Zwei Polizisten mit FFP2-Maske stehen an einem Auto und kontrollieren Papiere.
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Kontrolle der Papiere: Ab Mittwoch brauchen einreisende Pendler die behördliche Bescheinigung.

Betriebe sollen ihre Grenzgänger melden

Pendler aus Tirol: Bescheinigung und negativer Corona-Test nötig

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Pendler zwischen Tirol und dem Landkreis werden an der Grenze kontrolliert. Ab Mittwoch gilt: Wer aus Österreich kommt, braucht eine behördliche Bescheinigung und einen negativen Corona-Test.

Landkreis – Die Begrifflichkeiten an sich sind schon kompliziert. Pendler sind sie alle – klar. Aber schön wär’s, wenn es so einfach bliebe. Der Grenzpendler ist jener, der in Deutschland lebt und in Österreich seiner Arbeit nachgeht. Läuft die Sache andersherum, also lebt der Mensch in Tirol und arbeitet in Bayern, gilt er streng genommen als Grenzgänger.

Das vorneweg – für mehr Durchblick in der Grenzthematik.

Die deutschen Behörden wie das heimische Landratsamt beschäftigen sich aktuell in erster Linie mit Angestellten, die als Grenzgänger eingestuft sind, also in Tirol beheimatet sind. Schließlich wird derzeit die Einreise nach Deutschland wieder per stationären Kontrollen an den Übergängen überwacht – rund um die Uhr in Mittenwald und Griesen. Deutschland hat Tirol als Virusvariantengebiet eingestuft, nachdem dort die Südafrika-Mutante grassiert. 

Für Grenzkontrollen: Landratsamt soll Liste mit Betrieben liefern

Seit dem Sonntag gilt eine Verschärfung der Einreise-Regularien. Exakt für jene Berufstätige, die im Landkreis arbeiten und täglich aus Tirol anfahren, besteht ab Mittwoch, 17. Februar, eine Pflicht zum Mitführen einer behördlichen Bescheinigung (zusätzlich zu einem Negativ-Corona-Test). Der Freistaat Bayern hat dazu die Landratsämter aufgefordert, eine Liste mit Betrieben systemrelevanter Branchen zu erstellen und die Daten nach München zu liefern. „Frist Dienstagmittag“, sagt Stephan Scharf, Pressesprecher der Kreisverwaltung in Garmisch-Partenkirchen. Ein Schmunzeln kann er sich kaum verkneifen. Denn: Bis dahin eine vollständige Aufstellung der Grenzgänger an die übergeordnete Behörde zu senden, wird das Amt kaum schaffen. „Da werden wir nachliefern müssen“, kommentiert Scharf.

Die geforderte Variante, eine Liste mit den Unternehmen anzufertigen, hält der Behördensprecher ohnehin für nicht machbar. „Das ist für uns nicht darstellbar.“ Eine Lösung hat man im Landratsamt aber gefunden: Die Betriebe, die Angestellte beschäftigen, die im benachbarten Tirol leben und täglich zur Arbeitsstätte pendeln, sollen die Daten dieser Mitarbeiter schnellstmöglich per Mail an die Kreisverwaltung melden. Dennoch wird das nicht alles in einem Tag zu klären sein. Denn: „Das Zeitfenster ist klein, und wir müssen die Angaben der Betriebe ja auch erst einmal überprüfen.“ Als erster Großbetrieb meldete sich bereits das Klinikum Garmisch-Partenkirchen, das stolze 36 Mitarbeiter aus Tirol beschäftigt.

Gewerbeamt unterstützt Gesundheitsamt beim Melden

Die Köpfe hatten die Verantwortlichen bereits am Morgen zusammengesteckt, wie die neueste Aufgabe aus München zu bewältigen sein könnte. Noch am Abend waren per E-Mail die ministeriellen Schreiben mit den aktuellen Anweisungen eingetrudelt. Klar war schnell: Das Gesundheitsamt kann diese Zusatz-Belastung nicht stemmen. Letztlich landete das Thema Grenzgänger als beim Gewerbeamt, das in rechtlichen Fragen die Kollegen der Gesundheitsbehörde in der Corona-Pandemie bereits grundsätzlich unterstützt. Scharf: „Und die Abteilung wird aus dem Haus auch noch Verstärkung bekommen.“

Kontakt für Betriebe: Alle Informationen gibt es auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lra-gap.de. Dort kann ein Formblatt heruntergeladen werden, das per E-Mail an ga-bescheid@lra-gap.de zurückgesendet werden muss.

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