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Eine der Einrichtungen in Garmisch-Partenkirchen: der Kindergarten in der Breitenau. 

Mehr Bedarf an Plätzen wegen zugezogener Familien

Kein Platz für 60 Kinder 

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Zwei neue Gruppen lösen wohl das Dilemma, in dem die Gemeinde steckt. Für 60 Mädchen und Buben gibt es nach momentanem Stand keinen Platz in den Betreuungseinrichtungen in Garmisch-Partenkirchen. Deshalb wird ein Provisorium geschaffen. Auch Gespräche mit zusätzlichem Personal laufen schon.

Garmisch-Partenkirchen – Der Schulbesuch ist Pflicht. Dem kann sich niemand entziehen. Bis dahin haben Eltern die Wahl. Sie können ihren Nachwuchs in eine Einrichtung schicken, haben aber genauso die Möglichkeit, ihn daheim zu betreuen. Dadurch wird es für Kommunen allerdings schwierig zu kalkulieren, wie viele Plätze sie letztlich zur Verfügung stellen muss. Denn die Gemeinden sind in der Pflicht, jedes Kind, das angemeldet wird, auch tatsächlich unterzubringen. Vor diesem Dilemma steht der Markt Garmisch-Partenkirchen momentan.

Meierhofer: „Wir müssen eine Lösung finden“

Eine erste Umfrage ergab, dass 90 Mädchen und Buben keinen Platz hätten. Zumindest keinen in der Wunsch-Einrichtung ihrer Eltern. Rechnet Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) mit ein, dass elf Kinder aus anderen Orten kommen, also in den Heimatgemeinden und nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich einen Bedarf anmelden können, und in der Breitenau noch 15 Krippenplätze zur Verfügung stehen, geht sie aktuell von 60 Betroffenen aus. „Für die müssen wir eine Lösung finden“, betont Meierhofer. Ein Szenario, das sie noch sehr gut an die Zeit erinnert, als sie selbst auf der Suche nach einem Platz für eines ihrer Kinder war. Vom damaligen Bürgermeister Toni Neidlinger (CSU) mussten sie und andere Mütter sich vor mittlerweile 27 Jahren anhören, dass der Nachwuchs in Garmisch-Partenkirchen doch zu Hause versorgt werden könne. Und die Frau dafür eben daheim bleiben solle. Damit gab sich Meierhofer freilich nicht zufrieden. Somit begann mit dem Kampf um Kindergartenplätze ihr politisches Engagement.

Das ist Geschichte. Mittlerweile ist der Anspruch der Eltern im Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) verankert. Und deshalb steht für die Bürgermeisterin außer Frage, dass die Gemeinde gezwungen ist zu handeln. „Ich gehe davon aus, dass wir zwei provisorische Gruppen bilden müssen.“ Räume sind vorhanden. Welche tatsächlich eingesetzt werden, „muss das Bauamt noch prüfen“. Auch zusätzliches Personal steht zur Verfügung – „von früheren Einstellungsgesprächen“. Mit den Erziehern werde nun Kontakt aufgenommen, um dann zum 1. September bereit zu sein. Denn dieses Datum ist der Stichtag, an dem endgültig feststeht, wie viele Mädchen und Buben eine der zehn Einrichtungen besuchen wollen.

Anmeldezahlen ändern sich ständig

Neben den vier Kindergärten und -krippen unter Trägerschaft von Gemeinde und Kirche bestehen eine am Klinikum, eine der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe, eine im SOS-Kinderzentrum, zwei Elterninitiativen und das Angebot des Kinderbüros. Rathaus-Sprecherin Ute Leitner zufolge gibt es aktuell 593 Plätze in Kindergärten, 150 in Krippen und etwa 40, die vom Kinderbüro und von Tagesmüttern abgedeckt werden. Die Zahlen fürs kommende Kindergartenjahr „ändern sich täglich“, sagt sie. „Das Anmeldeverfahren läuft.“

Ob Meierhofers Prognose eintritt und tatsächlich 60 Mädchen und Buben dazu kommen, stellt sich also erst noch raus. „Wir sind gewappnet“, betont sie. Dass es plötzlich so viel mehr Kinder in Garmisch-Partenkirchen gibt, liegt nicht allein an den Flüchtlingen – „das sind nur 10 bis 15“. Der Bedarf kommt zu Meierhofers Freude von zugezogenen Familien, vor allem im Krankenhaus-Viertel.

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