Ein beliebtes Edeka-Produkt wurde zurückgerufen. Der Verzehr des Lebensmittels könnte für Verbraucher gefährlich werden.

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Sicherer Ort: Nach ihrer Flucht finden Asylbewerber auch im ehemaligen General-Abrams-Komplex in Garmisch-Partenkirchen vorübergehend ein Dach über dem Kopf.

Schwere Vorwürfe im Netz

Berichte über Attacken von Flüchtlingen: Es brodelt

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Garmisch-Partenkirchen - Von fünf Vergewaltigungen ist die Rede. In den sozialen Netzwerken und an Stammtischen kochen Gerüchte um angebliche Straftaten von Flüchtlingen auf. Die Polizei dementiert.

Eine Einheimische ist vor nunmehr einigen Tagen auf dem Philosophenweg gewandert. Alleine. Es sollte eine schöne Tour nach Farchant werden. Doch mehrfach habe ihr dabei ein Mann nachgestellt, schilderte sie später bei der Polizei. Sie hatte Angst. Wusste nicht, was geschieht. Im Wald soll der Unbekannte dann seine Hose runtergelassen und Hand an sich angelegt haben. Der Fall machte die Runde.

Da waren in den sozialen Medien bereits Gerüchte um fünf Vergewaltigungen in der Erstaufnahme-Einrichtung im früheren General-Abrams-Komplex in Garmisch-Partenkirchen und in den Gemeinschaftsunterkünften der Region hochgekommen. Auch von brutalen Attacken ist im Internet die Rede.

Von den Behörden war zu all dem nie etwas zu hören – für etliche Bürger steht fest: Es werde verschleiert und vertuscht. Die Polizei indes hält dagegen: Es liege nichts vor. „Da kann man sehen, was für ein Wahnsinn im Internet gerade passiert“, betont Thomas Holzer, Stellvertretender Leiter der Inspektion Garmisch-Partenkirchen.

Diesen einen Fall von Exhibitionismus am 11. November am Philosophenweg räumt die Polizei auf Nachfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Murnauer Tagblatt ein. „Dem gehen wir selbstverständlich nach“, sagt Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Der Verdacht richte sich gegen einen dunkelhäutigen Unbekannten. Es sei aber offen, ob es sich dabei um einen Asylbewerber, einen Urlaubsgast oder einen in der Region lebenden Mann handelt.

Besucher der sozialen Netzwerke, Freundeskreise und Stammtische haben ihr Urteil schon gefällt: Schuld seien die Flüchtlinge und Asylbewerber – und nicht nur an den Übergriffen. Es gehe große Angst um, heißt es, vor allem Mädchen trauten sich abends nicht mehr in die Discos und Clubs. Wenn sich dazu aber jemand kritisch äußere, werde er sofort in die rechte Ecke gestellt.

„Es ist einfach nichts dran an den Vorwürfen“, beteuert Holzer. Vielmehr stellt er fest: „Wir sind mit der Situation recht zufrieden.“ In den Orten würden sich die Straftaten nicht häufen, und es seien keine Delikte bekannt geworden, die es nicht auch mit Einheimischen gebe: mal ein Ladendiebstahl, mal ein entwendetes Handy. Auch die Situation in der Erstaufnahme-Einrichtung beschreibt er als „normal“. Zwar gebe es Einsätze, „weil sich Menschen verschiedener Nationalitäten nicht immer verstehen“. Da komme es auch zu Beleidigungen oder Schubsereien oder gegenseitigen Beschuldigungen, „aber das ist relativ selten der Fall“.

Den Vorwurf, die Behörden würden die Taten unter den Tisch kehren, weist Thalmeier entschieden zurück. „Wir berichten unabhängig von der Nationalität über die Delikte“, sagt der Präsidiumssprecher. „Und egal, wer betroffen ist.“ Allerdings gebe es gelegentlich „ermittlungstaktische Gründe“, die aus Sicht der Polizei gegen eine Veröffentlichung sprechen, beispielsweise um Täter nicht zu warnen. Der Fall am Philosophenweg wäre auch nicht öffentlich gemacht worden, wenn es eine andere Beschreibung des Beschuldigten gegeben hätte.

Thalmeier und sein Kollege Holzer sorgen sich um die Stimmung in der Region. „Da nehmen Geschichten Fahrt auf, was nicht nachvollziehbar ist“, betont der Pressesprecher. „Es gibt keinen Anlass, dass die Bürger beunruhigt sind.“

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