+

Großeinsatz der Polizei

Bombendrohung: McDonald‘s in Garmisch-Partenkirchen geräumt

  • schließen

„In zwei Stunden ist hier alles kaputt“: Mit diesen Worten hat ein anonymer Anrufer am Dienstagmittag für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Ziel des vermeintlichen Bombenanschlags war das McDonald‘s-Restaurant in Garmisch-Partenkirchen.

Update vom 11. März 2017: Eine weitere Anschlagsdrohung sorgt für Aufsehen. In Nordrhein-Westfalen wurde das Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen geschlossen. Laut Polizei gibt es konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag.

Garmisch-Partenkirchen – Für Thomas Holzer war’s etwas völlig Neues, etwas, worauf er gerne verzichtet hätte. „Ich kann mich an keinen Vorfall dieser Art erinnern“, bestätigt der Vize-Chef der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen. Ein anonymer Anrufer, der sich gestern Mittag gegen 12.30 Uhr mit den Worten „Allahu akbar – in zwei Stunden ist das Restaurant kaputt“ bei McDonald’s in Garmisch-Partenkirchen gemeldet hatte, sorgte für einen Großeinsatz der Polizei.

Neben Holzers Kollegen waren Kräfte des Operativen Einsatzzuges aus Murnau und zwei Sprengstoffhunde vor Ort. Ihr vorrangiges Ziel: Das Gebäude an der Hauptstraße vorsorglich zu räumen. „10 Angestellte und circa 20 Gäste befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Restaurant“, sagt Holzer. Völlig ruhig und problemlos verließen sie das Lokal, so dass die Beamten und vor allem die speziell ausgebildeten Hunde alles genau absuchen konnten. „Wir haben keinerlei verdächtige Gegenstände gefunden“, sagt Holzer. Da auch keine weiteren Hinweise bezüglich der Ernsthaftigkeit der Drohung ermittelt werden konnten, wurde das Schnellrestaurant nach etwa zwei Stunden wieder geöffnet.

Gegen den Anrufer, der mit unterdrückter Nummer agiert hat, wird nun wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat ermittelt. Viel kann Holzer bislang zu dem Unbekannten nicht sagen. Der Angestellten zufolge habe er sich mit ausländischem Akzent gemeldet.

Während die Kollegen das Gebäude durchsuchten, blieb die Zufahrt gesperrt. Auf der Hauptstraße konnte der Verkehr derweil weitgehend ungestört laufen. Auch die benachbarten Gebäude blieben von dem Großeinsatz unbehelligt. „Da hätte sich nur dann was getan, wenn wir tatsächlich etwas Verdächtiges gefunden hätten“, erklärt Holzer. Das war glücklicherweise nicht der Fall.

Nicht nur für den erfahrenen Polizeibeamten war die anonyme Drohung eine neue Erfahrung, auch für Sabine Tehel-Bockwinkel von der Heinritzi Betriebs GmbH, unter deren Regie die McDonald’s-Filialen im Landkreis und 46 weitere in in Bayern und Österreich laufen. „Das ist das erste Mal, dass so etwas bei uns passiert ist“, sagt die Direktorin. Auf das Szenario seien die Kollegen allerdings vorbereitet. „Das Management der Restaurants ist gebrieft.“ Wichtig sei, Mitarbeiter und Gäste zu schützen, den Ausbruch einer Panik zu verhindern und einen ruhigen Ablauf zu gewährleisten. „Entscheidend ist, dass alle Beteiligten richtig reagieren“, unterstreicht sie.

All das habe bei dem unschönen Vorfall in Garmisch-Partenkirchen hervorragend funktioniert. Tehel-Bockwinkel und ihre Kollegen im Hauptsitz des Unternehmens in Rosenheim nehmen die anonyme Drohung sehr ernst und werden das Geschehen auch intensiv nachbesprechen. In Zeiten, in denen die Gefahr von Terroranschlägen allgegenwärtig ist, „müssen wir immer auf so etwas vorbereitet sein“. Und wachsam bleiben. Die anonyme Drohung gestern Mittag entpuppte sich als falsch, was die Heinritzi-Mitarbeiterin natürlich erleichtert. Genau wie die Tatsache, dass die Zusammenarbeit zwischen dem McDonald’s-Team vor Ort und der Polizei hervorragend geklappt hat. Eine Einschätzung, die Erster Polizeihauptkommissar Holzer teilt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Arbeiter bei Unfall verletzt  
Garmisch-Partenkirchen - Ein 54-jähriger Mann hat sich am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen bei einem Arbeitsunfall Verletzungen zugezogen. Er wurde ins Klinikum …
Arbeiter bei Unfall verletzt  
Zu Ehren des Märchenkönigs: Die Bergfeuer brennen wieder
Der 24. August ist ein Jahres-Höhepunkt in Oberammergau: An diesem Tag erinnern sich die Einheimischen an den Märchenkönig.
Zu Ehren des Märchenkönigs: Die Bergfeuer brennen wieder
Ettaler Berg: Labiler Fels sorgt für Vollsperrung
Mitten in der Ferienzeit geht am Ettaler Berg nichts mehr: Ab kommenden Montag wird die Straße tagsüber zwei Wochen lang komplett gesperrt.
Ettaler Berg: Labiler Fels sorgt für Vollsperrung
„Fahr ma obi am Wasser“: Isartal spielt zentrale Rolle 
Er schwimmt auf einer Erfolgswelle: Der Dokumentarfilm „Fahr ma obi am Wasser“ von Walter Steffens stößt auf überaus positive Resonanz. Auch im Isartal. Dort, wo die …
„Fahr ma obi am Wasser“: Isartal spielt zentrale Rolle 

Kommentare