang setzte man auf dieses Mittel.

Im Sommer 2013 musste das BZB-Team feststellen: Es macht keinen Sinn mehr. Der Gletscher schmolz zu schnell, das Gelände hatte sich zu sehr verändert. Die Planen richteten im Klimawandel nichts mehr aus.

Lesen Sie auch:  Zugspitz-Seilbahn und der Klimawandel: Geologe erklärt die Tücken des Großprojektes

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