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Tierische Publikumslieblinge im Garmischer Zentrum

Das Garmischer Zentrum ganz im Zeichen der Bergschafe: Wieder einmal lockten die Tiere zahlreiche Schaulustige an. Und die konnten feststellen, wie anstrengend so manche Arbeit mit den wolligen Vierbeinern ist.

Garmisch-Partenkirchen – Manchmal braucht’s ein bisschen Wetterglück. Das hatten die Werdenfelser Bergschafzüchter am Sonntag. Gegen Nachmittag blitzten zeitweise sogar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und so waren Festzelt und die Ringe für die Wertungen dicht belagert von neugierigen Besuchern. Wie üblich stießen die Werdenfelser Bergschafe bei Züchtern, Einheimischen, Gästen und der „Laufkundschaft“ in der guten Stube des Ortsteils Garmisch auf großes Interesse. Ganz zur Freude von Hans Hibler. „Wir sind sehr zufrieden“, resümierte der Chef des gut 600 Mitglieder zählenden Vereins.

Schon frühmorgens war es mit der Beschaulichkeit im Garmischer Zentrum rund ums Bischoffeck vorbei. Viehanhänger fuhren an der Klammstraße vor, Klappen öffneten sich und die Bergschafe, ob nun weiß, braun, schwarz oder gescheckt, verschwanden in den Bretterverschlägen. In zwei Ringen begannen dann die Züchter, ihre Tiere für die Prämierung vorzustellen. Volle Konzentration hieß es nun für die Jury. In diesem Jahr gehörten dieser neben dem bewährten Schafzüchter und Ehrenmitglied Max Buchwieser aus Grainau, Michael Strauß aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, der Böbinger Josef Pirchmoser und Martin Bartl aus Freising an.

Oft hatten die vier Experten die Qual der Wahl. „Schöne Wolle, guter Glanz und Bemuskelung“, hallte es aus dem Lautsprecher, als Pirchmoser ein Schaf genau unter die Lupe nahm. Gerade waren die gescheckten Bergschafe bei der Prämierung an der Reihe, und der Garmischer Florian Scherer führte sein Tier vor. Dass es in dieser Kategorie nur für den fünften Platz reichte, nahm er gelassen hin. Trotzdem war die Jury angetan von dem Tier. „Sehr eindrucksvoll, es sticht aus der Gruppe heraus – eine gute Grundlage für die Scheckenzucht“, lobte Pirchmoser. Im anderen Ring prüfte Max Buchwieser zu dieser Zeit ein weißes Bergschaf und griff dem Tier für die Bewertung unter die Wolle.

Zusätzlich zur Prämierungorganisierten die Werdenfelser Bergschafzüchter auch ein anständiges Rahmenprogramm. So mancher ließ sich zum Frühschoppen zu den Klängen von „Die Griabigen“ die erste Halbe Bier oder eine deftige Brotzeit schmecken, andere statteten den Info- und Verkaufsständen einen Besuch ab.

Unterbrochen wurden sie, als Benedikt Egner mit seinen Helfern plötzlich gut 30 Schafe durch die Fußgängerzone trieb. In einer Absperrung sammelten sich die Tiere – aus gutem Grund: Dort stand das Schafscheren auf dem Programm, was vom Publikum mit viel Interesse und Beifall bedacht wurde. Vier bis fünf Minuten brauchte Leonhard Mück im Schnitt für ein Tier. Eine wahre Kraftarbeit. Gut 110 Tiere hatte der Uffinger im Akkord an diesem Tag bereits elektrisch von der Wolle befreit, wohlgemerkt alles Tiere, die nicht an der Prämierung teilnahmen. „Das ist höchst beeindruckend“, sagte ein Gast aus der Eifel, der zusammen mit seiner Ehefrau zum zweiten Mal seinen Urlaub in Garmisch-Partenkirchen verbringt und so auf die Veranstaltung aufmerksam wurde.

Es ging Schlag auf Schlag. Den Sieg nach Ortsgruppen konnten in diesem Jahr wieder die Züchter aus Mittenwald einheimsen. Zum Abschluss war noch die Jugend gefragt. Mit großer Begeisterung führte etwa der fünfjährige Luis Gröbl sein Tier in den Ring. Gerade dieser Wettbewerb zeigte, dass es um den Nachwuchs bei der Schafzucht nicht schlecht bestellt ist. Sehr zur Freude der Verantwortlichen bei den Werdenfelser Bergschafzüchtern. Im Festzelt fand der Tag mit einer Tombola, der Siegerehrung und viel Stimmung mit der Rodler-Musi seinen Ausklang.

Klaus Munz

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