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Tatsächlich: Nach 23 Stillstand geht auf dem ehemaligen Bowling-Areal etwas voran. Die alten Gebäude sind schon fast verschwunden.

Baubeginn im Sommer – oder so. . .

Bowling-Areal: Nach 23 Jahren Stillstand wird gebaggert - zumindest kurz

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Bagger schieben, graben, reißen ein. Auf dem ehemaligen US-Bowling-Areal tut sich etwas. Zwar ist damit der Startschuss für das Großprojekt samt Hotel, Apartmenthaus und Wohnungen noch nicht gefallen, doch zumindest steht ein grober Zeitplan. Fraglich nur, wie realistisch er ist.

Garmisch-Partenkirchen – Zu früh. Zu früh für alles. Zu früh, um etwas zu sagen. Zu früh, um mit Arbeiten zu beginnen. Zu früh, um einen Bebauungsplan einzureichen. So war die Lage vor 2017. Keiner, der etwas mit dem Großprojekt auf dem ehemaligen Bowling-Areal zu tun hat, äußerte sich. Weder zu Größe der geplanten Bebauung noch zu einem Zeitplan. Nun scheint die Zeit reif: Die Beteiligten werden konkreter. Zumindest ein bisschen. Sollten sie auch werden. Schließlich wird gearbeitet auf dem Gelände an der St. Martin-Straße. Nach über 23 Jahren Stillstand.

In all dieser Zeit verfielen die Gebäude zusehends. Das Grundstück in bester Lage – ein optischer Schandfleck Garmisch-Partenkirchens. Mittlerweile jedoch sind die Bagger angerückt. Sie haben die alten Mauern eingerissen, die Fundamente entfernt, zum Teil bis zu acht Meter tief gegraben, um alle Betonreste zu erwischen. Tiefe Löcher entstehen – könnte man ja gleich als neue Baugrube verwenden, scherzt Roland Wetzel. Der Geschäftsführer der Intercon Unternehmensberatung GmbH mit Sitz in Reutte/Tirol vertritt eine Gruppe an Investoren. Diese hat im Frühjahr 2017 das 13 500 Quadratmeter große Areal gekauft. 7,5 Millionen Euro sollen sie dem Freistaat dafür überwiesen haben. Dazu sagt Wetzel weiter nichts – Verschwiegenheitsklausel im Vertrag. Zumindest aber konkretisiert er den Zeitplan. Und tatsächlich dürfte demnach die Baugrube bald kommen. Den Sommer peilt Wetzel an, im Spätsommer dann wollen die Investoren mit dem Bau starten – gut ein Jahr später als anfangs geplant. Mit der Gemeinde stehe man in engem, gutem Austausch, sagt er. Mag sein. Nur ist dort bislang weder ein Bauantrag noch eine aktuelle Bauvorantrage eingegangen. Nichts also, was die Verwaltung oder die Gemeinderäte prüfen könnten. Geschweige denn genehmigen.

Nachbarn „freuen sich, dass etwas was gemacht wird“

Im Tagblatt-Gespräch verspricht Wetzel weitere konkrete Informationen zum Projekt, zu genauem Umfang und Größe „in den nächsten Tagen“. Das war Mitte Februar. Gekommen ist nichts. Dabei lege man Wert auf Offenheit und die Akzeptanz in der Bevölkerung, betont er. Mit den Nachbarn habe man bereits gesprochen. „Die freuen sich, dass endlich was gemacht wird.“

Im Hintergrund ist schon einiges passiert. So verkauften die Investoren im Spätsommer 2017 ein Teilgrundstück an die Deutsche Hotel und Resort Development GmbH & Co. KG. Preis unbekannt – Verschwiegenheitsklausel. Das Unternehmen wird als Projektentwickler auf dem Areal ein Hotel errichten, das wiederum die a-ja Resort und Hotel GmbH betreiben wird.

Wetzel bestätigt: Der GmbH gehört die Hälfte des Geländes. Den Rest nutzen seine Investoren– laut Wetzel weniger als fünf vermögende Privatpersonen aus Deutschland, „die immer auf der Suche nach renditeträchtigen Objekten sind“ –, um ein Apartmenthaus samt Wohnungen zu errichten. Im April 2017 stellte der Intercon-Geschäftsführer Pläne vor, wonach die Geldgeber 35 Millionen Euro investieren. Entstehen soll ein Apartmenthaus mit 16 Wohnungen für die touristische Nutzung sowie drei Wohngebäude mit je sechs bis acht Einheiten für den privaten Verkauf. Inwiefern diese Pläne nach wie vor gelten, gehört zu den Details, die Wetzel liefern wollte.

Geplant: ein a-ja-Urlaubsresort mit circa 230 Zimmern

Der Anteil an Privatwohnungen, die für die Finanzierung eine maßgebliche Rolle spielen, soll auch wegen des hohen Kaufpreises gestiegen sein. Wie viel die Investoren wiederum durch den Weiterverkauf des Teilgrundstücks an die Hotel und Resort Development GmbH & Co. KG eingenommen haben, bleibt unklar – Verschwiegenheitsklausel.

Entstehen soll einer Sprecherin zufolge ein a-ja-Urlaubsresort mit circa 230 Zimmern im Vier-Sterne-Sektor, mit großen SPA- und Wellnessbereichen sowie Restaurant. Geplant ist eine Kooperation mit den Gästen im Apartmenthaus, die die Gastronomie und Wellnessangebote ebenfalls nutzen können. Wetzel zufolge wird auch die Infrastruktur, etwa die Tiefgarage, aufeinander abgestimmt.

Sollte sein Zeitplan angesichts des fehlenden Bauantrags überhaupt realistisch sein: Durch die enge Verbindung der beiden Projekte könnte er ins Wanken geraten. Denn der Sprecherin zufolge reicht die Hotel und Resort Development GmbH & Co. KG ihren Bauplan voraussichtlich erst im Sommer ein.

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