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Publikumsliebling: Das Duo Katiju von (v.l.) Evin und Julia überzeugt mit einer türkisch-brasilianischen Mischung.

Und der Gewinner ist...

Junge Talente glänzen beim Nachwuchsbrettl

Großes Kino auf der U1-Bühne: Beim zweiten „Nachwuchsbrettl“ zeigten junge Künstler ihr Potenzial. Sie verzückten das Publikum mit akrobatischem Tanz, einfühlsamen Gedichten und Gänsehaut-Gesang.

Garmisch-Partenkirchen – Noch nie traten so viele Liedermacher, Comedians und Kleinkünstler auf der Kulturbeutel-Bühne in Garmisch-Partenkirchen auf wie an diesem Abend. Relativ unerfahrene Akteure bekamen beim zweiten „Nachwuchsbrettl“ der U1-Kleinkunstbühne ein Podium, um sich selbst auszuprobieren und zu präsentieren. Und sie haben ihre Sache gut gemacht, sehr gut sogar. Natürlich, es fehlt noch an Erfahrung, an Perfektion, aber gerade das war es ja, was diesen Abend so besonders machte. Es wurde mal kein durchgestyltes, perfektes Programm geboten, sondern die Darsteller, fast durchweg jüngeren Semesters, kamen sympathisch frisch, ehrlich und authentisch daher und zeigten ihre ganz speziellen Talente.

Felix Brandelik aus Garmisch-Partenkirchen betrat als Erster die Bühne, überzeugte das von Anfang an begeistert mitgehende Publikum im restlos ausverkauften Saal mit zungenbrecherischem Kauderwelsch. Der ehemalige Schüler des Werdenfels-Gymnasiums, der sich selbst als Rampensau bezeichnet und gern Schauspieler werden möchte, bewies mit seinen Tanzeinlagen seine enorme Beweglichkeit und akrobatische Fähigkeiten. Brandelik ist seit über zehn Jahren auch beim Zirkus Pfarrelli aktiv (am späteren Abend zeigten schwarz gekleidete Mädchen von Pfarrelli im Alter von elf bis 17 Jahren ein Schattentheater), hat bereits beim Poetry Slam im Jugendzentrum der Marktgemeinde und am Straßenkunstfestival im Rahmen der Kulturnacht teilgenommen und zählte deshalb schon fast zu den „alten Hasen“.

Auf ihn folgten Flo (von der Edelweiss Bluegrass Band) und sein Sohn Vincent Ritter, ebenfalls aus Garmisch-Partenkirchen, mit ihren Gitarren. Der gebürtige Afghane Hani Who mit Wohnsitz in Oberammergau gab Comedian- und Poetry-Einlagen und kam mit seiner offenen, natürlichen Art besonders gut bei den Zuhörern an. Vielleicht war es vor allem sein frei vorgetragenes einfühlsames Gedicht über Kinder, das gefiel und den jungen Erzieher am Ende als zweitbesten Künstler des Abends kürte.

Nach Who kam die Tourismuskauffrau Julia Pöckl, die am Sylvensteinsee lebt, an die Reihe. Ihre Mundart-Songs gingen unter die Haut. Am Ende wählte das Publikum aber das Duo Katiju aus Dresden aufs Siegerpodest, indem es, per Lautstärkenmesser ermittelt, den stärksten Applaus einheimste. Die türkisch-stämmige Evin aus Bochum sang mit wunderbarer klarer Stimme und viel Charisma zur Gitarre von Julia, ihrer Kommilitonin von der Musikschule, Melodien aus ihrer Heimat und aus Brasilien. Der Münchner Michael Mauder gab als letzter Gast sein Comedy-Programm zum Besten.

Jetzt darf man gespannt sein, ob es der eine oder andere Nachwuchskünstler in der Zukunft auf größere Bühnen schafft. Nicht von ungefähr gilt die U1-Bühne als Kader-Schmiede, in der junge, talentierte Menschen eine Chance bekommen, die sie als Startrampe für eine Karriere nutzen können.

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