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Auf dem Weg zum Krottenkopf sind zwei Wanderer vom Steig abgekommen.

Drei Einsätze in 30 Minuten

Bergwachten retten Erschöpfte im unwegsamen Gelände

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Anhaltender Regen und dichte Wolken locken am Wochenende sicher niemand auf einen der Gipfel im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Mitte der Woche bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen schaute das allerdings ganz anders. Da herrschten Bedingungen, die den Bergwacht-Bereitschaften Garmisch-Partenkirchen und Oberau viel Arbeit bescherten.

Garmisch-Partenkirchen/ Oberau – Innerhalb von nur 30 Minuten mussten die Retter aus Garmisch-Partenkirchen am Dienstag drei Einsätze meistern. „Gegen 15 Uhr erreichte uns die erste Meldung, dass im unteren Teil des Mauerläufer-Klettersteigs eine Person abgestürzt ist“, berichtet ein Sprecher der Bergwacht. Mit dem ADAC-Hubschrauber Christoph 1 aus München gelangten fünf Einsatzkräfte zum Einstieg des Klettersteigs. Zwei von ihnen machten sich zu dem Verunglückten auf, der per Seilwinde in den Hubschrauber gewinscht und sicher ins Tal gebracht wurde. Noch während dieser Aktion erreichte die Retter der nächste Notruf: ein Mann mit akuten Herzproblemen am Stepberg. Der Pilot flog einen Retter und den Notarzt sofort ins Kramergebiet zur Erstversorgung. Danach transportierten sie den Patienten ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Auf dem Rückflug zur ersten Einsatzstelle erreichte die Retter die nächste Meldung. In unmittelbarer Nähe des Klettersteigs konnten zwei erschöpfte Wanderer ihren Weg im Grieskar nicht mehr selbstständig fortsetzen. Zusammen mit ihrem Bergführer gelangten sie bequem per Helikopter ins Tal.

Ohne Hubschrauber-Unterstützung absolvierten die Kräfte der Bereitschaft Oberau ihre Einsätze. Eine ältere Frau aus dem Seniorenheim hatte sich am Dienstagnachmittag bei einem Spaziergang verlaufen und dabei übernommen. Eine Gruppe Radler entdeckte die erschöpfte 88-Jährige, die sich bei einem Sturz mehrere Schürfwunden und eine Daumenverletzung zugezogen hatte, und alarmierte die Bergwacht. Vorsorglich brachten die Retter die Frau ins Klinikum.

Zwei Wanderer, die sich auf dem Weg zum Krottenkopf verstiegen hatten, beschäftigten die Einsatzkräfte am Mittwochvormittag. „Nachdem sie einige Zeit geradeaus den Berg hinauf gelaufen waren, kamen sie vor einer steilen Felswand nicht mehr weiter“, erklärt Schriftführer Julian Kerschl. Per GPS konnten sie schnell etwa 200 Meter oberhalb des Steigs geortet werden. Trotz einer leichten Fußverletzung schafften sie es, selbstständig ins Tal abzusteigen, mussten aber an mehreren Stellen mit einem Seil gesichert und abgelassen werden. 

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Jede Hilfe zu spät kam für einen 25-Jährigen, der bei einer Bergtour am Großen Krottenkopf in Tirol in den Tod stürzte. Seine Freundin veröffentlichte nun ein bewegendes Video im Netz, um an ihn zu gedenken.

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