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Der Vorstand: (h.v.l.) Dr. Andreas Keller, Axel Doering, Martin Kleiner, Joachim Mark, (v.v.l.) Christine Wiggers und Nathalie Fischer. 

Wahlen beim Bund Naturschutz

Doering in der Rolle des Mahners

Seit zwölf Jahren führt Axel Doering die Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Der pensionierte Förster ist ein streitbarer Geist, der seine Meinung in Sachen Umwelt unbeirrbar vertritt. Jetzt will er gegen den Auerbergtunnel und die Erschließung des Alpspitzgebiets Front machen.

Garmisch-Partenkirchen – „Wir haben viel erreicht, aber sind doch weit vom Ziel entfernt“, resümierte Axel Doering. Dabei sieht er die Naturschutzarbeit „als zunehmend schwieriger und komplexer“. Und Doering muss es wissen. Seit zwölf Jahren engagiert sich der pensionierte Förster in der Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen als Vorsitzender. Bei den Neuwahlen des Vorstands im Gasthaus Schatten unter der Wahlleitung von Günter Gleißner trat er für eine weitere Amtsperiode an und wurde von den Mitgliedern in geheimer Wahl einstimmig wieder ins Amt gewählt.

Der Rechenschaftsbericht war themenreich und bunt. Dass das prophezeite Waldsterben vor Jahrzehnten nicht eingetreten ist, sieht Axel Doering auch als Verdienst des Bund Naturschutz in Bayern an: „Wir haben damals laut geschrien.“ Und diese Mahner-Mentalität zeigt sich auch bei anderen Ereignissen. „Die radikale Abnahme der Insekten etwa oder die frevelhafte Fällung von Bäumen, die dem Profit geopfert werden“, zählt Doering als Negativ-Beispiele auf. „Und das Ergebnis ist für jedermann an der „Von-Brug-Straße“ und der Alleestraße, die mittlerweile ihren Namen nicht mehr verdienen, sichtbar.“

Olympia durch die Hintertür

Dass die Bürger Tirols jüngst nochmaligen Olympischen Spielen eine Absage erteilten, kann der BN-Vorsitzende gut nachvollziehen. „Es wäre durch eine bayerische Beteiligung ein Olympia durch die Hintertüre. Ich kenne das IOC. Das kostet Geld, viel Geld“, betont Doering. Er konkretisierte die möglich gewesene Einbeziehung von Garmisch-Partenkirchen als Austragungsort für gewisse Wettbewerbe. „Wer glaubt, es würde im bisherigen Stadion dann Eishockey gespielt, ist blauäugig.“

Doering hatte aber auch Erfreulicheres parat. Wie den erfolgreichen „Maus-Türöffner-Tag“ im Grainauer Huber-Park, der vielen Kindern die Natur näher brachte, die Pflege des BN-Grundstücks in Gerold oder das Vorhaben in Ettal. Zur Landesausstellung im kommenden Jahr gestaltet der Bund Naturschutz im Kloster-Innenhof einen Waldgarten. Die Idee ist, „dabei die Geschichte des Obstbaums zu erleben“, berichtete Martin Kleiner, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Aber die Aktion soll nachhaltig sein, deshalb hat der BN mit dem Kloster einen 25-jährigen Nutzungsvertrag abgeschlossen. Hintergrund ist, dass die Ettaler die Besucher-Infrastruktur verbessern wollen. „So haben wir die Chance bekommen, uns entsprechend zu präsentieren“, sagt Doering.

Thema der Versammlung war auch die Absage an eine mögliche weitere Erschließung des Alpspitzgebietes. Mit einem Blick auf die angestrebte Änderung des Alpenplans mit Beispiel „Riedberger Horn“ wetterte Doering: „Der Erschließungsfriede gerät in Gefahr, gegen derartige Bestrebungen werden wir heftig kämpfen.“

Auch die gegenwärtigen Tunnel-Projekte streifte Axel Doering. Hierbei betonte er, dass der Bund Naturschutz dem geplanten Wanktunnel wie der Oberauer Umfahrung „im Prinzip zugestimmt hätte“. Nicht so beim Auerbergtunnel, „den wir vehement ablehnen“. Dr. Andreas Keller verdeutlichte mit Enttäuschung in Richtung der bayerischen Verwaltungs-Gerichtsbarkeit den Standpunkt des BN zum Kramertunnel: „Dazu haben wir unsere Argumente vorgebracht und Abdichtmaßnahmen gefordert. Die Gerichte kamen bei ihrer ablehnenden Begründung zu dem Schluss, dass dieses Gesetz hier nicht anwendbar wäre.“

Beate Zwingers von der Ortsgruppe Murnau stellte eine Umwelt-Initiative vor. Hierbei will sie der Pappbecherflut zu Leibe rücken. Erste Vorgespräche haben dazu bereits stattgefunden, um in Zukunft in Murnau ein Mehrwegsystem einzuführen.

Gewählt

Vorsitzender: Axel Doering,Zweiter Vorsitzender:Hasso von Zychlinsky. Schatzmeister:Christine Wiggers, Schriftführer: Nathalie Fischer. Beisitzer: Dr. Andreas Keller, Joachim Mark, Martin Schneyder.Delegierte:Christine Wiggers, Martin Kleiner (Ersatz). Kassenprüfer: Mechthild Morhart und Walter Rösel.

Klaus Munz

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