+
Während der umfangreichen Sanierung der Berufsschule wird in Ersatzklassenzimmern unterrichtet. 

Landkreis hält sich zwei Optionen offen

Berufschulsanierung: Wo kommen die Container hin?

  • schließen

Das Groß-Projekt steckt in den Startlöchern. Trotzdem gibt es noch Punkte, die bei der Generalsanierung der Berufschule geklärt werden müssen. Dazu zählt nicht nur der endgültige Standort der Ersatzklassenzimmer.

Landkreis – Der Start des Mega-Projekts rückt immer näher. Im September sollen die ersten Arbeiten für die Generalsanierung der Staatlichen Berufsschule in Garmisch-Partenkirchen beginnen. Der Landkreis als Sachaufwandsträger muss dafür in den kommenden Jahren tief in die Tasche greifen. Etwa 26 Millionen Euro verschlingt das Vorhaben, plus weitere zwei Millionen für die Container, in denen während des Umbaus der Unterricht stattfindet. Wo diese aufgestellt werden, das ist noch nicht entschieden.

Lange Zeit stand eine Fläche „Am Königreich“ hoch im Kurs. Bei den Haushaltsvorberatungen im Schulausschuss des Kreistags drehten sich die Gespräche dagegen um ein anderes Areal: das Zerhoch-Gelände direkt an der Schornstraße. Beide Standorte liegen nur einen Katzensprung vom Hauptgebäude entfernt. Der Landkreis hält sich beide Optionen offen. Wobei für das Zerhoch-Gelände die bessere Erschließung spricht, teilt Behörden-Sprecher Stephan Scharf mit. Mehr gibt er nicht preis, weil die Vertragsverhandlungen noch laufen. Schon Landrat Anton Speer (Freie Wähler) zeigte sich in der Sitzung wortkarg. Die Einigung mit den Eigentümer sei fast erzielt, berichtete er, setzte sogleich den Schlusspunkt und schob das Thema in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung: „Mehr sog i net.“

Garmisch-Partenkirchens Gemeinderätin Alexandra Roos-Teitscheid (CSB) hakte dennoch nach. Sie erkundigte sich nach einem anderen Kontrakt – und zwar den, der sich auf den schulisch genutzten Sportplatz auf dem Areal bezieht: Zwischen der Marktgemeinde und dem Landkreis besteht darüber ein unbefristeter Vertrag. Ebenso existiert ein zeitlich begrenzter zwischen Kommune und Eigentümer Zerhoch. Wie lang dieser noch laufe, wollte die Kreisrätin in Erfahrung bringen. „Das muss man wissen, sonst reden wir über Dinge, die nächstes Jahr vielleicht obsolet sind.“ Eine exakte Antwort blieb man ihr schuldig. Scharf liefert diese nun: Ihm zufolge wurde der Vertrag zwischen Gemeinde und dem Grundbesitzer 2012 zunächst für drei Jahre geschlossen, er verlängere sich aber automatisch, sofern nicht einer der beiden Seiten rechtzeitig vor Ablauf der jeweiligen Verlängerungsperiode kündigt.

Gansler giftet gegen Zenger

Neben den Standort-Angelegenheiten beschäftigte sich das Gremium mit dem Zeitrahmen, in denen die Container zur Verfügung stehen sollen. Die Gunst der Stunde nutzte Michael Gansler und äußerte seine konkreten Vorstellungen. „Wir brauchen sie mindestens fünf Jahre“, betonte Unterammergaus Bürgermeister. Von welcher Dauer der Landkreis ausgeht, erfuhr er nicht. Kreisbaumeister Alkmar Zenger vertröstete ihn mit Infos auf einen späteren Zeitpunkt – und fing sich prompt einen verbalen Seitenhieb des Ammertalers ein. „Sie haben schon viel gesagt, und wir haben doch keine Antwort bekommen“, polterte er los. Am Ende „wird es dann doch so gemacht, wie sie oder das Bauamt es wollen“. Gansler scheint das Hickhack um die Fassadengestaltung des Werdenfels Museums in Garmisch-Partenkirchen noch nicht vergessen zu haben. Schließlich wanderte auch dieses Thema in die nichtöffentliche Sitzung ab.

Solange die Verträge nicht unter Dach und Fach sind, gibt sich das Landratsamt zugeknöpft. Scharf klärt nur über den Status Quo auf. Demnach sei die Grundlage der Ausschreibung eine Anmietung der Container für die Dauer von zwei Jahren mit der Option auf weitere zwei. Über mögliche längere Bindungen kann er noch keine Aussage treffen.

Miete oder Kauf?

Ebenso verhält es sich in einer weiteren Frage: Kauf oder Miete? Um diese Entscheidung zu fällen, muss erst das Ausschreibungsergebnis abgewartet werden. Erste Tendenzen? Die gibt es schon. Sie gehen in Richtung Anmietung. Schließlich würde der Landkreis über keine eigenen und geeigneten Flächen verfügen, auf denen die Container zwischengelagert werden könnten. Gegen den Kauf spricht laut Scharf auch, dass die Kreisgremien bislang nur Baumaßnahmen für die Berufsschule freigegeben haben.

Die einzige Bildungseinrichtung mit einem vordringlichen Sanierungsbedarf ist die Zugspitz-Realschule. Ob die Ersatzklassenzimmer darüber hinaus eine Verwendung finden, „ist noch nicht genau planbar“, sagt Scharf. Finanzielle Mittel für weitere derartige Projekte sind jedenfalls noch nicht in den Haushalt eingestellt worden. Dafür soll der Kreistag 1,5 Millionen Euro für die Container-Lösung (Planung, Fundamente, Grundleitungen, Ver- und Entsorgung, Aufstellen) verabschieden. Die verbleibenden Kosten fallen in den Folgejahren an.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Messer-Attacke in Festzelt in Partenkirchen: Mann will anderem in Kopf stechen
Messer-Attacke in Festzelt in Partenkirchen: Ein Streit zwischen zwei Männern ist so eskaliert, dass der eine mit einem Messer auf den anderen losging und es ihm in den …
Messer-Attacke in Festzelt in Partenkirchen: Mann will anderem in Kopf stechen
„Ich bin ein Biker“: Das ist der neue Pfarrvikar im Isartal
Er ist Geistlicher mit polnisch-deutscher Mentalität. Nun könnte die isartalerische dazukommen. Pater Cezary Liwinski tritt Anfang September seine Virkarstelle im …
„Ich bin ein Biker“: Das ist der neue Pfarrvikar im Isartal
Stromkabel sollen unter die Erde
Der Murnauer Marktgemeinderat drängt darauf, dass die Freileitungen zum Umspannwerk unter die Erde verlegt werden. Erfolgsaussichten? Eher gering. Doch das Bayernwerk …
Stromkabel sollen unter die Erde
„Malende Bäuerin“ kehrt heim nach Soien
Ein ganz besonderer Kauf, der ohne eine Zufalls-Entdeckung nicht möglich gewesen wäre. Aber Bad Bayersoien schlug gleich zu. Im Internet.
„Malende Bäuerin“ kehrt heim nach Soien

Kommentare