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Zeichen gesetzt: Mitglieder der landwirtschaftlichen Verbände Bio- sowie Naturland, Biokreis, Demeter und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft  geben bei einem Treffen in Oberhausen ein  Bekenntnis zum Volksbegehren ab.

Im Landkreis haben sich rund 14 Prozent der Stimmberechtigten bereits eingetragen

Bienen-Volksbegehren:  Drei Orte erreichen Fabel-Werte

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Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ brummt: Im Landkreis haben sich bis Montagmittag rund 14 Prozent der Wahlberechtigten für das Artenvielfalt-Plebiszit eingetragen. Die Speerspitze bilden Uffing, Murnau und Ohlstadt. Bayernweit fehlten noch 50 000 Stimmen für einen Volksentscheid.

Landkreis – Im Schlussspurt setzt Raphael Mankau auf einen langen Atem. Kurz vor dem Ziel soll den Initiatoren nicht die Luft ausgehen. „Jede Stimme zählt“ – und fließe ins bayernweite Ergebnis ein, sagt der Pressesprecher des lokalen Aktionsbündnisses im Landkreis für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Mankau meint damit: Auch der Kreis, der einen „absolut hocherfreulichen Stand“ aufweist, möge nicht nachlassen. Der Murnauer zielt darauf ab, ein möglichst „deutliches Signal“ zu setzen und schwächere Ergebnisse in anderen Regionen wettzumachen.

Die Wahlberechtigten im Landkreis benötigen insgesamt kaum Ermunterung. Hier stellt sich die Situation für die Bienen-Retter „ganz ausgezeichnet dar“, sagt Mankau. In Zahlen: Rund 14 Prozent der Stimmberechtigten – für einzelne kleinere Orte lagen keine ganz aktuellen Zahlen vor – haben sich mittlerweile in den Rathäusern eingetragen, Mankau hofft, dass am Ende die 20-Prozent-Marke fällt. Bayernweit müssen sich bis Mittwochabend 10 Prozent – ein Wert, der im Landkreis bereits am Donnerstag erreicht worden war –, registrieren lassen, damit es zum Volksentscheid kommt. Etwa 50 000 Stimmen fehlten gestern noch.

Doch nicht alle fliegen auf „Rettet die Bienen“ – selbst in der Region. Der Kreis weist etwa ein Nord-Süd-Gefälle auf. Während in Krün, Wallgau und Mittenwald am Montagvormittag die 10-Prozent-Hürde jeweils nicht in Sichtweite lag, erreichten die Zwischenstände in Uffing (28,3 Prozent), Murnau (24,4) und Ohlstadt (24) schier sensationelles Niveau. Die Resonanz in Bad Bayersoien, Eschenlohe, Ettal, Grainau, Oberau und Saulgrub blieb eher verhalten. Der größte Ort Garmisch-Partenkirchen lag mit 12,2 Prozent im Mittelfeld.

Die deutlichen Unterschiede in den diversen Orten entsprechen in Mankaus Augen den Wahlergebnissen: Grüne und ÖDP schneiden traditionell rund um den Staffelsee gut ab. „Auch die Verbände haben ihre Mitgliederschwerpunkte eher im Norden als im Süden“, sagt Mankau. Das Aktionsbündnis hat sich bei seinen Aktivitäten auf Garmisch-Partenkirchen und Murnau fokussiert – mit entsprechenden Resultaten.

Der voraussichtliche Erfolg des Volksbegehrens dürfte Vertretern des Bayerischen Bauernverbands wenig schmecken. Kreisobmann Klaus Solleder und sein Stellvertreter Alois Kramer bezogen im Tagblatt-Gespräch klar Position gegen das Referendum, bezeichneten es als „gut gemeint, aber schlecht gemacht“. Sie sprechen damit allerdings nicht für den gesamten Berufsstand. Mitglieder der landwirtschaftlichen Verbände Bio- sowie Naturland, Biokreis, Demeter und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) gaben bei einem Treffen in Oberhausen ein klares Bekenntnis zum Volksbegehren ab. Diese Verbände sowie die Landesvereinigung ökologischer Landbau unterstützen „Rettet die Bienen“ auch offiziell. Die versammelten Bauern, heißt es in einer Pressemitteilung der ABL, betonten demnach, das Volksbegehren richte sich nicht gegen Bauern. Doch es bedürfe „einer intensiven Mitwirkung der Landwirtschaft, da 44 Prozent der bayerischen Landesfläche landwirtschaftlich genutzt“ werden.

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