Eine Frau in einer Schulküche.
+
Die hochmoderne Lehrküche ist eines der Schmuckstücke, die Direktorin Sabine Lohmüller beim Rundgang durch die sanierte Schule präsentiert.

Nach drei Jahren Container-Unterricht ins neu sanierte Gebäude

Berufsschule Garmisch-Partenkirchen startet in die Moderne

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
    schließen

Nach drei Jahren im Container beginnt der Unterricht für Schüler und Lehrer heute in der sanierten Berufsschule Garmisch-Partenkirchen. Gut 28 Millionen Euro sind in dieses Projekt geflossen. Das Ergebnis, das Direktorin Sabine Lohmüller bei einem Rundgang präsentiert, überzeugt alle Beteiligten.

Garmisch-Partenkirchen – Erste Reaktionen gibt’s schon. Von den Verwaltungsmitarbeitern. Und von Lehrern. Der gemeinsame Tenor: „Modern und hell, es ist wirklich schön geworden.“ Sabine Lohmüller, Direktorin des Beruflichen Schulzentrums in Garmisch-Partenkirchen, spricht aus, was im Kollegenkreis gesprochen wird. Die Begeisterung über die sanierten Räume ist groß. Dass noch nicht alles fertig ist, sich immer noch Arbeiter Am Holzhof tummeln, gerät dabei fast in Vergessenheit. „Die Beamer werden gerade montiert“, sagt Lohmüller. Auch Möbel seien bislang nicht alle angeliefert worden, etliche Kleinigkeiten eben.

Nach drei Jahren Bauzeit, drei Jahren, in denen die Schüler das Gebäude nicht betreten konnten und in Containern an der Schornstraße unterrichtet wurden, geht’s am heutigen Dienstag in den neuen Räumlichkeiten los. „Ich bin schon gespannt auf die Reaktionen“, sagt Lohmüller. Vor allem darauf, wie sie das Farbkonzept finden. Gelb-orange-Töne dominieren im Hauptgebäude, das durch ein großes Glasdach, das sich auch öffnen lässt, „deutlich aufgewertet wurde“. Im Seitentrakt wird’s blau – von türkis bis marine. Sichtbeton, Holz und eine moderne Ausstattung der Klassen- und Fachräume komplettieren das generalsanierte Gebäude, das künftig 900 Berufsschüler nutzen. Ihnen stehen im aufgestockten Bereich drei zusätzliche Klassenzimmer und ein weiterer Vorbereitungsraum zur Verfügung. Dazu kommen 200 Wirtschafts- und 25 Berufsfachschüler. Deren Unterricht findet im angrenzenden, halbrunden Teil statt, der von der dreijährigen Bauphase nicht tangiert war.

28 Millionen Euro investierte der Landkreis in den vergangenen drei Jahren

28 Millionen Euro hat der Landkreis in den vergangenen drei Jahren investiert. Geld, das den angehenden Hotel- und Restaurantfachleuten, Bäckern, Konditoren, Köchen, Hotelkaufleuten, Fachverkäufern, Friseuren, medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten, Kfz-Mechatronikern, Zweiradmechanikern, Bankkaufleuten sowie Steuerfachangestellten zugute kommt. „Diese Summe beinhaltet auch die Containermiete“, sagt Landratsamtssprecher Stephan Scharf. Was noch auf die Kreisbehörde zukommt, sind „Kosten in Höhe von 700 000 Euro für lose Ausstattungen, etwa Möbel“. Insgesamt seien der Zeitplan und vor allem der gesteckte Finanzrahmen weitgehend eingehalten worden.

Mensa und Aula in einem: der neue Eingangsbereich der Berufsschule hat eine Doppelfunktion.

Beim Umbau, der zur Freude aller Beteiligten ohne größere Probleme und vor allem unfallfrei vonstattenging, wurde zudem viel Wert auf Barrierefreiheit gelegt. „Der Aufzug ist Gold wert“, betont Lohmüller. Neben Schülern mit Gehbehinderung kommt dieser auch den Gastronomen zugute, die immer viel transportieren müssen. Deren Fachräume sind längst bereit. „Die Fachlehrer haben sich schon alles hergerichtet“, sagt Lohmüller. Zwei Küchen stehen den künftigen Köchen zur Verfügung, die ihr Handwerk nun auf Induktionsherden lernen. Wollen ihre Lehrer ihnen einzelne Schritte erklären, müssen sie nicht mehr in einen Spiegel schauen. Mit einer Kamera wird übertragen, was am Herd passiert. „So können sie alles genau nachvollziehen“, betont die Direktorin. Es sind eben viele Kleinigkeiten, die die umgestaltete Berufsschule zu einer hochmodernen machen. Wobei nicht alles erneuert wurde. Was noch brauchbar und vor allem, auf aktuellem Stand war, wie die zweite Lehrküche, fand wieder Verwendung.

Die umgestaltete Berufsschule: Nach drei Jahren Bauzeit empfängt sie heute wieder Schüler.

Einen Mehrgewinn sieht Lohmüller auch in der neuen Mensa. „Die gab’s vorher nicht.“ Ein Pausenverkauf, der kleine Gerichte anbot, wurde nun durch eine richtige Mittagsverpflegung ersetzt. Orangefarbene Hochtische mit Bänken laden zum Verweilen ein. Um die Fläche im Eingangsbereich gibt es Sitzgelegenheiten auf den Stufen, die auch zum Einsatz kommen, wenn hier eine Veranstaltung stattfindet.

Den etwa 60 Lehrern aller drei Schulen steht im ersten Stock ein liebevoll gestalteter Raum zur Verfügung – „als Ruhe- und Kommunikationszone“. Die Sessel und Hochstühle stehen schon, auch die Küchenzeile ist montiert. Kleinigkeiten gibt es aber auch hier noch zu tun. Lohmüller und ihre Kollegen sind aber schon jetzt sicher, dass sie sich in ihrem neuen, „sehr schönen“ Lehrerzimmer wohlfühlen werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare