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Einreise-Kontrolle ins G7-Gebiet: Ausflügler und Durchreisende fern halten

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Von: Josef Hornsteiner

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Kontrollen wie 2015 bei Farchant wird es geben.
Kontrollen wie 2015 bei Farchant wird es geben. © sehr

Reisende und Ausflügler sollten den Landkreis Garmisch-Partenkirchen während des G7-Gipfels Ende Juni komplett meiden. Die Polizei kündigt akribische Verkehrskontrollen auf sämtlichen Zufahrtsstraßen an.

Landkreis – Um eines bittet Thomas Schwarzenberger jetzt schon. „Haben Sie stets Ihren Ausweis dabei.“ Der Appell des Krüner CSU-Rathauschefs ist nicht nur ein guter Ratschlag für seine Bürger. Ein jeder Landkreisbewohner wird es mit Dokument zumindest etwas einfacher haben, wenn er mit seinem Fahrzeug im Zeitraum 23. bis 28. Juni zwischen Karwendel und Staffelsee unterwegs sein will. Nicole Wilhelms, im G7-Planungsstab der bayerischen Polizei zuständig für den Verkehr, schwor die Landkreisbewohner schon jetzt auf harte Tage ein. Das Gipfeltreffen im Schloss Elmau wird verkehrstechnisch eine Herausforderung, „auch wenn noch nicht alles in Stein gemeißelt ist“, betont Wilhelms. Doch stellte sie beim Infoabend im Krüner Kurhaus bereits die drei Bereichskonzepte vor (wir berichteten) – überregional, regional und lokal.

Überregional

Eine Woche nach dem Ende der Pfingstferien findet der Gipfel statt – da könnte der Rückreiseverkehr bereits erheblich beeinträchtigt werden. Im Süden sollen am Brenner, bei Salzburg und Kufstein sowie an vielen weiteren Orten in Bayern, Österreich und Italien Hinweistafeln angebracht werden. Im Norden bei Würzburg, Regensburg und Ulm. Die Schilder leiten den Durchreise- und Schwerlastverkehr vorsorglich hunderte Kilometer weit am Landkreis Garmisch-Partenkirchen vorbei. „Wir versuchen, den Verkehr an den Gipfeltagen so gering wie möglich zu halten“, sagt Wilhelms. Hierzu möchte der Planungsstab auch medial in die Offensive gehen. In den sozialen Netzwerken, im Radio und durch Zeitungen wollen sie bundesweit und in den Ferienregionen auf die Verkehrssituation hinweisen.

Ob und wann die Bundespolizei fix an der Grenze kontrolliert, steht noch nicht fest. Die Anordnung temporärer Grenzkontrollen, die die Regierung seit Beginn der Flüchtlingskrise im September 2015 beschlossen hat, läuft am 11. Mai ab. „Dann werden wir weitersehen, ob wir für den G7-Gipfel kontrollieren“, sagt Bundespolizei-Pressesprecher Rainer Scharf.

Regional

Auf regionaler Planungsebene – sprich im Landkreis Garmisch-Partenkirchen – wird es voraussichtlich zu großflächigen und intensiven Kontrollen kommen. An mehreren Stellen, unter anderem am Autobahn-Ende der A95, in Oberau, im Ammertal, an allen Bundes- und Staatsstraßen in und um Garmisch-Partenkirchen, am Kochelsee oder in Scharnitz kommt es zu Polizeikontrollen.

Salopp formuliert: Es sollen ab etwa 23. Juni bis zum Gipfelende am 28. Juni nur noch jene in den Landkreis kommen, die dort wohnen oder ein Anliegen haben. Der Durchgangsverkehr muss kehrt machen und den Landkreis umfahren.

Lokal

Besonders betroffen von Behinderungen sind natürlich jene im verkehrstechnischen Bereich „lokal“. Das bezieht sich auf das direkte Umfeld des Schlosshotels Elmau. Die Kontrollen werden intensiviert und strenger, unter anderem an den drei Aus- und Einfahrten auf die Bundesstraße bei Mittenwald (Anschlussstellen Süd, Mitte und Nord), an der Einfahrt in die Staatsstraße in Richtung Klais, an der Krüner Verkehrsspinne der Bundesstraße 2, in Klais (Ortseinfahrt und B2) sowie an der Mautstelle Elmau. Ab da beginnt dann sowieso der Sicherheitsbereich, für den ab dem 19. Juni Betretungsverbot gilt.

Alle Verkehrsteilnehmer müssen also Geduld und Zeit mitbringen, denn ab dem späten Samstag-Vormittag (25. Juni) ist mit Vollsperrungen der Straßen, insbesondere an der Protokollstrecke (wir berichteten) zu rechnen. „Wir hoffen, dass die nicht nötig sind“, meint Wilhelms. Doch haben Delegierte, internationale Journalisten und die Gipfelteilnehmer vor allen Vorrang auf der Straße, sofern sie nicht mit dem Hubschrauber nach Schloss Elmau reisen können.

Für unmittelbare Anwohner werden im Krüner Bürgerbüro ab dem 16. Mai Wagenkarten ausgegeben. Damit können die Kontrollen zumindest etwas schneller vonstatten gehen.

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