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Arbeit zum Thema Überfütterung: Das Werk von Lynn Ohrdorf aus Bamberg trägt den Titel „Kuh mit Rieseneuter“. 

Schulen für Holz und Gestaltung

Bewunderung für die Absolventen

Beim 35. Tag der offenen Tür der Schnitzschule gab es viel Lob für die Meisterstücke der Absolventen. Außerdem wurden die Pläne für den Beitrag zur Landesausstellung gezeigt.

Garmisch-Partenkirchen – Bereits am frühen Vormittag drängten sich die Besucher in den Garmisch-Partenkirchner Schulen für Holz und Gestaltung (SHG) des Bezirks Oberbayern im Ausstellungspavillon. In den Werkstätten, Maschinenräumen, Zeichensälen und Ateliers, wurde gefachsimpelt, begutachtet und den jungen Schreinern, Holzbildhauern, angehenden Raum- und Objektdesignern und Krippenbauern beim Arbeiten über die Schultern geschaut. Es gab Projektarbeiten zu bestaunen, Ausstellungsstücke zu begutachten und Arbeiten zu kaufen. Der 35. Fachschultag und Tag der offenen Tür zog Interessierte von nah und fern an.

Extra aus Ulm war Familie Schöller angereist: „Wir wollten uns selbst einmal ein Bild über die Ausbildung hier machen, die Atmosphäre kennenlernen“, erzählt der Vater. „Unser Sohn Tobias liebäugelt mit einer Schreinerlehre, und die Fachschule wurde uns empfohlen.“ Noch einmal zurück in ihre Ausbildungsstätte waren die 18 Schreinermeister, die Absolventen des Jahrgangs 2016/17, gekommen. Ihre Meisterstücke standen im gläsernen Ausstellungspavillon aus. „Ich hatte mich nach dem Besuch des Fachschultages 2013, den guten Gespräche damals, entschieden, hier die Meisterschule zu besuchen“, erklärt Richard John (28). Der Potsdamer gehört zu den Besten seines Jahrgangs, hat bereits eine Anstellung im Schwarzwald und möchte als Schreinermeister in der Schweiz arbeiten. Sein origineller und funktioneller Schreibtisch aus 15-jährigem Eichenholz, belegt mit Linoleum, wurde mit der Note 1 bewertet.

Aber auch die anderen handwerklich exakt gearbeiteten Meister-Möbelstücke – Betten, Schreibtische, Regale, der Schminkschrank von Katharina Walser, der Raumteiler von Julius Westermeyer oder der Steharbeitsplatz von Kevin Gerstmaier – fanden zahlreiche Bewunderer. „Die Messlatte bei den Bewertungen liegt sehr hoch“, erklärt Schulleiter Christoph Schreyer. Er hofft natürlich mit seinen Kollegen, dass auch in diesem Jahr der Jahresbestmeister aus der Garmisch-Partenkirchner Meisterschule kommen wird. In der Fachakademie für Raum- und Objektdesign sind bereits die an der CNC-Maschine gefertigten Modelle für die Möbelmesse in Köln ausgestellt.  Schreyer verweist auf die Vorbereitungsarbeiten des schulübergreifenden Projekts für die Bayerische Landesausstellung in Ettal. „Hier werden sich die Instrumentenbauschule Mittenwald, die Berufsfachschule für Holzbildhauer und Schnitzer Oberammergau und unsere Schulen gemeinsam präsentieren“. Die Gestalter wollen dafür einen der breiten, endlos langen Klosterflure zur Ausstellungshalle umfunktionieren. Die kommende Landesausstellung ist auch Thema in der Holzbildhauerklasse. In ihr arbeitet Lynn Ohrdorf (2. Lehrjahr) aus Bamberg an ihrer Skulptur „Kuh mit Rieseneuter“, die zum Thema Überzüchtung gehört.

Der gute Ruf der Schulen für Holz und Gestaltung als vielfältiges Zentrum handwerklich-gestalterischer Aus- und Weiterbildung hat sich an diesem öffentlichen Präsentations- und Begegnungstag erneut bestätigt. Und vielleicht klappt es ja für Tobias Schöller aus Ulm, einen der 150 begehrten Ausbildungsplätze zu bekommen.

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