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Anspruchsvoller Einsatz: Am Blassengrat müssen die Bergretter mit Neuschnee zurechtkommen.

Bergwachten im Einsatz

„Die Verhältnisse waren brutal“

Die Bergwachten sind in den vergangenen Tagen gut beschäftigt gewesen. Besonders gefordert waren sie, als sich zwei Chinesen am Jubiläumsgrat verstiegen und am Blassengrat landeten. Sie wussten weder vor noch zurück, so dass sie am Montagabend gegen 20 Uhr einen Notruf absetzten.

Landkreis/Tirol – Zunächst machten sich die Kräfte der Bergwacht Grainau auf den Weg. Doch die Chinesen (ein Mann und eine Frau) befanden sich nicht wie ursprünglich vermutet im Matheisenkar, sondern am Hochblassen. Die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen wurde angefordert, sie brach gegen 23.30 Uhr auf. „Die Verhältnisse waren brutal“, berichtet Einsatzleiter Thomas Bräckle. Denn es lagen in dem hochalpinen Gelände ein paar Zentimeter Neuschnee, so dass es ziemlich rutschig war. Die Helfer trugen Steigeisen. Gegen 4. oder 4.30 Uhr morgens erreichten sie die Asiaten, die am Blassengrat ausgeharrt hatten und unterkühlt waren. Zwei Hubschrauber stiegen schließlich auf. Gegen 8 Uhr früh waren am Dienstag alle unversehrt im Tal. „Einer der heftigeren Einsätze“, resümiert Bräckle.

Ebenfalls in arge Nöte sind am Montag zwei Männer aus Berlin beziehungsweise Kempten geraten. Sie begaben sich von Ehrwald aus auf eine Klettertour namens „Zwischen den Toren“ zum Schneefernerkopf. Zwar kamen die Sportler oben an. Doch um wieder abzusteigen, war es bereits zu dunkel. So blieb den beiden nichts anderes übrig, als in einer alten Liftstation zu nächtigen. Am Dienstag setzten die Männer um die Mittagszeit herum einen Notruf ab, „weil sie im Nebel hockten und nicht wussten, wo vorne und hinten ist“, schildert Bräckle. Zwei Retter der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen flogen dann mit dem Hubschrauber Christoph Murnau zum Sonnalpin und machten sich auf den Weg zu dem Berliner und dem Kemptner. Auch dort sorgte Neuschnee (10 bis 15 Zentimeter) für erschwerte Bedingungen. „Das war anspruchsvoll“, sagt Bräckle. Die Kräfte der Bergwacht begleiteten die zwei dann zum Sonnalpin. Anschließend fuhren die Bergsteiger, die unverletzt waren, mit der Ehrwalder Bahn zurück ins Tal.

Bereits am Sonntag war es auf der österreichischen Seite der Zugspitze zu einem Bergunfall gekommen. Dort waren am Vormittag zwei Brüder aus Nürnberg – 25 und 28 Jahre alt – gemeinsam mit ihrem 78-jährigen Großvater von der Wiener Neustädter Hütte über den sogenannten Stopselzieher-Klettersteig in Richtung Gipfel aufgebrochen.

Bei zirka 15 Zentimeter Neuschnee rutschte gegen 12.15 Uhr der 28-Jährige auf etwa 2600 Metern Höhe im Bereich des ersten gesicherten Gehgeländes des Klettersteigs auf dem schneebedeckten Fels aus. Er konnte sich am dort angebrachten Fixseil mit einer Hand festhalten. Dabei zog sich der Mann eine Schulterluxation zu und konnte die Tour nicht mehr fortsetzen.

Eine nachkommende Bergsteigergruppe hatte den Vorfall beobachtet und setzte einen Notruf ab. Wegen Nebels und schlechter Sicht war eine Rettung des Verletzten mit dem Notarzthubschrauber zunächst nicht möglich, sodass Einsatzkräfte der Bergrettung Ehrwald sowie der Bergwacht Grainau zu Fuß zum Verletzten aufsteigen mussten.

Da sich die Sichtverhältnisse nach dem Eintreffen der Helfer gegen 14.40 Uhr besserten, konnte der Mann schließlich doch vom abermals alarmierten Helikopter geborgen und in das Bezirkskrankenhaus Reutte geflogen werden.

roy/csc

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