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Die Bahngleise werden dauerhaft eingehaust, darauf wird die Tribüne aufgebaut. So sieht ein Teil der Vision für eine Kandahar-Arena aus. Damit bewirbt sich der Skiverband um die Weltmeisterschaften 2025. 

Bid Book dem Internationalen Skiverband FIS präsentiert

Bewerbung um Ski-WM 2025: Vision Kandahar aus Garmisch-Partenkirchen kommt gut an

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Eine erste Probe hat die Bewerbung um die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2025 mit Garmisch-Partenkirchen als Austragungsort überstanden. In Zürich stellten sich die Macher des Bid Books Fragen des Internationalen Skiverbands.

Garmisch-Partenkirchen/Zürich – Auf den Gängen des Hilton-Hotels in Zürich wird geredet. Was sich die Schweizer wohl ausgedacht haben. Wie das der Österreicher wohl angekommen ist. Welche Chancen den Deutschen wohl bleiben. Über ein Thema unterhalten sich die Gäste aus der ganzen (Ski-)Welt vor den Meeting-Räumen immer wieder: die Vision Kandahar. Für Peter Fischer ein positives Zeichen. „Die ist bei allen richtig gut angekommen.“ Sollte sie auch. Diese Vision von einer Event- und Sport-Arena für Garmisch-Partenkirchen ist das Herzstück des Bid Books. Mit dem knapp 100 Seiten langen Werk will der Deutsche Skiverband (DSV) die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2025 in die Marktgemeinde holen. Nun präsentierte ein Team um Fischer als Kopf der Bewerbung die 20 Kapitel vor Vertretern des Internationalen Skiverbands FIS. Ein erster Härtetest.

Saalbach im Rennen um die Ski-WM 2025 großer Konkurrent

Bereits zum 31. August hatten die Bewerber ihre Unterlagen digital bei der FIS eingereicht. Neben dem DSV und Garmisch-Partenkirchen treten der ÖSV mit Saalbach und der Schweizerische Skiverband mit Crans-Montana an. Das Bid Book der Konkurrenten kennt Fischer nicht. Doch das Gemurmel auf den Hilton-Hotelgängen und Gespräche beim Essen im 180-Grad-Panoramablick-Restaurant haben den Garmisch-Partenkirchner in seiner Meinung bestätigt: Saalbach ist der schärfste Konkurrent - allein wegen der Konstellation. Bereits für 2023 hatten sich die Österreicher beworben, der Zuschlag ging nach Courchevel-Méribel in Frankreich. Und jeder kennt die ungeschriebene Regel: Eine erfolgreiche Bewerbung braucht zunächst eine Absage. Fischer und sein Team sind gekommen, um dieses Gesetz zu brechen. „Ich trete nicht an, um zu verlieren.“

Der deutsche Auftritt vor der FIS-Jury begann um 15 Uhr und dauerte eineinhalb Stunden, wie bei jedem Kandidat. Walter Vogel vom DSV übernahm den Marketing-Teil der Präsentation, Alpindirektor Wolfgang Maier den sportlichen. Für den touristischen hatte Fischer GaPa-Tourismus-Geschäftsführer Michael Gerber mitgebracht. Vom Weltcup-Organisationsteam und Skiclub Garmisch, bei dem vor Ort alle Bid-Book-Fäden zusammengelaufen sind, waren Birgit Seipp und Christiane Bauer dabei. Geredet hat vor allem Fischer.

Lob der FIS für Garmisch-Partenkirchen: Alles gut geplant

Ein Lob gab’s am Ende, sagt er. Organisatorisch sei das alles sehr gut geplant. Das aber reicht der FIS nicht, betont der Weltcup-Chef-Organisator. Die Verantwortlichen wollen demnach sehen, dass sich ein Ort entwickelt. Vor und nach einer Weltmeisterschaft. Deshalb schauen sie sich genau an, was die WM 2011 dem Markt gebracht hat. Explizit fragten sie Fischer zufolge, wie sich die Übernachtungszahlen verändert haben, ebenso die Gästezahlen in den Skigebieten. Auch die Hotelbetten spielten eine Rolle. Die Ziffer 1100 hatte Gerber vorbereitet. So viele neue Betten wird es bis 2025 in Garmisch-Partenkirchen geben. Einige davon sind durch neue Häuser wie Mount 10, die Werdenfelserei und das Hotel Obermühle bereits entstanden.

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Die FIS habe gesehen: „Es tut sich was im Ort“, sagt Fischer. Auch und vor allem wegen der Kandahar-Arena, die neben der Kreuzeckbahn entstehen soll. Alle zwölf Rennen enden dort. Von der Tribüne, die dem Plan zufolge auf den umbauten Bahngleisen errichtet wird, und den Stehplätzen aus können die Zuschauer die Strecke bis zum Freien Fall einsehen. Im gewohnten Zieleinlauf der Weltcup-Rennen westlich der Alpspitzbahn-Talstation entsteht ein Eventbereich.

Markt Garmisch-Partenkirchen muss über Vision Kandahar entscheiden

Das alles ist fix, wird im Fall einer WM gebaut. Die Frage ist: Kommt eine große, dauerhafte Lösung, wie es die Vision Kandahar vorsieht samt Parkhaus, Multifunktionsgebäude mit Sportgeschäft, Service und Verleih sowie einer ständigen Einhausung der Gleise, sodass man die Tribüne das ganze Jahr über für Veranstaltungen aufbauen könnte. Diese Entscheidung muss die Gemeinde treffen - wo von einer möglichen WM aktuell noch gar nichts zu sehen ist. Das soll sich bald ändern (siehe Bericht unten). 

Das WM-Team um Fischer hat vorerst seine Arbeit getan. Womöglich erhält es in den nächsten Wochen weitere schriftliche Nachfragen der FIS. Die muss es bis Ende November beantworten und werden in das Bid Book eingearbeitet. Das fertige Werk erhält das FIS-Council mit seinen 17 Mitglieder. „Die 17 Stimmen, um die jeder kämpft“, sagt Fischer. Sie werden im Mai 2020 in Thailand nach einer letzten Präsentation entscheiden, wer die WM 2025 ausrichten wird.

Bewerbung um Ski-WM: Aktionen und Werbung im Ort kommen noch

Garmisch-Partenkirchen ist Bewerber-Ort. Noch sieht das niemand. Außer besonders aufmerksame Autofahrer, die kurz vor dem Marienplatz zufällig nach links schauen, an den Stadel des Skiclubs Garmisch. Dort hängt seit etwa fünf Wochen das Logo für die Bewerbung um die Alpinen Weltmeisterschaften 2025. Sonst gibt’s nichts, kein Schild, keine Fahne, kein Plakat. Das hat Peter Fischer, Kopf der Bewerbung, gegenüber den Tourismusverantwortlichen angesprochen. Bald soll sich etwas tun. In einem Treffen erarbeiteten das WM-Team um Fischer und das GaPa-Team um Marketingleiterin Stephanie Fichtl nun Ideen, um Besuchern sowie Einheimischen das Thema näherzubringen. Ein Baustein ist das „Grundgemurmel“, wie Fichtl es nennt. Die Basisausstattung also, beispielsweise gut sichtbare Tafeln am Ortsein- und Ortsausgang, zudem Hinweise mittendrin. „So schnell wie möglich“ will Fichtl diese Punkte umsetzen. Auch sollen das Logo und Schriftzüge auf Druckunterlagen von GaPa-Tourismus und der Marktgemeinde auftauchen, etwa im neuen Gastgeberverzeichnis. Hinzu ist eine weitere Aktion geplant, zu der Fichtl noch nichts Genaues verraten will. Man habe beim Treffen „kreativ herumgesponnen“ und sei auf „richtig gute Ideen“ gekommen. In welcher Form diese umgesetzt werden, wird erst entschieden. „Bestimmt aber kommt die Aktion noch in diesem Jahr.“

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