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Bunter Protest vor dem Rathaus-Eingang: Aktivisten kommen spontan vor der Gemeinderatssitzung am Mittwoch zusammen, um Botschaften pro Fahrradfahrer zu verbreiten. 

Radl-Aktivisten malen Parolen vor dem Eingang 

Bunter Aufstand vor dem Rathaus: Radfahrer setzen Zeichen für bessere Infrastruktur

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Viele Fahrradfahrer haben sich am Mittwoch-Abend vor dem Rathaus versammelt, um den Platz vor dem Eingang mit zahlreichen Sprüchen und Bildern zu bemalen. Sie wollen damit auf Missstände für Biker in Garmisch-Partenkirchen hinweisen.

Garmisch-Partenkirchen – Christine Wedler und Susi Beyer stehen vor dem Rathaus in Garmisch-Partenkirchen. Die eine hält grüne Unterschriftenlisten in den Händen, die andere Kreide in verschiedenen Farben. Sie knien sich auf das dunkle Pflaster vor dem Eingang  nieder. Mit einer Schablone malt Wedler ein Radl in rosa Farbe. Beyer zieht den Schriftzug „mehr Fahrradwege für GAP“. 

Das was recht spaßig aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Zu der Aktion – ein Flashmob, wie es die Aktivisten nennen – wurde von einigen Fahrradfahrern im Zuge der neugegründeten Initiative „autofreies Garmisch-Partenkirchen“ aufgerufen. Damit soll „eine konsequente Umsetzung der Fahrradinfrastruktur für Garmisch-Partenkirchen“ vorangebracht werden“, sagt Wedler. Vorausgegangen war dem Ganzen eine symbolische Petition, die sie ins Leben gerufen hat. Die Unterschriften sollen Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) in Kürze übergeben werden. „Die ersten 500 Stimmen haben wir bereits“, erzählt Wedler. Seit vergangenen Donnerstag liegen die Listen in vielen Cafés und Geschäften in der Marktgemeinde aus. Ein Minimum an Unterschriften hat die Aktivisten keine. „Einfach mal sehen, wie viele es werden.“

Flashmob vor dem Rathaus: Radfahrer kämpfen für bessere Infrastruktur - die Bilder

Um noch mehr auf die Petition aufmerksam zu machen, malen Fahrradfahrer am Mittwochabend vor der Gemeinderatssitzung bunte Parolen und Zeichnungen vor den Eingang. Die gewählten Volksvertreter müssen also vor ihrer Sitzung, in welcher das Thema Radwegalternative zur Garmischer Fußgängerzone behandelt wird, über die Aufforderungen gehen.

Die Aktion stößt auf Anklang: Der Flashmob erzeugt innerhalb weniger Minuten eine Eigendynamik. Wildfremde Menschen, die spontan die Szenen verfolgen, knien plötzlich neben den beiden und zeichnen munter ihre Gedanken, Sorgen und Ängste auf kalten Stein. „Mehr Sicherheit für unsere Kinder“, ist auf dem kleinen Platz zu lesen. „Raum für Menschen statt Autos“, schreibt ein Mann, der gerade mit seinem Fahrrad die Bahnhofsstraße queren musste. „Das ist ja lebensgefährlich“, sagt er und unterschreibt sogleich auf der Unterschriftenliste. Als die ersten Gemeinderäte eintreffen, schauen diese interessiert auf die versammelte Menschentraube, darunter auch zahlreiche Kinder. Es wird miteinander gesprochen und diskutiert. Viele die gekommen sind, ärgern sich momentan über das Radverbot in der Garmischer Fußgängerzone. Das war für Wedler auch der ausschlaggebende Punkt, diese Initiative samt symbolischer Petition ins Leben zu rufen. „Es werden Fahrradfahrer in der Fußgängerzone bestraft, ohne eine vernünftige Alternative zu bieten“, sagt sie. „Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden.“ Sie hofft, durch diese Aktion zumindest einige der Gemeinderäte für das Thema sensibilisiert zu haben.

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