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Ärgernis: Martin Neuner deutet auf den Schaden am Boden.

Grundeigentümer reagiert auf „unvernünftiges“ Verhalten

Beschwerde über eingezäuntes Eckbauer-Gipfelkreuz

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Martin Neuner ärgert’s. Maßlos. Der Bereich am Eckbauer-Gipfelkreuz wird immer mehr zur Müllhalde. Das wollte der Grundeigentümer nicht mehr dulden und zog die Konsequenz. Zum Leidwesen mancher Wanderer.

Nur noch aus der Ferne können Wanderer das Gipfelkreuz bestaunen.

Garmisch-Partenkirchen– Ein Foto vor dem Kreuz knipsen, dort ein kleines Picknick machen und sich eine Brotzeit gönnen – das gehört für viele Wanderer bei einer Bergtour dazu. Es ist ihre Definition von Gipfelglück. Auf dem Eckbauer bleibt ihnen dieses Gefühl nun verwehrt. Dort hält sie ein Zaun davon ab, am Kreuz zu rasten. Eine Abgrenzung, die Unmut stiftet.

Bereits im Sommer 2016 haben sich manche Ausflügler darüber geärgert. Darunter auch Andreas Schäfers. „Meiner Meinung nach kann das nicht sein, dass ein Gipfel für Bergsteiger nicht zugänglich ist“, klagt der Garmisch-Partenkirchner. Die Sperrzone sei zwar heuer deutlich kleiner ausgefallen, das besänftigt ihn aber nicht. „Dafür wurden die zwei Sitzbänke entfernt.“

Die Empörung kann Anton Weinberger, Leiter der örtlichen Tourist-Information, nachvollziehen, jedoch nichts an der Situation ändern. Die Beschwerde übermittelte er aber ans Ordnungsamt der Marktgemeinde. Verantwortlich ist Martin Neuner, der Besitzer des Berggasthofs Eckbauer. Das Kreuz steht auf seinem Privatgrund. „Somit kann man ihm eigentlich nicht vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat“, sagt Weinberger. „Die Wiese gehört ihm halt.“

Das sind die Gründe für das Handeln des Eigentümers

Für Neuner ist der Zaun mittlerweile unabkömmlich. Er will damit nicht die Eckbauer-Gäste triezen. Vielmehr reagiert er damit auf das „unvernünftige“ Verhalten von einigen Besuchern. Sie verstreuen ihren Abfall, Plastik und Hundekotbeutel. Ständig muss der Gastronom den Müll einsammeln. In den vergangenen fünf Jahren habe sich das verschlimmert. „Das geht auf keine Kuhhaut mehr“, schimpft er. „Das nimmt einfach überhand.“ Im eigenen Garten, rechtfertigt er sich, würde das auch niemand dulden. Erschwerend kommt hinzu, dass es ohnehin schon kompliziert genug sei, den Abfall zu entsorgen. Weil er jedes Kilo mit der Bahn ins Tal transportieren muss.

Der Müll ist nur ein Grund, warum Neuner das Kreuz eingezäunt hat. Der Boden leidet. „Die Leut’ treten alles zam.“ Oder Mountainbiker fahren zu fünft oder sechst nebeneinander her – durch meterhohes Gras. Trotz der Schilder, sich auf den Wegen zu bewegen. „Da ist dann alles hin.“ Furchen bis zu einem halben Meter breit und große Rinnen haben sich mittlerweile gebildet. „Irreparabel“, urteilt Neuner. Zum Teil sausen Wasser und Muren aus Schlamm bis auf die Terrasse seines Gasthofs. Wenn sich also jemand beschwert, kann er das gerne tun. Er hat Beweise. Fotos von den Zuständen. Die will er Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) übergeben.

Der Zaun bleibt also. Und die Bänke? Thomas Baumüller vom Bauamt gibt auf Tagblatt-Nachfrage Entwarnung. „Die waren wohl schon alt und morsch, deshalb wurden sie über den Winter abtransportiert“, sagt er. Wenn es die Witterung zulässt, „werden aber sicherlich neue aufgestellt.“ Im Bereich des Kreuzes sind Neuner zufolge keine mehr vorgesehen. Weil er findet, dass es genug andere Platzerl gibt. „Von insgesamt 100.000 Quadratmetern können die Leut’ auf 90.000 rumsitzen“, betont der Wiesen-Besitzer. Nur eben nicht am Kreuz.


Sonja Hößl und Manuela Schauer

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