Buckelig und aufgeplatzt präsentieren sich Fahrbahn und Gehweg an der Olympiastraße in Garmisch-Partenkirchen. 
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Buckelig und aufgeplatzt präsentieren sich Fahrbahn und Gehweg an der Olympiastraße in Garmisch-Partenkirchen. 
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„Die Touristen fallen ins nächste Loch

Buckelpisten in Garmisch-Partenkirchen: Einheimischer fotografiert die Straßenschäden - Bilder zeigen das Ausmaß

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Hier Schlaglöcher, dort Asphalt-Hügel: Drei Stunden lang hat Leopold Wagner den Ort mit dem Auto abgeklappert und marode Straßen und Wege fotografiert. Weil der Einheimische seine Heimat liebt und sich eine Verbesserung wünscht.

Garmisch-Partenkirchen – Die Olympiastraße ist für Leopold Wagner ein gutes Beispiel. Wenn man in Richtung Kongresshaus schaut. Der Anblick – alles andere als attraktiv. „Das Gesamtbild passt einfach nicht“, sagt der 23-Jährige. Die Fahrbahn – teilweise buckelig, teilweise geflickt. Verkehrsteilnehmer lassen sich dort auf eine Schaukelpartie ein. Wie in vielen Bereichen in Garmisch-Partenkirchen.

Wagner hat Beweismaterial gesammelt. In seinem Urlaub setzte er sich ins Auto und klapperte den Ort ab. Erst Partenkirchen, dann Garmisch. Drei Stunden lang. 32 Straßen und Wege fotografierte der Kaufmännische Sachbearbeiter bei einem Lehrmittelvertrieb, dokumentierte die Schäden. Ob Flickschusterei oder Löcher, die zum Teil als Mini-Badetümpel durchgehen.

Besonders bedauert er die Vorgehensweise der Gemeinde. „Es wird immer nur die halbe Arbeit gemacht“, sagt der 23-Jährige. Sein Beispiel: die Thomas-Knorr-Straße. Ein Teil ist saniert worden, der Richtung Grand Hotel Sonnenbichl nicht mehr. „Das ist einfach schade.“

Im Rathaus ist das Problem bekannt

Stets geht, radelt oder fährt er mit offenen Augen durch den Ort. Sein Fazit: „Das Gesamtpaket stimmt nicht.“ Aus mehreren Gründen. Schon oft war er in Barcelona, doch selbst dort seien die Seitenstraßen ansehnlich. „Doch hier schaut’s einfach aus. Das ist enttäuschend.“ Gleichzeitig bringt Wagner die hohen Mieten in der Gemeinde zur Sprache. Angesichts dessen muss seiner Meinung nach dann auch der Anschluss zum Haus in Ordnung sein. Ist er aber oft nicht – und das in einem Ort, der von Urlaubern lebt. „Die fahren rein“, sagt er, „und fallen ins nächste Loch.“

Erst vergangene Woche ist der 23-Jährige von Landsberg am Lech, wo er zwei Jahre wohnte, wieder in den Markt gezogen. In seine Heimat, in der seine Familie lebt und in der er aufwuchs. „Ich liebe Garmisch-Partenkirchen“, sagt der junge Mann. Und gerade deshalb fände er es schön, „wenn sich was ändern würde“.

Im Rathaus sind die Probleme mit den Straßenbelägen, Wegen und auch Plätzen bekannt. „Wir versuchen im Rahmen des Möglichen, zum Beispiel mit einem jährlichen Straßenbauprogramm, immer nach Dringlichkeit abgestimmt, sukzessive Verbesserungen herbeizuführen“, teilt Sprecher Martin Bader mit. Doch nicht alle notwendigen Maßnahmen seien gleichzeitig umzusetzen. Risikostellen wie Schlaglöcher, von denen eine unmittelbare Gefahr für die Verkehrsteilnehmer ausgehen kann, werden Bader zufolge „natürlich umgehend“ von den Mitarbeitern des Bauhofs behoben.

Facebook-Gruppe mit über 400 Mitgliedern

Die nimmt Klaus Weber in Schutz. „Sie können nichts dafür“, sagt er und spricht ein Lob für die professionelle Abwicklung der Straßenflickerei aus. Der Grainauer, dessen Leben sich aber im Kreisort abspielt und der beim SC Partenkirchen und SC Garmisch arbeitete, stoßen die Buckelpisten sauer auf. Umso besser gefiel ihm der Freinachtsscherz, bei dem Unbekannte die Ortsschilder mit „Schlaglochhausen“ überklebten. Daraufhin entstand am Stammtisch die Idee: Weber gründete eine Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook. Ihr Name: „Schlaglochhausen-kirchen.“ 412 Mitglieder gehören ihr an, die Bilder von den Schäden posten oder ihre Meinung kundtun. „Die Leute beschweren sich oder teilen mit, wenn Löcher zugemacht wurden“, sagt der Administrator. Und zwar stets auf sachlicher Ebene samt „guter Argumente.“

Die Fotos findet Weber einprägsam. Zum Teil, sagt er, „sind Löcher dabei, die gemeingefährlich sind“. Nicht ohne Grund begrüßt er den positiv beschiedenen CSU-Antrag. Der Gemeinderat hatte nach der Ablehnung des fahrradgerechten Umbaus der Bahnhofsstraße beschlossen, die Projekt-Kosten der Gemeinde von 1,7 Millionen Euro in die Beseitigung der Schäden zu stecken. Für Weber gut investiertes Geld. 

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