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Ein Abrissbagger bemächtigt sich der Mauern des Bichlerhofs.

Verkauf mit Investoren-Familie nun verbrieft

Bichlerhof wird abgerissen

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Garmisch-Partenkirchen - Bald ist der Bichlerhof endgültig Geschichte. Er wird gerade abgerissen. Wann an seiner Stelle mit dem Bau eines Hotels begonnen wird, steht noch nicht fest. Allerdings ist der Verkauf das Areals, das der Gemeinde gehörte, an die Familie Erhardt endlich verbrieft.

Die Zähne der Baggerschaufel fressen sich Stück für Stück in die Mauern und in das Gebälk. Der Bichlerhof stirbt – langsam, aber sicher. Es ist das Ende eines langen Siechtums. Dabei war das Haus einmal eine Perle. Früher tummelten sich Kurgäste im Sanatorium Bichlerhof. Später diente das Gebäude, das auf einem 2835 Quadratmeter großen Areal an der Alleestraße steht und das seit 1969 der Marktgemeinde gehört, Bands als Übungsraum und verschiedenen Vereinen als Lagerfläche. Am Donnerstag hat eine Firma begonnen, das seit Jahren leer stehende Haus – es war zuletzt häufig das Objekt der Begierde diverser Investoren und Baulöwen – abzureißen.

Das heißt: Der Vertrag zwischen der Familie Erhardt, die im Finanzausschuss im Juni 2015 Investor Franz Hummel ausgestochen hatte, und der Gemeinde ist seit wenigen Tagen notariell verbrieft. „Der Bichlerhof ist zwischenzeitlich verkauft worden, so dass der Markt nicht mehr Eigentümer ist. Der Abbruch wurde uns aber form- und fristgerecht mitgeteilt“, sagt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. Was lange währte, ist endlich geschehen. Der Kaufpreis von 1,205 Millionen Euro war bereits 2015 und 2016 Bestandteil des Gemeinde-Haushalts. Bis wann das Geld fließen muss, steht nicht fest. Womöglich bereichert es erst den Etat 2017, den der Finanzausschuss gerade bespricht.

Schröter kritisierte niedrigen Preis

Pro Quadratmeter hatte Garmisch-Partenkirchen lediglich 425 Euro verlangt. In den Augen von FDP-Gemeinderat Martin Schröter ein Unding. Deshalb hatte der Liberale den Verkauf des Bichlerhofs per Rechtsaufsichtbeschwerde gegen Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) vom Landratsamt überprüfen lassen. Schröter hielt die Ausschreibung für falsch und den Preis erachtete er als viel zu niedrig. Auch den Beschluss des Finanzausschusses, den Bichlerhof an die Investorenfamilie Erhardt für rund 1,2 Millionen Euro zu veräußern, passte ihm nicht. Allerdings hatte die übergeordnete Behörde am Vorgehen der Gemeinde nichts auszusetzen und erklärte die Rechtsaufsichtsbeschwerde für null und nichtig. 

Die Erhardts, die den Fiakerhof an der Badgasse im Ortsteil Partenkirchen betreiben, wollen in Sichtweite des Garmischer Kurparks ein Hotel errichten und damit das realisieren, was sich Bürgermeisterin Meierhofer bei der Ausschreibung gewünscht hat. Sie hoffte auf „ein hochwertiges Hotel, welches das bestehende Beherbergungsangebot ergänzt und abrundet“. Wann die Baumaschinen anrollen, um die Pläne der Investorenfamilie Erhardt wahr werden zu lassen. Der Bauausschuss hat noch immer kein grünes Licht gegeben. Allerdings soll das in einer der nächsten Sitzungen passieren. „Es gab viele Dinge zu beachten“, erklärt Nöbauer die eineinhalb Jahre dauernde Verzögerung.

Einen Steinwurf vom Bichlerhof entfernt harren zwei weitere Grundstücke, dass etwas passiert. Das eine, zwischen Kurpark und Fürstenstraße gelegen, befindet sich im Besitz der FH Innova GmbH von Franz Hummel. Dort soll Wohnbebauung entstehen. Gar nichts tut sich auf der Fläche, die dem Bichlerhof gegenüberliegt. Dieses Areal hatte Hummel an einen russischen Investor veräußert, nachdem sein Pläne mit dem Bichlerhof gescheitert waren.

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