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Schuttberge türmen sich vor den Altbaufenstern. Dort geht derzeit die Entkernung des Gebäudes aus dem Jahr 1972 voran.

Großinvestition des Landkreises

Berufsschule: Millionen-Zuschuss fürs Mega-Projekt

Mit einer Investition von 28 Millionen Euro ist die Generalsanierung des Berufsschul-Altbaus das Großprojekt des Landkreises. Die Entkernung läuft. Nun gibt es ein dickes Hilfspaket der Regierung.

Garmisch-Partenkirchen – Wer dieser Tage an der Berufsschule Garmisch-Partenkirchen vorbeikommt, dem präsentiert sich ein tristes Bild. Um den Altbau ist sämtliches Grün gewichen, stattdessen stehen dort Container und schweres Gerät. Vor den Fenstern türmen sich graue Schuttberge. Es sieht so aus, als spucke das 40 Jahre alte Gebäude sein Innerstes aus. Was stimmt: Die Kernsanierung ist in vollem Gange, damit der Altbau generalsaniert und um ein Stockwerk erweitert werden kann.

Eine Großinvestition von 28 Millionen Euro, bei der der Landkreis Unterstützung von der Regierung von Oberbayern bekommt. Aus dem „Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur“ fließen zwei Millionen Euro für den Baustellenbereich, der die Türen, Fenster und Fassadenelemente betrifft. „Durch den verringerten Brennstoffverbrauch wird die neue Fassade in Zukunft zum Schutz unseres Klimas beitragen“, heißt es aus der Regierungspressestelle. Weiterer positiver Effekt: Für den Bauherrn fallen niedrigere Betriebskosten an.

Angesichts der riesigen Investition in das Berufliche Schulzentrum, das 1972 eröffnet wurde, dürfte das dem Landkreis entgegenkommen. Vor allem, weil die Kosten seit Planungsbeginn immer wieder gestiegen sind. Als der Schulausschuss des Kreistags die Generalsanierung des Altbaus im Februar 2015 beschlossen hatte, sollte diese laut dem damaligen Kreisbaumeister Christoph Schreyer acht Millionen Euro kosten und im darauffolgenden Jahr beginnen. Diese Summe wurde auch noch im Juni 2016 kommuniziert, als Schreyers Nachfolger Alkmar Zenger den Sieger des Architekten-Wettbewerbs vorgestellte. Im November 2017 war dann plötzlich von 26 Millionen Euro die Rede – weil man halt alle Bauleistungen einberechnen müsse. Und: Zwei Millionen Euro kommen für die Aushilfscontainer hinzu, in denen der Landkreis 300 Berufsschüler während der Modernisierung unterbringt.

Inzwischen hat sich gezeigt, dass diese Summe – eine „erste, grobe Schätzung“, wie es vom Landratsamt hieß – deutlich zu korrigieren ist. Statt 2 müssen 4,8 Millionen Euro gezahlt werden. Dementsprechend stieg auch die Gesamtinvestition auf 28 Millionen Euro an.

Die Kostenaufstellung der Behörde zeigt, dass der Posten Bauwerk-Konstruktion mit 13 Millionen Euro am meisten zu Buche schlägt. Wie berichtet, braucht es für den Brandschutz und die Barrierefreiheit teils neue Wände, Decken, Stützen und Treppen. Allein die jetzigen Abbrucharbeiten kosten 1,6 Millionen Euro. Weitere 4,2 Millionen fließen in die Modernisierung der Technik – etwa beim Strom (1,2 Millionen Euro) oder bei der Installation einer neuen Lehrküche (1,1 Millionen Euro).

Wie Behörden-Sprecher Stephan Scharf auf Anfrage erklärt, sei geprüft worden, wie viel für einen Neubau hätte ausgegeben werden müssen. Das Ergebnis: gleich viel, wenn nicht mehr. „Dabei hätte es ganz andere Herausforderungen gegeben.“ Etwa der Umgang mit der intakten Heizanlage im Keller, den Kosten- und Zeitaufwand für den Abriss, die längere Dauer und damit höhere Miete für die teuren Container.

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