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Gemeinderat stimmt für Vertragsverlängerung

BMW Motorrad Days: Kreis soll sich beteiligen

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Die BMW Motorrad Days bleiben bis 2021 in Garmisch-Partenkirchen. Die Verlängerung der wichtigsten touristischen Veranstaltung, von der die gesamte Region enorm profitiert, hat sich die Marktgemeinde erkaufen müssen.

Garmisch-Partenkirchen – In großer Delegation waren sie am 23. Oktober nach München gefahren. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), Tourismusdirektor Peter Nagel und GaPa-Tourismus-Mitarbeiter David Stiehler. Im Schlepptau: Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Ihr Ziel: die BMW-Zentrale. Dort trafen sie auf Timo Resch, den Marketing-Vorstand von BMW-Motorrad, um den Vertrag für weitere drei Jahre Motorrad Days in Garmisch-Partenkirchen einzutüten. Das ist gelungen – jetzt auch mit dem Segen des Gemeinderats (23:0 Stimmen).

Aber es war ein hartes Stück Arbeit bis der Konzern sich einverstanden erklärte, das Event bis 2021 in Garmisch-Partenkirchen zu belassen. Viel härter, als es zunächst den Anschein hatte und wie es kommuniziert worden war. Resch hatte Wünsche und stellte Forderungen an Garmisch-Partenkirchen, die sich Nagel zufolge „im hohen sechsstelligen Euro-Bereich bewegten“. Nagel machte im Gemeinderat deutlich, dass sich BMW „intensiv andere Orte“ als Alternative angeschaut hatte. Resch und sein Stab entschlossen sich zum Bleiben, „weil wir unsere Hausaufgaben erledigt und ein schlüssiges Konzept entwickelt haben“. Und weil Garmisch-Partenkirchen finanzielle Zugeständnisse machte.

Bislang unterstützte die Marktgemeinde die Motorrad Days, die seit 2002 in Garmisch-Partenkirchen stattfinden, durch Leistungen im Wert von rund 200 000 Euro. Für 2018 steigen die Kosten um etwas mehr als 52 000 Euro, für 2019 bis 2021 kommen jährlich weitere 90 000 Euro dazu. Ein Großteil davon fließt in einen Bus-Shuttle-Service, der die Motorradfahrer, die außerhalb von Garmisch-Partenkirchen logieren, zum Ort des Geschehens bringen soll. Geld, das gut angelegt ist, wie Nagel meint. „Die Wertschöpfung der Veranstaltung liegt zwischen acht und neun Millionen Euro.“

Die rund 40 000 Biker geben ihr Geld allerdings nicht nur in Garmisch-Partenkirchen aus. Die ganze Region profitiert davon. Und da kommt Speer ins Spiel. Meierhofer hatte den Landrat gebeten, die Fahrt nach München mitzumachen, um den BMW-Managern zu zeigen, „dass die ganze Region hinter der Veranstaltung steht. Es war ein positives Signal“. Zudem sei Speer den Motorrad Days immer positiv gegenüber gestanden. „Er hat uns häufig geholfen.“

Den Vorschlag, der Landkreis als Mitprofiteur solle sich in Zukunft an den Kosten – zum Beispiel für den Shuttle-Bus – beteiligen, stammte von Peppi Braun (Freie Wähler). Damit rannte er bei den anderen Kommunalpolitikern offene Türen ein. Robert Allmann (SPD) und Walter Echter (CSB) regten an, in der nächsten Sitzung des Kreistags im Dezember, dem beide angehören, einen Antrag auf finanzielle Unterstützung zu stellen. Man müsse „über den Tellerrand hinausschauen“ meinte Allmann und „Zusammenarbeit praktizieren“.

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