Entspricht energetisch nicht mehr dem neuesten Stand: das Berufschulzentrum.

Technik auf neuesten Stand bringen

Berufschulzentrum: Vom Energiefresser zum klimaneutralen Gebäude

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Es besteht Handlungsbedarf im Berufschulzentrum: Das zeigt sich schon am hohen Stromverbrauch. Das soll sich ändern. Deshalb bringt man das Gebäude auf die heutigen energetischen Standards. 

Garmisch-Partenkirchen – Es ist eines der Großprojekte im Landkreis. Für acht Millionen Euro wird das Berufschulzentrum Garmisch-Partenkirchen saniert und erweitert. Die Zeit ist reif dafür. Immerhin eröffnete die Einrichtung an diesem Standort im Jahr 1972. Um weiterhin in der Schullandschaft auf dem neuesten Stand zu bleiben und gestiegenen Schülerzahlen, insbesondere durch die Asylbewerber, begegnen zu können, hat sich der Landkreis Großes vorgenommen. Es geht unter anderem darum, den Altbau leicht umzustrukturieren, für zusätzliche Unterrichtsräume aufzustocken und im Erdgeschoss eine kleine Mensa einzubauen. Mehr noch: Das Gebäude soll künftig den heutigen energetischen Standards entsprechen.

Klimaschutz spielt bei dem Vorhaben eine entscheidende Rolle. Geld sowieso. Die Bauzeit des Gebäudes fiel in die Zeit vor der Ölkrise, machte Kreisbaumeister Alkmar Zenger im Umweltausschuss des Kreistags deutlich. „Da hat Energie nichts gekostet.“ Dass Handlungsbedarf besteht, daran ließ er keinen Zweifel und verwies als Beispiel auf den Stromverbrauch. „Wir liegen extrem hoch über dem Durchschnitt aller vergleichbaren Gebäude.“ Einsparen lautet die Devise. Nicht nur beim Strom, sondern auch bei der Wärmeenergie und beim Wasser. Dazu könne sowohl die Gebäudehülle beitragen, aber auch die -technik. Deswegen wird beides grundlegend erneuert.

Gebäudehülle, Fassaden und Fenster

Bei allen Bau- und Sanierungsmaßnahmen dient die Energieeinsparungsverordnung von 2016 als gesetzliche Grundlage. Im Einzelnen bedeutet dies, den Wärmeschutz an den neuesten Stand der Technik anzupassen. Wie Zenger in der Sitzung erläuterte, werden deshalb Fenster ausgetauscht, die oberste Geschoßdecke und die Außenwände gedämmt und die so genannten Wärmebrücken geprüft. Angesichts der schwierigen technischen Ansprüche greift der Landkreis auf die Hilfe von Fachbüros zurück. In diesem Fall steht ein Ingenieurbüro für Bauphysik beratend zur Seite.

Stromverbrauch und Photovoltaik

Erklärtes Ziel ist, den Stromverbrauch zu reduzieren. Dafür ersetzt man die gesamte Beleuchtung durch LED. In Fluren, Toiletten und innen liegenden Räumen sollen künftig Bewegungsmelder zum Einsatz kommen. Damit noch nicht genug: Im Rahmen der Generalsanierung werden Elektroinstallationen erneuert wie auch neue energieeffizientere Geräte angeschafft. „Dadurch ist eine Einsparung des Gesamtstromverbrauchs zwischen 20 und 25 Prozent zu erwarten“, betonte Zenger.

Das Dach der Berufschule bleibt bei den vielen Einzelschritten nicht unberührt. Es ist geplant, eine Photovoltaikanlage zu platzieren. Das Ergebnis des Ausbaus: Durch ihn stehen etwa 70 Prozent des gewonnenen Stroms für den Eigenverbrauch und zirka 30 Prozent zur Netzeinspeisung zur Verfügung, erklärte der Kreisbaumeister. Die Kosten liegen bei etwa 83 000 Euro, die Erträge bei rund 10 000 Euro. Heißt: Nach knapp zehn Jahren hat sich die Investition amortisiert.

Heizung und Rohstoffe

Wie auf dem Stromverbrauch liegt ein Schwerpunkt darauf, den Heizenergiebedarf der Einrichtung zu senken. Gleichzeitig steht auf der Agenda, die Versorgung auf nachwachsende Rohstoffe umzustellen. „Wir haben das Angebot der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen genutzt“, sagte Zenger. Derzeit entsteht ein Anschluss an das Fernwärmenetz, das aus der Biogasanlage und der Kraftwärme-Kopplungsanlage in den Loisachauen gespeist wird. Das bringt einen überaus positiven Effekt mit sich: Der Energiefresser Berufschule verwandelt sich in eine CO2-neutrale Einrichtung.

Warmwasser und Wasserverbrauch

Wegen des hohen Wasserbedarfs der zwei Lehrküchen verzichtet der Kreis auf eine dezentralisierte Warmwasserversorgung durch Einzelboiler. Vielmehr gehört zum Konzept ein Speicherladesystem und ein Wärmetauscher, durch die das gerade benötigte Wasser erhitzt wird.

Den hohen Verbrauch plant man dagegen, mit neuen Wasserhähnen zu senken. Eventuell Exemplare mit Bewegungssensor, sagte Zenger. „Sonst lassen die Schüler das Wasser unnötig laufen.“

Lüftung und Klimatisierung

Der Landkreis lässt sich bezüglich der Klimatisierung und Lüftung der Klassenräume von einem Spezialbüro beraten. Ergebnisse liegen Zenger zufolge bislang noch nicht vor. Trotzdem gab er schon einen kurzen Einblick über die groben Pläne. Demnach möchte man in den Zimmern auf eine technische Lüftung verzichten. Vielmehr soll der Luftaustausch durch mechanisches Öffnen der Fenster erfolgen. 

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