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Ein ausgewiesener Experte für die Engelwurz ist Gemeindegärtner Günther Hensel.

Verwechslung mit dem giftigen Riesen-Bärenklau?

Blumenfrevel am Josefsplatz

Es ist eine Heilpflanze. Nun wurde die Engelwurz, die am Josefsplatz in Garmisch-Partenkirchen wächst, einfach von einem Unbekannten abgeschnitten. 

Garmisch-Partenkirchen – Sie kann bis zu zwei Meter hoch werden und eine schöne weiße Blütenkrone tragen. Außerdem werden ihr heilende Kräfte zugesprochen. Im Mittelalter glaubten die Menschen sogar, sie könne die Pest heilen. Die Engelwurz ist eine wirklich besondere Pflanze. Auch in Garmisch-Partenkirchen gibt es sie an mehreren Orten zu bestaunen. So wächst sie im Michael-Ende-Kurpark, im Bauerngarten vor dem Polznkasparhaus und bis vor einigen Wochen am Josefsplatz. Dort hat jedoch ein Blumenfrevler zugeschlagen und die Blüten einfach abgeschnitten. „Wahrscheinlich wurde sie mit dem giftigen Riesen Bärenklau verwechselt“, vermutet Gemeindegärtner Günther Hensel. Allerdings gebe es deutliche Unterschiede, vor allem bei Blüten- und Blätterform.

Hensel beschäftigt sich schon aufgrund seiner Familientradition mit Heilpflanzen. Schließlich war nicht nur sein Urgroßvater schon auf diesem Gebiet tätig, sondern dieser wurde auch durch den berühmten Pfarrer Sebastian Kneipp geheilt. Dieser war ein katholischer Geistlicher und gilt als Vater der nach ihm benannten Medizin.

Die „Angelica archangelica“, so der lateinische Name, wurde von Iroschottischen Mönchen nach Mitteleuropa gebracht und in Klostergärten kultiviert. Ihren Namen erhielt sie in den dunklen Zeiten der Pest. Damals glaubten die Menschen, ein Erzengel hätte sie ihnen als Medizin gegen den schwarzen Tod geschenkt. „Angeblich sollen Auszüge von ihr tatsächlich Kranke geheilt haben“, berichtet Hensel. Auch in der traditionellen Volksmedizin wird sie bis heute verwendet. Produkte daraus helfen gegen Husten oder Magen-Darmerkrankungen. Von Selbstmedikation rät Hensel allerdings ab. Man solle beim Arzt oder Apotheker nach Engelwurz-Produkten fragen

mn

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