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In ihrem Büro bietet Dr. Sigrid Meierhofer jedem Gast „Garmisch-Partenkirchner Trinkwasser“ an. 

Zugspitz-Wasser soll’s einmal heißen

Bürgermeisterin will heimisches Trinkwasser vermarkten

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Das Produkt ist nicht auf dem Markt, die perfekte Botschafterin hat es schon: Dr. Sigrid Meierhofer preist das heimische Trinkwasser an, abgefüllt in Flaschen, versetzt mit Kohlensäure. Noch gibt es davon nur wenige, unverkäufliche Exemplare – was Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin ändern will.

Garmisch-Partenkirchen – Das muss sie haben. Kein Adelholzener, Gerolsteiner oder Frankenbrunnen. Nein, als Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen braucht sie für ihr Büro „Garmisch-Partenkirchner Trinkwasser – Die Erfrischung aus den Tiefen des Wettersteins“. Das stand für Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) außer Frage. Nach einer Sitzung mit dem Verwaltungsrat der Gemeindewerke bestellte sie daher gleich ein paar Flaschen, seitdem verköstigt sie Gäste mit dem Sprudelwasser. Allerdings nur bei sich im Zimmer, nirgends sonst im Rathaus. Denn die Flaschen sind rar und unverkäuflich. Das gefällt Meierhofer nicht. Dieses Wasser aus der Heimat – natriumarm und zur Säuglingsernährung geeignet, verrät das Etikett – das muss man doch vermarkten, findet sie.

Solche und ähnliche Sätze hat Wotan Lichtmeß schon öfter gehört: „Das müsst Ihr verkaufen, das wird der Renner.“ Doch der Leiter der Gemeindewerke gibt sich zurückhaltend. Aus gutem Grund: Die Werke sollen, können und dürfen mit der Vermarktung, dem Abfüllen und dem Verkauf des Wassers nichts zu tun haben. Aus rein rechtlichen Gründen müssen sich darum andere kümmern.

„Das wäre die einfachste Regionalvermarktung“

Meierhofer hat bereits eine Alternative gefunden: Sie wandte sich vor wenigen Wochen an die Zugspitz Region GmbH. Diese kümmert sich bekanntlich über ein dreijähriges Förderprojekt um die Vermarktung des Murnau Werdenfelser Rindes. „Und wer das isst, braucht doch etwas zum Nachspülen“, sagt Meierhofer und lacht. Doch ist es durchaus ernst mit ihrem Plan. Mit dem heimischen, so hochwertigen Trinkwasser zu werben, damit Geld zu verdienen, „das wäre die einfachste Regionalvermarktung“.

Einfach aber wird es nicht werden, und schnell dürfte es sich auch nicht umsetzen lassen. Regionalmanagerin Lisa Loth steht noch ganz am Anfang, hat aber über informelle Gespräche bereits in Erfahrung gebracht: Wasser abzufüllen, ist eine schwierige Angelegenheit, es gibt einige Hürden zu überwinden. „Wir sind noch ganz weit davon entfernt, dass wir das Wasser verkaufen können.“

Lichtmeß setzte vor zehn Jahren die Idee um

Wenn es soweit kommt: Lichtmeß könnte sich den Impuls auf seine Fahnen schreiben. Vor etwa zehn Jahren saß er in einer Besprechung bei den Stadtwerken Rosenheim – und entdeckte eine Rosenheimer Stadtwerke-Wasserflasche. Das gefiel ihm, Lichtmeß setzte die Idee in seinem Haus um. So bieten die Gemeindewerke bereits seit einigen Jahren Kunden und in größeren Besprechungen das eigene Sprudelwasser an. Auch bei der Bayerischen Zugspitzbahn bekommen Gäste das heimische Trinkwasser in der spritzigen Variante.

Aktuell wird das Wasser in Kleinstmengen abgefüllt. 2500 Liter verbrauchen die Werke nach eigenen Angaben im Jahr. Sie liefern es einem Partner, der das Wasser mit Kohlensäure versetzt, abfüllt und die blauen Etiketten auf die weißen 0,5-Liter-Flaschen klebt. Wobei man ehrlicherweise sagen muss: Die Bezeichnung „Garmisch-Partenkirchner Trinkwasser“ stimmt nicht ganz. Nicht mehr.

Bürgermeister-Kollege Märkl gefällt der Gedanke

Um 2007, als Lichtmeß die Idee realisierte, kam das Trinkwasser noch aus dem Ortsteil Garmisch, aus dem Wasserwerk Degernlahne. Seit 2010 aber wird es mit Grainau im Unterwald nahe des Eibsees gefördert und versorgt neben Grainau und Garmisch-Partenkirchen auch Farchant.

Bürgermeisterin Meierhofer stellt klar: „Wir schmücken uns da nicht mit fremden Federn.“ Vorsorglich hat sie die Namensfrage schon einmal mit ihrem Grainauer Kollegen Stephan Märkl geklärt: Zugspitz-Wasser soll das Produkt heißen, wenn es denn einmal auf den Markt kommt. Märkl gefällt der Gedanke. Ihn zu realisieren, hält er für schwierig. Doch lässt er sich gern eines Besseren belehren. Bis dahin trinkt der Bürgermeister weiterhin sein Grainauer Wasser. Aus der Leitung, ohne Kohlensäure. „Schmeckt aa.“

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