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Mögliche Standorte: Das Geiger-Gebäude (rechts) und Teile der Artillery-Kaserne (links) sind als Dienststelle für die Bundespolizei im Gespräch.

Standort-Frage noch nicht geklärt

Die Bundespolizei kommt nach Garmisch-Partenkirchen

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In Garmisch-Partenkirchen wird in den nächsten Jahren ein Standort der Bundespolizei mit 66 Mitarbeitern aufgebaut. Die Außenstelle Mittenwald wird aufgelöst. Bei der Entscheidung für den Kreisort sollen „einsatztaktische Überlegungen“ den Ausschlag gegeben haben.

Garmisch-Partenkirchen– Wenn sich Dr. Sigrid Meierhofer etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kann sie ganz schön hartnäckig sein. Für Garmisch-Partenkirchens SPD-Bürgermeisterin ist das Sprichwort vom steten Tropfen, der den Stein höhlt, Programm. Und sie hat mit dieser Methode häufig Erfolg, weshalb sie sie immer wieder anwendet. Meist geht’s um Zuschüsse, wenn sie bei den diversen Ministerien vorstellig wird. Oder sie nützt eine Veranstaltung wie die Gatterlmesse, um Politprominenz auf Dinge aufmerksam zu machen, von denen sie glaubt, sie würden Garmisch-Partenkirchen zu Vorteil gereichen. Das Anliegen, auf das sie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in diesem Rahmen hinwies, ist jetzt eingetütet. Im Klartext: Garmisch-Partenkirchen wird Standort der Bundespolizei. „Das kann ich bestätigen“, sagt Matthias Knott, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion München. „Für uns ist das eine sehr gute Nachricht“, erklärt Meierhofer. „Ich bin glücklich, dass man sich für uns entschieden hat.“

Leben und arbeiten in der Region

Dr. Karl-Heinz Blümel, Präsident der Münchner Behörde, und Reinhard Tomm, Chef der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, gehören zu den Männern, denen Meierhofer in Sachen Standort Garmisch-Partenkirchen in den Ohren gelegen ist. Mit Tomm hatte sie während des G7-Gipfels 2015 erstmals Kontakt, den sie nie abreißen ließ. Und ihr Lobbyismus für den Markt war von Erfolg gekrönt. 66 hoch qualifizierte Arbeitskräfte – wie viele davon Polizeibeamte sind, konnte Knott nicht sagen – sollen in Zukunft in Garmisch-Partenkirchen und der Region ihren Dienst verrichten und Sicherheit produzieren. Und sie werden hier nicht nur arbeiten, sondern auch leben. „Ich find’s hervorragend“, sagt Meierhofer.

Die kleine Bundespolizei-Dependance, die in Mittenwald besteht, wird aufgelöst. Zur Entscheidung pro Garmisch-Partenkirchen und contra Mittenwald waren Knott zufolge „einsatztaktische Überlegungen“ ausschlaggebend. Allerdings wird das Revier in der Marktgemeinde nicht von heute auf morgen entstehen. Bis zum Endausbau kann es laut Meierhofer bis zu fünf Jahre dauern.

Allerdings hat sich eine Arbeitsgruppe der Bundespolizei in den vergangenen Tagen schon in Garmisch-Partenkirchen nach einem geeigneten Objekt umgeschaut, in dem die Dienstelle untergebracht werden soll. Auf der Besichtigungstour standen das Geiger-Gebäude, in dem während des G7-Gipfels der Führungsstab der Polizei untergebracht war, die Artillery-Kaserne und das Abrams-Gelände. Auch einen Standort in Bahnhofsnähe haben die Experten ins Auge gefasst. Einen Teil des Abrams-Areals abzugeben, damit hat Meierhofer „kein Problem. Das ist mir die Sache Bundespolizei wert“.

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